Schlagwort-Archiv: F.-B. Habel (in 67 Beiträgen)

20. Jahrgang | Nummer 8 | 10. April 2017

Der „Dreckskanacke“ als Journalist

von F.-B. Habel Die Erdogan-Regierung trägt ihren Wahlkampf auf dem Rücken eines deutsch-türkischen Journalisten aus. Deniz Yücel, den ich 2011 in Zusammenhang mit der Verleihung des Kurt-Tucholsky-Preises als klugen, humorvollen, vielleicht manchmal zu hektischen Menschen kennenlernte, der privat nicht zu … Weiterlesen


20. Jahrgang | Nummer 2 | 16. Januar 2017

Bemerkungen

Die Namenspatronin der Sibylle Sie gab einem der interessantesten Print-Erzeugnisse der DDR ihren Namen, der sechsmal im Jahr erschienenen Modezeitschrift Sibylle. Trotz beträchtlicher Auflagenhöhe (200.000 Exemplare wurden regelmäßig gedruckt) war die Zeitschrift ebenso wie Das Magazin „Bückware“. Die Rede ist … Weiterlesen


19. Jahrgang | Nummer 26 | 19. Dezember 2016

Nekrologe 2016

von F.-B. Habel „Sein Daniel war ein Kerl, mit dem nicht leicht zurechtzukommen ist, der sich in seinen Gefühlen nicht gern offenbart und hinter trotziger Gleichmütigkeit das bittere Leid und das strahlende Glück verbirgt.“ So konnte man einst über „Daniel … Weiterlesen


19. Jahrgang | Nummer 23 | 7. November 2016

Der böse „Pieron“

von F.-B. Habel „Tucholsky, Stettin/Szczecin, Polen und die Ostsee“ war das Motto der jüngsten Jahrestagung der Kurt Tucholsky-Gesellschaft (KTG). Zum Abschluss ihrer Zusammenkunft unternahmen die Teilnehmer am letzten Oktobersonntag eine Stadtrundfahrt durch Szczecin. Als es noch Stettin hieß, hatte Kurt … Weiterlesen


19. Jahrgang | Nummer 21 | 10. Oktober 2016

Bemerkungen

Ägypten ist überall Aufregend: Hermann Schulz hat eine Weihnachtsgeschichte zu Papier gebracht, die sowohl in Nicaragua als auch in Ägypten spielt. Und eigentlich auch zu Hause. Es geht um die höhere Wahrheit der Poesie, um den ewigen Einsatz von Humanisten … Weiterlesen


19. Jahrgang | Nummer 20 | 26. September 2016

Bemerkungen

Matrosen und Könige Es war schon eine Sternstunde, als Hilmar Thate 2008 beim Frühlingsfest des Friedrich-Wolf-Hauses in Lehnitz aus dem Text des Dichters „Kunst ist Waffe“ rezitierte. Er war links geblieben, auch wenn er 1980 in den Westen gegangen war. … Weiterlesen


19. Jahrgang | Nummer 12 | 6. Juni 2016

Bemerkungen

Presse, unabhängige Eine unabhängige Presse sei, so ist immer noch immer mal wieder zu hören, ein hohes Gut, ja nachgerade eine condicio sine qua non jeder wirklichen Demokratie. Dem ist auch schon widersprochen worden. Zum Beispiel: „So etwas gibt es … Weiterlesen


19. Jahrgang | Nummer 11 | 23. Mai 2016

Bemerkungen

Loblied auf Idealismus Wenn ich durch Antiquariate streife oder über Flohmärkte schlendere, finde ich immer wieder ein Buch von Harald Kretzschmar (oder eines unter seiner Beteiligung), das ich noch nicht hatte. Noch ein paar Funde – und ich werde mir … Weiterlesen


19. Jahrgang | Nummer 5 | 29. Februar 2016

Poesie und Wahrheit

von F.-B. Habel Eines von vielen Zeichen für die Verarmung unserer Kultur ist das Fehlen osteuropäischer Filme sowohl im Fernsehprogramm als auch bei den Kinoverleihern. Grund ist nur in zweiter Linie das Desinteresse von Verantwortlichen, in erster Linie liegt es … Weiterlesen


