Immer noch gesucht: Mitstreiter
Das Blättchen-Team wirbt erneut um weitere Mitstreiter in der Redaktion.
Nach wie vor gilt, dass Erfahrungen im Journalismus, in der Germanistik oder einer vergleichbaren Sphäre keine Voraussetzung für eine Mitarbeit wären, wohl aber die Beherrschung der deutschen Sprache sowie praktische Fertigkeiten in digitaler Textverarbeitung.
Die Arbeitsweise der Redaktion erläutern wir gern im persönlichen Gespräch.
Angemessene Einarbeitung ist garantiert.
Weil für Letzteres sowie generell für die Zusammenarbeit räumliche Nähe hilfreich wäre, bevorzugen wir Bewerbungen aus Berlin und dem nahen Brandenburger Umland.
Trauen Sie sich und melden sich bei Interesse per E-Mail an: redaktion@das-blaettchen.de.
Wankt des Wertewestens Weltbild wirklich?
Da hat der kanadische Premierminister Mark Carney beim Weltwirtschaftsgipfel dem versammelten Wertewesten doch in aller Öffentlichkeit die Leviten gelesen und die so gern wie häufig beschworene regelbasierte internationale Ordnung, deren Regeln der Westen nicht nur definiert hatte, sondern auch noch hochhielt, vom Sockel gestoßen und als das bezeichnet, was sie immer schon war – eine, so Carney, „Fiktion“. Der Kanadier beichtete: „Wir wussten, dass die Geschichte der regelbasierten internationalen Ordnung teilweise falsch war, dass sich die Stärksten bei Bedarf selbst davon ausnahmen, dass Handelsregeln asymmetrisch durchgesetzt wurden. Und wir wussten, dass das Völkerrecht je nach Identität des Angeklagten oder des Opfers mit unterschiedlicher Strenge angewendet wurde.“ Und: „[…] wir haben das Schild ins Fenster gestellt. Wir haben an den Ritualen teilgenommen und es weitgehend vermieden, auf die Diskrepanz zwischen Rhetorik und Realität hinzuweisen.“ Anschließend forderte Carney sein Publikum auf, „die Realität beim Namen zu nennen […] – ein System, das die Rivalität zwischen den Großmächten verschärft, in dem die Mächtigsten ihre Interessen verfolgen und wirtschaftliche Integration als Zwangsmittel einsetzen.“
In diesem Zusammenhang deutlich mehr Butter bei die Fische lieferte Nicole Deitelhoff, Leiterin des Leibniz-Instituts für Friedens- und Konfliktforschung, jüngst in einem Spiegel-Essay: „Allein seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs haben die USA mindestens zehnmal in Latein- und Südamerika interveniert, teils verdeckt, teils ganz offen militärisch. […] Die USA haben die gegenwärtige Weltordnung nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs maßgeblich mitgeprägt, aber zu ihren aufrechtesten und treuesten Mitgliedern haben sie nie gehört: Sie haben nicht nur immer wieder gegen das Gewaltverbot verstoßen, sie sind vielen Regelwerken und Organisationen gar nicht erst beigetreten oder haben sie verlassen, wie mehrfach die Unesco. […] Im Namen nationaler Sicherheit haben die USA immer wieder zu Lug und Betrug gegriffen, um Krieg zu rechtfertigen, man denke nur an 2003, als unter dem Vorwand von Chemiewaffenlaboren, die es nicht gab, der Irak angegriffen und ins politische Chaos gestürzt wurde.“
Nichts im aktuellen Verhalten Washingtons ist also wirklich neu, doch einen entscheidenden Unterschied gibt es trotzdem: „In dem Moment aber“, so Deitelhoff, „in dem der regelbrechende oder betrügende Partner den Betrug nicht mehr verschleiert oder als Ausnahme rechtfertigt, sondern sich mit ihm brüstet, kommt der Betrogene nicht mehr umhin, den Regelverstoß anzuerkennen und Konsequenzen zu ziehen. Das ist der entscheidende Unterschied im Verhalten der Trump-Regierung gegenüber dem ihrer Vorgänger.“
Nun machen zwei Schwalben allerdings noch keinen Sommer. Damit Selbsterkenntnis möglicherweise der erste Schritt zur Besserung werden könnte, müssten deren Einlassungen ja mindestens zum wertewestlichen Gemeingut werden.