19. Jahrgang | Nummer 2 | 18. Januar 2016

Weltbühne-Autoren der Weimarer Republik und ihr geistiger Einfluss auf die Weltbühne ab 1946

von F.-B. Habel Solange die ›Weltbühne‹ die ›Weltbühne‹ bleibt, solange wird hier gegeben, was wir haben. Und was gegeben wird, soll der guten Sache dienen: dem von keiner Macht zu beeinflussenden Drang, aus Teutschland Deutschland zu machen und zu zeigen, … Weiterlesen


19. Jahrgang | Nummer 2 | 18. Januar 2016

Bemerkungen

Rascher Abschied 2016 – verdammt noch mal, wieso denn das? Eben hatten wir doch noch das gute alte 2015, bekannt aus Funk und Fernsehen und beliebt bei jedermann! Ich bin durchaus kein Freund des Immergleichen, aber es wäre doch gut … Weiterlesen


18. Jahrgang | Nummer 26 | 21. Dezember 2015

Nekrologe 2015

von F.-B. Habel Ein Jahr geht zu Ende, an dessen Anfang noch Menschen unter uns waren, die uns verlassen haben. Man wird erstaunt sein, welche Künstler, einst gefeiert und geehrt, nun fehlen, ohne dass die Öffentlichkeit größere Notiz davon nahm. … Weiterlesen


18. Jahrgang | Nummer 21 | 12. Oktober 2015

Kleinkunst als Großkunst

von F.-B. Habel Es war eine bewegende Stunde, als Volker Kühn vor einem Jahr auf der Dresdner Tagung der Kurt Tucholsky-Gesellschaft die Ehrenmitgliedschaft verliehen wurde. Der Geehrte, der gemeinsam mit seiner Frau, der Schauspielerin Katherina Lange, an die Elbe gekommen … Weiterlesen


18. Jahrgang | Nummer 18 | 31. August 2015

„Schmierjude“ als Ehrenbürger

von F.-B. Habel „Noch der niedrigste Pazifismus hat gegen den edelsten Militarismus tausendmal recht! Es gibt kein Mittel, das uns nicht recht wäre, den Moloch des Kriegswahnsinns und des Staatswahnsinns zu bekämpfen.“ So Kurt Tucholsky anlässlich des Verbots der Remarque-Verfilmung … Weiterlesen


18. Jahrgang | Nummer 9 | 27. April 2015

Bemerkungen

Ein afrikanischer Deutscher Seit Roland Gräfs Adaption von Günter de Bruyns Roman „Märkische Forschungen“ 1982 als Entdeckung der DDR-Filmklubbewegung in Karl-Marx-Stadt mit einem „Findling“ ausgezeichnet wurde, konnte der Preis kontinuierlich vergeben werden – gerade auch, weil der 1990 gegründete Interessenverband … Weiterlesen


18. Jahrgang | Nummer 5 | 2. März 2015

Seid bereit!

von F.-B. Habel Wenn bei uns von der „Dritten Generation Ost“ gesprochen wird, ist von Leuten die Rede, die ihre Kindheit noch bewusst in der DDR erlebten und als Jugendliche mehr oder minder erfolgreich in das neue System geworfen wurden. … Weiterlesen


18. Jahrgang | Nummer 3 | 2. Februar 2015

Ein Katholik, ein Kommunist – zwei Satiriker

von F.-B. Habel Die Satire beißt, lacht, pfeift und trommelt die große bunte Landsknechtstrommel gegen alles, was stockt und träge ist. Kurt Tucholsky Satiriker zu sein ist das Bindeglied der beiden DDR-Künstler, die mit unterschiedlichen Schwerpunkten augenöffnend wirkten und die … Weiterlesen


17. Jahrgang | Nummer 23 | 10. November 2014

Bemerkungen

Küchenmädchen Vor zwei Jahren ist sie gestorben, aber Käthe Reichel bleibt unvergessen. Die Schauspielerin, die eine authentische Brecht-Interpretin war und viele Filme – meist in Nebenrollen – bereicherte, wird jetzt noch einmal lebendig. Das Ehepaar Petra Kelling und Richard Engel … Weiterlesen


17. Jahrgang | Nummer 17 | 18. August 2014

Ein feiner, älterer Herr mit Hunden

von F.-B. Habel In meiner Kindheit, als man auf der Promenade der Bornholmer Straße noch promenieren konnte, traf man dort des Öfteren einen feinen, älteren Herrn. Nicht die gute Kleidung, stets mit einer Fliege um den Hals, faszinierte uns Kinder, … Weiterlesen


17. Jahrgang | Nummer 11 | 26. Mai 2014

Bemerkungen

Bundesanwaltlicher Zynismus Am 12. Mai veröffentlichte der LINKEN-Bundestagsabgeordnete Andrej Hunko eine Erklärung, in der er sich mit der Antwort der Bundesregierung auf eine „Kleine Anfrage“ seiner Fraktion zu den Drohneneinsätzen der US-Streitkräfte auseinandersetzt. So weigerte sich die Bundesregierung in Gestalt … Weiterlesen


17. Jahrgang | Nummer 5 | 3. März 2014

Deutscher Film zwischen Kultur und Wirtschaft

von F.-B. Habel Nur wenige Tage vor Eröffnung der 64. Internationalen Filmfestspiele Berlin – kurz Berlinale genannt – fällte das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe ein Urteil, das über Wohl und Wehe des deutschen Films entschied. Das Filmfördergesetz, das die Vielfalt des … Weiterlesen


17. Jahrgang | Nummer 2 | 20. Januar 2014

Parodie und Persiflage am Pfefferberg

von F.-B. Habel Einbläuen möcht‘ ich es meinen deutschen Landsgenossen, dass, wer die Dinge heiter sagt, sie darum nicht weniger ernst sagt. (Alfred Kerr) Das Heitere wird unterschätzt. Gern wird von den Absurditäten in Sketchen oder Schwänken, die ein großes Publikum … Weiterlesen


16. Jahrgang | Nummer 22 | 28. Oktober 2013

Heimspiele und Weltpremieren

von F.-B. Habel Das traditionsreiche Neubrandenburger Dokumentarfilmfestival firmierte im Oktober zum 22. Mal als dokumentART, als ein Filmfest, das sowohl das Filmdokument als auch den künstlerisch experimentierenden Film aus zahlreichen Ländern der Welt in den Mittelpunkt rückt. Achtmal fand es … Weiterlesen


16. Jahrgang | Nummer 18 | 2. September 2013

Treffen bei „Tassow“

von F.-B. Habel Mit Trauer nehmen vor allem die Zuschauer, die in der DDR ins Kino gingen und hier auch fern sahen, die Tatsache auf, dass zwei große Schauspielerinnen starben, deren Berufung die Bühne war. Susanne Düllmann und Katja Paryla … Weiterlesen


16. Jahrgang | Nummer 16 | 5. August 2013

Der Sponti, der Spanier und Peng!

von F.-B. Habel Karikaturen sind der Ausdruck eines Willens – die guten der Ausdruck des künstlerischen, die schlechten der des nationalen Willens –, und man kann ihnen nicht mit Tinte, nur mit dem Herzen begegnen. Peter Panter Die Weltbühne Nr. … Weiterlesen


16. Jahrgang | Nummer 14 | 8. Juli 2013

Gegen politische Vergesslichkeit

von F.-B. Habel Der Verband der Film- und Fernsehschaffenden der DDR hielt bis zum Ende der DDR alljährlich das Slatan-Dudow-Seminar zu filmästhetischen wie auch filmpolitischen Fragen ab. Der Regisseur und Autor galt in dem Jahrzehnt von 1953 bis 1963 als … Weiterlesen


16. Jahrgang | Nummer 11 | 27. Mai 2013

„Auf dem Ochsenkarren zum Richtplatz“

von F.-B. Habel, Szczecin Wenn die Polen einen Nationalfehler haben, so ist es ihr übergroßer Nationalismus, der sich aus der Geschichte ihres Staates und aus der hundsgemeinen Behandlung herleiten läßt, die sie jahrhundertelang von den Deutschen zu erdulden gehabt haben. … Weiterlesen


16. Jahrgang | Nummer 9 | 29. April 2013

Ziberkopf in Trauer

von F.-B. Habel „Ein aufregendes oder außergewöhnliches oder repräsentatives Leben gelebt und dieses Leben aufgeschrieben: hervorragende Bücher entstanden auf diese Art häufiger als hervorragende Schriftsteller. Erst das zweite Buch, für das sich keine vom Leben vorgezeichnete Fabel anbietet, entscheidet über … Weiterlesen


16. Jahrgang | Nummer 7 | 1. April 2013

Bemerkungen

Frühlingshimmel Laut ruft es aus ziehenden Gänsekeilen dem schlafenden Grün zu, sich zu beeilen. Siegfried Haase Einer, der was zu sagen hatte „Da war einer, der was zu sagen hatte. Und was er sagte, war von einer literarischen Qualität, die … Weiterlesen