Ob das jemals der Fall sein wird?
Ich bin da zwar höchst skeptisch, doch es soll ja auch Optimisten geben: „Never Say Never Again – Sag niemals [wieder] nie“! (James Bond)
Heinrich Heine
„Gott versah uns mit zwei Händen,
dass wir doppelt Gutes spenden;
nicht um doppelt zuzugreifen
und die Beute aufzuhäufen
in den großen Eisentruhn,
wie gewisse Leute tun –
(ihren Namen auszusprechen
dürfen wir uns nicht erfrechen –
hängen würden wir sie gern,
doch sie sind so große Herrn,
Philanthropen, Ehrenmänner,
manche sind auch unsre Gönner,
und man macht aus deutschen Eichen
keine Galgen für die Reichen.)“
Solches dichtete der große Heinrich Heine als Bestandteil eines weit umfangreicheren Opus‘, das in diesem Magazin komplett bereits in der Ausgabe 15/2014 zu lesen war. Die Aktualität frappiert immer wieder.
Am 17. Februar 2026 jährte sich der Todestag des lebenslang ins Exil Getriebenen zum 170. Male. Das war Volker Brauch Veranlassung zu einer nicht zu knappen Reminiszenz in angemessen laudatorischem Duktus – siehe Ossietzky 3/2026.
WerteWirrWarr
Der Philosoph Franz Josef Wetz wendet sich einer Reihe von Fragen zu, die unsere Gesellschaft beschäftigen – und teilweise zutiefst spalten: „Wie viel Gemeinschaft braucht der Einzelne? Wie viel Gemeinschaft braucht die liberale Demokratie, um bestehen zu können? […] Wie viel Freiheit erträgt der Einzelne […]? Wie viel Gleichgültigkeit ihrer Bürger verträgt die Liberale Demokratie?“
In dem dazu vorgelegten Buch untersucht der Autor ethische Standards unserer pluralistischen Gesellschaft und Weltordnung in fünf Kapiteln.
Im ersten – „Grenzen des Pluralismus“ – stellt Wetz die provokante These auf, dass die offene Gesellschaft nur als geschlossene Gesellschaft möglich ist, denn nur unverhandelbare Wertekomplexe (insbesondere Selbstbestimmung, Sozialteilhabe und Fürsorge) würden Freiheit und Vielheit garantieren. Jeder Verstoß dagegen verdiene keine Nachsicht, allerdings dürfe sich eine zivilisierte Kritik an anderen Auffassungen eben nur mit diesen Positionen auseinandersetzen, jedoch nicht gegen Personen richten, die entsprechende Haltungen vertreten.
Im zweiten Kapitel – „Die höchsten Werte in theoretischer Bedrängnis“ – erläutert der Autor die Geschichte der Begriffe Menschenwürde und Menschrechte von der Antike bis in unsere Zeit. Er schreibt damit sowohl eine Kultur- als auch eine Politikgeschichte dieser Begriffe und geht auf die jeweils in ihrer Zeit vorhandenen Kritiken an ihnen ein.
Das dritte Kapitel – „Argumente für Solidarität“ – ringt mit der Frage, wie sich solidarisches Handeln begründen lässt, wenn die Notleidenden nicht zum näheren Umfeld gehören und zu ihnen keine emotionale Bindung besteht. Jeder Mensch solle sich selbst fragen: „Welcher Mensch möchtest Du eigentlich sein? Ein hilfsbereiter, gleichgültiger oder egoistischer Zeitgenosse?“
„Gottlose Moral. Wie viel Religion braucht Ethik?“, so das vierte Kapitel, in dem Wetz zeigt, dass sich Werte letztendlich weder über Gott noch über Ethik begründen lassen. Zum Beispiel könnten die gleichen Einwände, die gegen eine religiöse Interpretation der Menschenwürde sprächen, auch gegen vernunftphilosophische Auslegungen vorgebracht werden. Auch Normen oder Gebote wie „Du sollst nicht töten“ ließen sich nicht als moralisch richtig begründen. (Es ließen sich aber gute Gründe finden, warum der einzelne solche Maximen akzeptieren und befolgen sollte).