16. Jahrgang | Nummer 6 | 18. März 2013

Bemerkungen

Apartheid in Israel Vor einigen Wochen ehrte Das Blättchen Rosa Parks anlässlich ihres 100. Geburtstages – jene farbige Frau, die am 1. Dezember 1955 in Montgomery, Alabama, USA, verhaftet worden war, weil sie sich geweigert hatte, ihren Sitzplatz im Bus … Weiterlesen


16. Jahrgang | Nummer 5 | 4. März 2013

Politisch unkorrekt

von F.-B. Habel Das Ausbluten des kulturellen Lebens in Deutschland nach der „Machtergreifung“ durch die Nazis steht im Mittelpunkt zweier Ausstellungen, die im Februar im Berliner Willy-Brandt-Haus eröffnet wurden. In „Erzwungenes Finale – Ende der Vorstellung“ stellt Kurator Volker Kühn … Weiterlesen


16. Jahrgang | Nummer 4 | 18. Februar 2013

Wettbewerbs-Streiflichter

von F.-B. Habel Mancher meint, dass „der Dieter“, also Berlinale-Chef Dieter Kosslick, längst seinen Zenit überschritten hätte. Doch auch in diesem Jahr findet man in der Königskategorie, dem Wettbewerb, unter seiner Leitung immer wieder Filme, die gesellschaftliche Probleme anreißen oder … Weiterlesen


16. Jahrgang | Nummer 1 | 7. Januar 2013

Bemerkungen

Aufklärerin und Propagandistin „Jeden Tag verneige ich mich vor der Regiekunst der Natur. Je südlicher, um so leuchtender, wilder, berauschender ist das Spiel der Farben, aber auch um so schneller verlischt all der Glanz.“ Diese Sätze schrieb Annelie Thorndike vor … Weiterlesen


15. Jahrgang | Nummer 22 | 29. Oktober 2012

Der Frauenversteher

von F.-B. Habel „Nein – solche Dinge haben keine Fortsetzung. Oder glaubten Sie, wir wollten nun Reihenbändchen herausgeben: ,Rheinsberg – III./IV. Teil’ oder ,Die Claire als Großmama’? Lieber nicht, wie? Aber erinnern – eine Erinnerung muß wohl erlaubt sein.“ Kurt … Weiterlesen


15. Jahrgang | Sonderausgabe | 22. Oktober 2012

„Der musealen Ungenauigkeit begegnen“

von F.-B. Habel Was machte Goethe am 20. Mai 1778? War er in Frankfurt? Italien? Weimar? Nein, an diesem Tage fuhr er die Schönhauser Allee entlang, die damals noch „Chaussee nach Pankow“ hieß und ein Lehmpfad war. Froh, nach fünftägigem … Weiterlesen


15. Jahrgang | Nummer 17 | 20. August 2012

Der (nicht nur) komische Kintopp

von F.-B. Habel Bedeutende Komödianten aus der Zeit vor 100 Jahren kann man heute fast nur noch durch die Beschreibungen der Kritiker jener Zeit beurteilen. Beispielsweise schrieb Ignaz Wrobel in der Schaubühne Nr. 2/1914 in einem Nachruf auf den großen Josef … Weiterlesen


15. Jahrgang | Nummer 10 | 14. Mai 2012

Am Pfaffenteich und an der Neiße

von F.-B. Habel „Die Kalina ist eine ganz besondere Beere, dunkler als die Heidelbeere, und sie ist ganz anders als Holunder“, bemerkte Wladimir Kaminer, der das Filmkunstfest Schwerin eröffnete, bei dem „Roter Holunder“ als Wassili Schukschins Meisterwerk aus dem Jahre … Weiterlesen


15. Jahrgang | Nummer 9 | 30. April 2012

Bemerkungen

Gerhard Polt wird 70 – Was sagt man zu diesem Menschen? Nichts. Am besten nichts. Es ist gescheiter zu warten, bis er was sagt. Erst dann kann man abschätzen, ob er überhaupt was sagen will. Verengen sich seine Pupillen und … Weiterlesen


15. Jahrgang | Nummer 4 | 20. Februar 2012

Die deutsche Berlinale

von F.-B. Habel Die Berlinale ist nicht nur das größte internationale Filmfestival auf deutschem Boden, es ist auch das größte des deutschsprachigen Films. In fast allen Sektionen laufen deutsche Filme, und nicht wenige sind Weltpremieren. Das gilt natürlich in erster … Weiterlesen