Provokant seine Umkehrung der üblichen These, „wenn es keinen Gott gäbe wäre alles erlaubt“. Für Wetz gilt „Gerade wenn es Gott gibt, scheint alles erlaubt zu sein.“ Da die Durchsetzungskraft jeder Ethik gering sei, könne sich eine Gesellschaft nur rechtlich schützen.
Im abschließenden fünften Kapitel wird die „Selbstbehauptung menschlicher Sinnwelten“ untersucht und dabei kritisch hinterfragt, ob sich Kultur und Ethik naturwissenschaftlich rekonstruieren lassen.
Fazit: „Ohne einen Kernbestand ethisch begründeter Werte kann keine Gesellschaft dauerhaft bestehen.“
Auch ohne einen Kernbestand an philosophischem Wissen lässt sich das Buch verstehen, allerdings muss die Leserschaft bereit sein, sich auf trockene philosophische Argumentation einzulassen.
Franz Josef Wetz: WerteWirrWarr. Das Unverzichtbare in unversöhnlichen Zeiten, Alibi Verlag, Aschaffenburg 2025, 176 Seiten, 15,00 Euro.
Schon wieder mal seine Unschuld verloren …
… hat das öffentlich-rechtliche Fernsehen. Im aktuellen Falle in Gestalt des heute journals (ZDF). In der Sendung vom 15. Februar 2026 – moderiert von Dunja Hayali – waren zwei KI-generierte Video-Szenen eingespielt worden, ohne diese zu kennzeichnen.
Der offiziellen Entschuldigung des Senders zum Trotz darf – wenn nicht muss – man sich am Ende jeder Sendung nunmehr fragen: „Und – was davon war heute gefaked?“
Der Dichter*, was spricht er?
An allem Unfug, der passiert,
sind nicht nur die schuld, die ihn tun,
sondern auch die, die ihn nicht verhindern.
Erich Kästner
Alles mag man fürchten,
nur nicht, was man bekämpft.
Bettina von Arnim
Schämen sollen sich die Menschen,
die sich gedankenlos der Wunder der Wissenschaft und Technik bedienen
und nichts mehr davon geistig erfaßt haben
als die Kuh von der Botanik der Pflanzen, die sie mit Wohlbehagen frißt.
Albert Einstein
Es glaubts kein Mensch, was der Mensch alles braucht,
bis er halbwegs einem Menschen gleichsieht.
Johann Nepomuk Nestroy
Ach, mein Sohn, schlecht ist es,
wenn die Menschen nicht mit dem Verstand,
sondern mit Reichtum glänzen.
Tschingis Aitmatow
Wenn ein Gedanke, der die Menschheit ehrt,
Den Sieg errang, so war‘s der Mühe wert.
Ludwig Uhland
Von nichts wird man so rasch alt wie von der Faulheit.
Miguel Angel Asturias
Weißt du, was das sicherste Anzeichen von Verliebtheit ist?
Wenn man an dem anderen keinen Fehler mehr findet.
Christa Wolf
Ich gehe einfach den Weg, den ich vor mir rechtfertigen kann,
nicht den, welchen mir irgendeine abgeschmackte Sentenz vorschreibt.
Christian Morgenstern
Es ist ja doch nun einmal nicht anders:
Die meisten Menschen leben mehr nach der Mode als nach der Vernunft.
Georg Christoph Lichtenberg
Verstand ist die beste Vaterlandsliebe.
Arnold Zweig
* – „Der Dichter“ in dieser Rubrik ist durchaus wörtlich, doch zugleich nicht minder als Metapher zu verstehen, denn es können auch Maler, Komponisten und andere originell Denkende zu Wort kommen …
Geheimnisvoll und flüchtig
Ein musikalisches Kleinod ist die junge kanadische Musikerin Ambre Ciel mit ihrem Debütalbum „still, there is the sea“ gelungen.
Ein Album, das zwar nur wenig mehr als dreißig Minuten Hörgenuss bietet … doch dieser Genuss stellt sich schon nach wenigen Takten ein. Ihre atmosphärisch dichten Songs, die sich im Spannungsfeld des ätherischen Liedgutes der Liedermacherin Enya und des Komponisten Claude Debussy sowie des Minimal-Musik-Gurus Philipp Glass bewegen, sind ein akustischer Leckerbissen.
Der private Umzug in eine ruhige Wohnung in der kanadischen Millionenstadt Montreal schuf für Ambre Ciel die Gelegenheit und Motivation, ihre kompositorischen und gesanglichen Kompetenzen auf ein Albumprojekt zu fokussieren. Ihre Fantasien bekamen Noten und eine Simme. Und Ambre Ciel lässt uns eintauchen in ihr kammermusikalisches Kunstwerk.
Apropos eintauchen: „Der Albumtitel entstand ganz zum Schluss, als mir klar wurde, dass das Element Wasser sich wie ein roter Faden durchzieht – in den Texten und […] in den Melodien der Streicher.“ (O-Ton Ambre Ciel)
Textlich wechselt die Künstlerin zwischen Französisch, ihrer ursprünglichen Sprache, und Englisch. Neben ihrer Stimme sind das Klavierspiel und die Streicherpassagen herausragend. Ob ihre Musik bis in den Himmel („Bernstein-Himmel“ – so die Übersetzung des Künstlernamens) reicht, soll hier offen bleiben. Auf jeden Fall überragt sie die (Gedanken-)Schwere des Erdenlebens.
Fragile Musik mit Tiefgang ist wohl die passende Kurzbeschreibung für die Musik von Ambre Ciel. Die Künstlerin selbst urteilt so: „Musik verbindet uns, über alle Unterschiede hinweg. Sie erschafft eine Welt, in der ich leben möchte; eine geheimnisvolle, flüchtige, aber bedeutungsvolle Welt.“
Es handelt sich zweifelsohne um den vielversprechenden Anfang einer hoffentlich noch lange währenden Künstlerkarriere …
Ambre Ciel: still, there is the sea, CD 2025, Label: Gondwana Records/Indigo; ca. 16,99 Euro.
Aus dem Rönschschen Panoptikum
Dental total frontal
Unser angeblicher Sozialstaat sorgt für die Reichen wie für niemanden sonst. Ein empörend niedriger Spitzensteuersatz, die total ungerechten Beitragsbemessungsgrenzen und windige Eigenbedarfsklagen von Hausbesitzern sind nur drei Beispiele.
Nun hat der CDU-Wirtschaftsrat zähnefletschend den nächsten Anschlag auf die Armen vorgeschlagen: Die sollen den Zahnarzt gefälligst selber bezahlen und damit nicht die Sozialversicherungen belasten. Das Gremium einer Partei, die sich einst zur sozialen Marktwirtschaft bekannte, will also erreichen, dass der soziale Status auch in der Mundhöhle zu erkennen ist. Denn die Reichen schütteln sich mal kurz, wenn die Abbuchung des Zahnarztes auf dem Konto erscheint – für die Armen aber würde der Lebenskampf noch schwerer. Sie müssten sich dann entscheiden, ob ihnen die Sanierung der Mundwerkzeuge wichtiger ist als das neue größere Kinderbett oder Lebensqualität (Sportclub, Theater, Kino, Freibad et cetera).
Der Vorschlag wird nicht durchkommen, doch man nimmt ihn mit einer Mischung aus Wut und Dankbarkeit entgegen. Dankbarkeit dafür, dass jemand die Maske fallen ließ und sein Raubtiergebiss zeigte.
Die da oben
Die jetzt unser Land regieren
Und es wortreich ruinieren,
Wollen wir nicht länger loben,
Die da oben.
Müssen wir für all das zahlen,
Etwa bei den nächsten Wahlen?
Sind dann die, die jetzt so toben,
Die da oben?