14. Jahrgang | Nummer 25 | 12. Dezember 2011

West-Comics und Ost-Bildgeschichten

von F.-B. Habel Im November war es 60 Jahre her, dass die Panzerknacker, diese Bande von Berufsverbrechern, zum ersten Mal in einer amerikanischen Comic-Geschichte auftauchte, um Dagobert Duck, der reichsten Ente der Welt, die Fantastilliarden abzuluchsen. Und vor 50 Jahren … Weiterlesen


14. Jahrgang | Sonderausgabe | 5. Dezember 2011

Im Wirbel von Unmöglichkeiten

von F.-B.Habel Schillers Satz, wonach die Nachwelt dem Mimen keine Kränze flicht, gilt heute nicht mehr unbedingt. Seit über einhundert Jahren ist es möglich, die Leistungen der Schauspieler medial festzuhalten, und so finden sich immer wieder neue Bewunderer darstellender Künstler, … Weiterlesen


14. Jahrgang | Nummer 23 | 14. November 2011

Bemerkungen

Ein deutsches Künstlerleben In der Nacht vom 5. zum 6. April 1944 erhängte sich der Zeichner Erich Ohser in seiner Zelle. Am 6. April sollte vor Roland Freislers „Volksgerichtshof“ gegen ihn und seinen Freund, den Schriftsteller Erich Knauf, verhandelt werden. … Weiterlesen


14. Jahrgang | Nummer 20 | 3. Oktober 2011

Bemerkungen

Herbstbeginn Wenn Motorsensen klangvoll nachgewachsenes Gras und Unkraut  an den Bordsteinen der Fußwege absäbeln, wenn dröhnende Motorsägen das Gesträuch in den Vorgärten auf winterliches Überlebensmaß zurückstutzen, wenn röhrende Laubblasgeräte die gefallenen Blätter zur Straße hin treiben und wenn dann unüberhörbar … Weiterlesen


14. Jahrgang | Nummer 12 | 13. Juni 2011

Star und Leier

von F.-B. Habel Zu einem Kuriosum kam es jetzt im Berliner Zeughauskino, wo mit Unterstützung des Goethe-Instituts eine Reihe mit Agentenfilmen aus der Zeit des Kalten Krieges begonnen hat. Hier hatte ein zweiteiliger sowjetischer Spionagefilm von 1974 seine Premiere für … Weiterlesen


14. Jahrgang | Nummer 6 | 21. März 2011

Bemerkungen

Trostlose Landschaft Hier liegt einer der fruchtbarsten Ackerböden Deutschlands. Die Straße geht fast schnurgerade durch jahrtausendealtes Kulturland. Von Magdeburg in Richtung Harz ist der Wahlkampf spürbar: An den Laternen der Harzvorlanddörfer hängen Wahlplakate. „Alle Kraft für unser Land!“ Das könnten … Weiterlesen


14. Jahrgang | Nummer 5 | 7. März 2011

Bemerkungen

Transatlantischer Lügenbaron So haben ihn uns also die Konzernmedien präsentiert: smart, jung-dynamisch, authentisch und natürlich aristokratisch. Zur Guttenberg’schen Familientradition  gehört es, wie uns eine geschickte PR-Kampagne suggerierte, für seine Prinzipien auch schon mal sterben zu können. Ein Held also, für … Weiterlesen


14. Jahrgang | Nummer 4 | 21. Februar 2011

Zweckentfremdet

von F.-B. Habel Als die Familie Tetzlaff aus dem Ruhrgebiet, allesamt „ein Herz und eine Seele“, beratschlagte, wohin man in den Urlaub fahren sollte, war Else strikt gegen Afrika: „Das macht überhaupt keinen Unterschied, ob man da als Mann hinkommt … Weiterlesen


13. Jahrgang | Nummer 15 | 2. August 2010

BEMERKUNGEN

Duisburg und die Schuld Ein plötzlich untergetauchter Oberbürgermeister, Polizeigewerkschaft und Veranstalter im Clinch und – ach ja: 21 Tote nebst hunderten Verletzten. Das ist die makabere Bilanz der diesjährigen Loveparade in Duisburg. Die Details der Vorgänge, die zu der Massenpanik … Weiterlesen