Medien-Mosaik
Im Vorfeld der Ersten Weltkriegs ist Stefan Zweigs Novelle „Ungeduld des Herzens“ in der k.u.k.-Monarchie angesiedelt, in der ein leichtlebiger junger Leutnant in einer unheilbar Kranken Liebeshoffnungen erweckt, sich dann von ihr abwendet und sie damit ins Verderben stürzt. Der Stoff um widerstreitende Gefühle und Offiziersehre wurde mehrfach verfilmt, unter. anderem 1946 mit Lilli Palmer und Albert Lieven in Großbritannien, 1979 mit Marie-Hélène Breillat und Mathieu Carrière in Frankreich. Jetzt hat der Münchner Regisseur Lauro Cress die Vorlage für eine weitere Adaption und zugleich sein Kino-Debüt gewählt, indem er die alte Geschichte auf ihre Aktualität untersuchte und ins Hier und Heute verlegte. Bornierte Militärs und die Gefahr von Kriegen in Mitteleuropa machen den neuen Film auch 2026 spannend, der schon 2024 gedreht wurde und 2025 Preise auf Festivals in Saarbrücken, Schwerin und Zgorzelec gewann und der für die Gegenwart viel zu bedenken gibt. Der Regisseur, der Erfahrung bei Musikvideos und Werbung sammelte, besticht mit moderner Optik und verliert auch nicht die leise Ironie der Vorlage aus dem Blick. Mit den Neulingen Ladina von Frisching und Giulio Brizzi hat er überzeugende Protagonisten für die Hauptrollen gewonnen.
„Ungeduld des Herzens“, Regie und Drehbuch (Mit-Autor): Lauro Cress; seit 5. Februar 2026 in zahlreichen Kinos
*
Im Dezember jährte sich der Start der beliebtesten DDR-Comic-Zeitschrift MOSAIK zum 70. Mal. Schöpfer Hannes Hegen (bürgerlich: Johannes Hegenbart) wäre im vergangenen Mai 100 Jahre alt geworden. Aus diesem Anlass erschien ein neues Heft mit seinen originalen Helden, den Digedags. Das für 1964 vorgesehene Heft 90 „Das Duell an der Newa“ war wegen einer Konroverse zwischen Schöpfer und Verlag seinerzeit nicht mehr produziert worden. Doch das vollständige (gemeinsam mit Lothar Dräger erarbeitete) Manuskript wurde in Hegens Nachlass gefunden und nun von den verdienten MOSAIK-Zeichnern Ulf S. Graupner und Steffen Jähde ganz in Hegens Stil mit Zeichnungen und Wimmelbildern zum Leben erweckt. Es gehört zur Serie um den U-Boot-Erfinder Wilhelm Bauer.
Den Chefs des herausgebenden Verlags Junge Welt wurde die Serie damals angeblich zu klamaukig, doch der wahre Grund war wohl, dass Adel und Bürgertum eine große Rolle spielten, nicht jedoch die Arbeiterklasse.
Auch Heft 91 („Das Konzert unter Wasser“) konnte auf die gleiche Weise zum Abschluss gebracht werden und ist gerade im MOSAIK-Verlag erschienen. Endlich wird die Erfinder-Serie damit zu einem Ende gebracht und auf die nächste Reise der Digedags (mit dem legendären Ritter Runkel) hingewiesen.
Verlagsseitig regelmäßig weiter verfolgt werden die Abenteuer der Abrafaxe – aktuell mit einer neuen spannenden und weiterbildenden Serie aus dem Prag von Rabbi Löw und Johannes Kepler um 1600.
Mosaik von Hannes Hegen: „Das Duell an der Newa“ und „Das Konzert unter Wasser“, MOSAIK-Verlag Steinchen für Steinchen, je 24 Seiten, je 15:00 Euro.
Aus dem Reich der Phantasie, der Mystik und der Magie
„Der Surrealismus beruht auf dem Glauben an die höhere Realität gewisser, bisher vernachlässigter Assoziationsformen, an die Allmacht des Traumes, an das unvoreingenommene Spiel der Gedanken“, schrieb André Breton, der als einer der Väter und als intellektueller Spiritus Rector dieser internationalen Kunstform des frühen 20. Jahrhunderts gilt.
102 Jahre nach dem „Ersten Manifest des Surrealismus“ Bretons aus dem Jahre 1924 eröffnet die Ausstellung „Max Ernst bis Dorothea Tanning. Netzwerke des Surrealismus“ neue Einblicke in die weitverzweigten Beziehungsgeflechte von Künstlern, Händlern und Sammlern, die dem Surrealismus anhingen.