13. Jahrgang | Nummer 10 | 24. Mai 2010

BEMERKUNGEN

Literarisches Faszinosum Berlin Die deutsch-deutsche Grenze war vor 1989 weder in der Literatur der Bundesrepublik noch in der der DDR ein Thema. Im Westen hatte man sich mit der Teilung einfach abgefunden. Eine Ausnahme bildete die Erzählung „Der Mauerspringer“ des … Weiterlesen


13. Jahrgang | Nummer 4 | 1. März 2010

Echte und falsche Uraufführungen

von F.-B. Habel Eine illustre Jury hatte sich für die 60. Berlinale unter Regisseur Werner Herzog versammelt. Doch manch älterem Berliner war die Anwesenheit von Renée Zellweger egal, weil schließlich auch Conny Froboess wieder mal aus dem Münchner Exil gekommen … Weiterlesen


Des Blättchens 12. Jahrgang (XII), Berlin, 14. September 2009, Heft 19

Kino im Leben

von F.-B. Habel »Merk Otto Brahms Spruch: Wat jestrichen is, kann nich durchfalln.« So erinnerte Kurt Tucholsky in seinen »Ratschlägen für einen guten Redner« an den Berliner Bühnenkünstler, der vor hundert Jahren das Lessing-Theater leitete. Was fürs Theater gilt, kann … Weiterlesen


Des Blättchens 12. Jahrgang (XII), Berlin, 11. Mai 2009, Heft 10

Pinselheinrich in Berlin WW

von F.-B. Habel Walter Plathe läßt für sich schreiben. Nachdem er nicht mehr der »Landarzt« ist, hat er noch mehr Zeit zum Theaterspielen. Und weil er sich sehr für das Andenken an den Berliner Zeichner Heinrich Zille engagiert, bat er … Weiterlesen


Des Blättchens 11. Jahrgang (XI), Berlin, 24. November 2008, Heft 24

Das Zweitwichtigste

von F.-B. Habel Als der Kraftfahrer Fjodor in dem kleinen russischen Provinzstädtchen Barabash den Job des Sportlehrers übernimmt, streift er sich einen Sportanzug über, auf dem unverkennbar die Lettern DDR neben dem bekannten Emblem prangen. Der Moskauer Regisseur Wladimir Kott … Weiterlesen


Des Blättchens 11. Jahrgang (XI), Berlin, 10. November 2008, Heft 23

dokumentART

von F.-B. Habel Zum dreißigsten Mal war Neubrandenburg jetzt Schauplatz eines Filmfestivals. Im Jahre 1978 wurde das Nationale Dokumentarfilmfestival der DDR hier installiert, und seit 1992 hat sich das Festival unter dem Namen dokumentART auch dem internationalen Film geöffnet. Dokumentar- … Weiterlesen


Des Blättchens 11. Jahrgang (XI), Berlin, 13. Oktober 2008, Heft 21

Montage der Attraktionen

von F.-B. Habel Der Geist des Aufruhrs schwebte über dem russischen Lande. Irgendein gewaltiger und geheimnisvoller Prozeß vollzog sich in zahllosen Herzen: Es lösten sich die Bande der Furcht, die Individualität, die eben erst sich selbst erkannt hatte, ging in … Weiterlesen


Des Blättchens 11. Jahrgang (XI), Berlin, 15. September 2008, Heft 19

Lebenswege durch Europa

von F.-B. Habel Das Erinnern ermöglicht das Leben, indem es die Gegenwart mit dem Lichtschein der Vergangenheit umgibt. Orhan Pamuk Um die Erinnerung wachzuhalten, sind Menschen nötig, die sie weitergeben, und solche, die sie weitertragen wollen. Es ist höchste Zeit … Weiterlesen


Des Blättchens 11. Jahrgang (XI), Berlin, 23. Juni 2008, Heft 13

Monolith gegen Massenkultur

von F.-B. Habel Cottbus ist – zumindest manchmal – eine internationale Metropole. Beim dortigen Festival des Osteuropäischen Films treffen sich alljährlich im November wichtige Filmemacher aus Europa, unter ihnen nicht wenige der alten Garde wie István Szábo aus Ungarn, Donatas … Weiterlesen


Des Blättchens 11. Jahrgang (XI), Berlin, 26. Mai 2008, Heft 11

Schreiben mit der Linken

von F.-B. Habel Hier ist es hübsch. Hier kann ich ruhig träumen. Hier bin ich Mensch – und nicht nur Zivilist. Hier darf ich links gehn. Unter grünen Bäumen sagt keine Tafel, was verboten ist. Theobald Tiger, Weltbühne 20/1924 Auch … Weiterlesen


Des Blättchens 10. Jahrgang (X), Berlin, 5. März 2007, Heft 5

Viel Erotik und etwas Sozialkritik

von F.-B. Habel Die einzelnen Sektionen der Berliner Filmfestspiele zeigen viele hundert Filme, allein 22 liefen in diesem Jahr im offiziellen Wettbewerb. Welche soll der Kritiker da für einen repräsentativen Überblick ansehen? In diesem Jahr wurde mein Alptraum wahr. Ich … Weiterlesen


Des Blättchens 9. Jahrgang (IX), Berlin, 16. Oktober 2006, Heft 21

Küßt die Faschisten!

von F.-B. Habel Vor fast genau achtzig Jahren, in der Weltbühne Nr. 19, schrieb Ignaz Wrobel: »Die preußische Schule ist ein Hort der Reaktion. Die preußische Schule tut heute noch das, was sie immer getan hat: sie verdummt und verplattet … Weiterlesen


Des Blättchens 9. Jahrgang (IX), Berlin, 21. August 2006, Heft 17

Das biedere Genie

von F.-B. Habel Ein gutes Couplet ist nicht immer wirkungsvoll und ein wirkungsvolles Couplet ist nicht immer gut. Otto Reutter Vor hundert Jahren tagte im Reichstag noch der Reichstag, doch wer erinnert sich noch an Bülow – der war Reichskanzler … Weiterlesen


Des Blättchens 9. Jahrgang (IX), Berlin, 6. März 2006, Heft 5

Berlinale II

von F.-B. Habel Viel war los im Jahre 1961 – der erste Mensch flog ins All, in Berlin wurde die Mauer gebaut, und in die neue Golzower Schule im Oderbruch kamen Lernanfänger, die weltbekannt werden sollten. Winfried und Barbara Junge … Weiterlesen


Des Blättchens 8. Jahrgang (VIII), Berlin, 21. November 2005, Heft 24

Löcherkäse und Klassenjustiz

von F.-B. Habel »Es war einmal ein Vertrag zwischen einer Filmgesellschaft und einem Autor, der wurde von der Gesellschaft anständig und sauber erfüllt. Das war kurz vor der Erfindung der Fotografie«, beklagte sich Peter Panter alias Kurt Tucholsky in der … Weiterlesen


Des Blättchens 8. Jahrgang (VIII), Berlin, 1. August 2005, Heft 16

Der alte Junge

von F.-B. Habel Vor wenigen Wochen diskutierte Winfried Junge mit dem Publikum des Babylon Berlin (wie das bisherige Berliner Filmkunsthaus jetzt heißt). Er erklärte, dachte nach, wägte ab – und fing plötzlich an zu sprudeln, als er nach seinen Filmplänen … Weiterlesen


Des Blättchens 8. Jahrgang (VIII), Berlin, 28. Februar 2005, Heft 5

Wie diskutiert man richtig?

von F.-B. Habel Auch wenn die Berlinale in diesem Jahr wieder an Umfang verloren hat, ist sie mit ihren sechs Sektionen noch immer eines der größten Filmfestivals der Welt und naturgemäß auch ein Podium für den deutschen Film. Da gab … Weiterlesen


Des Blättchens 7. Jahrgang (VII), Berlin, 8. November 2004, Heft 23

Kritikerergänzung

von F. B. Habel Jens Knorrs Einschätzung des neuen Hitler-Bildes im Film im Blättchen 22/2004 ist wenig hinzuzufügen, wenngleich ich statt Hitler immer Bruno Ganz vor mir sah, der sich der Kunst der Maskenbildner anvertraute. Den letzten Tagen im Führerbunker … Weiterlesen


Des Blättchens 7. Jahrgang (VII), Berlin, 13. September 2004, Heft 19

Bornholmer Paradies

von F.-B. Habel Die Bösebrücke, die auf der Bornholmer Straße die Berliner Bezirke Wedding und Prenzlauer Berg verbindet, wurde nach dem Antifaschisten Wilhelm Böse benannt, aber der Volksmund nennt sie die Bornholmer Brücke. Nie werde ich die Kleingärtner auf der … Weiterlesen