Ausgangspunkt der Präsentation ist ein zweijähriges Forschungsprojekt des Landes Berlin und der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, das die Provenienzen von 100 Werken der Sammlung Ulla und Heiner Pietzsch untersucht, einer Sammlung die 2010 als Geschenk der Eigentümer an das Land Berlin ging und heute zum Bestand der Neuen Nationalgalerie gehört.
Die Ausstellung zeichnet die ereignisreichen Wege von 26 der untersuchten Gemälde und Skulpturen nach, die von Paris, dem Ursprungsort der surrealistischen Bewegung, über Brüssel und andere europäische Städte, durch die Nazizeit, in der Surrealismus als entartet galt und ein Teil der Kunstwerke, die den Deutschen in die Hände fielen, dieses Verdikts wegen vernichtet wurde, und durch den Zweiten Weltkriegs bis nach Südamerika und ins amerikanische Exil reichten. Die Biografien der einzelnen Objekte erzählen von Freundschaften, Sammelleidenschaften und Handelsverbindungen ebenso wie von Verlust, Verfolgung und Neubeginn. „Einer der Glücksfälle“, so berichtete Ingeborg Ruthe in der Berliner Zeitung, „betrifft Massons aus Farbe und Sand gemaltes abstraktes Motiv ‚Jäger‘: Es war in Paris beschlagnahmt worden, Hitlers Kunstagenten hatten es mit der Registriernummer KA 108 und einem Kreuz markiert, was ‚Vernichten!‘ bedeutete. Aber es fand sich nach dem Krieg im Sammellager des Museums Jeu de Paume, wurde 1947 an die emigrierte jüdische Sammlerfamilie Kann zurückgegeben. Die brachte das Bild in den Kunstmarkt, wo Ulla und Heiner Pietzsch es Jahre später erwarben.“
Über die Geschichte des einzelnen Werkes hinaus geben Exponate der Ausstellung einen Einblick in die facettenreichen Netzwerke der surrealistischen Bewegung sowie die politischen Herausforderungen der Zeit.
„Max Ernst bis Dorothea Tanning. Netzwerke des Surrealismus. Provenienzen der Sammlung Pietzsch“; Neue Nationalgalerie, Potsdamer Str. 50, 10785 Berlin; Di und Mi 10-18/Do 10-20/Fr-So 10-18 Uhr; noch bis 08.04.2026.
Film ab
Dem Streifen „Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke“ zugrunde liegt das gleichnamige Buch von Joachim Meyerhoff, und jenem, da bedarf es keiner seherischen Fähigkeiten, ist eine vergleichbar große Fangemeinde wie der Vorlage gewiss. Unsere 15-Uhr-Vorstellung in einem Berliner Stadtrandkino an einem Mittwoch, als der Streifen bereits seit drei Wochen über die Leinwand flimmerte, war jedenfalls rappelvoll.
Die Kritiken hatten sich ja auch förmlich überschlagen:
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„Simon Verhoevens ‚Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke‘ […] feiert die Schauspielkunst. Senta Berger brilliert darin als Diva – diese Literaturverfilmung muss man sehen.“ (Martina Knoben, Süddeutsche Zeitung)
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„Können Sie mit Ihren Brustwarzen lächeln? Schwierig, oder? Findet auch Joachim (Bruno Alexander), als seine Schauspieldozentin (Karoline Herfurth) an der renommierten Otto-Falckenberg-Schule ihn mit erwartungsvollem Blick darum bittet. Überhaupt ist es herrlich absurd, wie sich die Lehre dort gestaltet. Wann hat man schon mal jemanden über die Bühne kriechen sehen, um als Nilpferd eine Szene aus Theodor Fontanes Evergreen ‚Effi Briest‘ zu spielen?“ (Jens Balkenborg, Frankfurter Allgemeine)
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„Senta Berger verkörpert genau die Grandezza, die man von Joachims Oma erwartet, eine auffällige Mischung aus Großzügigkeit und Stil, umsorgend und streng.
Der Film hat nur wenige Schauplätze – die verschiedenen Räume der Otto-Falckenberg-Schule, das Haus der Großeltern, das genauso kultiviert und angejahrt wirkt wie seine Bewohner, das immer gleiche Stückchen Natur als Spaziergangsfläche. In diesen Bereichen dirigiert Verhoeven ein großartiges Ensemble.“ (Cornelia Geißler, Berliner Zeitung)
Und nichts davon ist übertrieben.
„Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke“, Regie und Drehbuch: Simon Verhoeven; derzeit in den Kinos.
Ist die Menschheit noch zu retten?
In dieser Rubrik versammeln wir ab sofort und in unregelmäßiger Abfolge Indizien, die den Verdacht nähren, dass, die gestellte Frage zu bejahen, von falschen Voraussetzungen ausginge.
Gern werden dafür auch Hinweise unserer geschätzten Leserschaft entgegengenommen; bitte per Mail – und in jedem Falle mit Link zur entsprechenden Quelle – an: redaktion@das-blaettchen.de.
„Der César-Preisträger Pierré Niney, der als Schauspieler schon Yves Saint Laurent und den Grafen von Monte Christo dargestellt hat, niest in ein Taschentuch und witzelt in einem Interview mit dem YouTuber Antton Racca, ob seine Sekrete versteigert wohl auch so viel einbrächten wie vor 18 Jahren ein Taschentuch von Scarlett Johansson. Das ging für 4500 Euro weg. Niney schätzte, seines würde gerade mal auf fünf Euro kommen. Doch er vertat sich, denn Racca stellte das Ding aus Spaß für einen Euro bei Ebay ein – und rasch stand das Schnupftuch des Franzosen bei 100.000 Euro.“
Längst vergessen?!
Fundstücke aus DDR-Jahrgängen der Weltbühne, die dank einer Spende aus Leserhand nunmehr im Blättchen-Archiv stehen.
Glashaus und Balken
Wer die kleinen alltäglichen Tricks dokumentieren wollte, mit denen zwischen Saar und Oder Personen und Institutionen derzeit Ihre Geschichte ein wenig aufbessern wollen, säße alsbald inmitten eines ansehnlichen Archivs. Manche Unverfrorenheit besitzt freilich ein Ausmaß, das ihr eine beschränkte Denkwürdigkeit sichert. Zum Beispiel das Vorgehen der Redaktion der „Saarbrücker Zeitung“, die in der einstigen DDR zwar nicht gelesen wurde, aber dem Namen nach doch gut bekannt war.
In deren Leitartikel wurde gegen Ende des verflossenen Jahres eine Journalistenschelte veranstaltet, die alle aufs Korn nahm, die aus der Schar der BRD-Journalisten „im Zuge der Entspannungspolitik selbst einseitig über die einstige DDR berichtet“ haben und nun „nicht den Mut zur selbstkritischen Abrechnung aufbringen“. „Honecker-Hofierung“ fällt da als Stich- und (im um wahrsten Wortsinn) Schlagwort. Eben! Und da fällt mir ein: Als Erich Honecker Generalsekretär der SED geworden war, brachte sich die „SZ“ zunächst durch ihren – inzwischen verstorbenen – stellvertretenden Chefredakteur bei dem neuen Mann in freundliche Erinnerung. Erich Voltmer beschrieb eine „Begegnung vor 40 Jahren“.
Im Februar 1977 war es dann soweit: Drei Zeitungsnummern lebte das Blatt seitenweise von einem Interview mit dem „Generalsekretär und Vorsitzenden des Staatsrates“, ließ vor allem ihn zu Wort kommen und darauf eine ausgiebige Schilderung des Zustandekommens und Hergangs des Zusammentreffens folgen. Dann wurden tagelang Leserstimmen und Presse-Kommentare „nachgeschoben“, die den Glanz frischhalten sollten, den E. H. auf die Zeitung geworfen hatte. Anderthalb Jahre später, im Juli 1978, folgte das nächste Interview. Im Frühjahr 1984 meldete die Saarbrücker Redaktion, daß der damalige saarländische Ministerpräsident eine Einladung an E. H. ausgesprochen habe, seine Geburtsheimat zu besuchen. „Nicht nur zum beiderseitigen Nutzen der Wirtschaft, sondern auch und vor allem zum Wohle der Menschen“, wie der Saar-Regent bei dieser Gelegenheit gesagt hatte. Ostern 1986 unterhielt die „SZ“ schließlich ihre Leser fast ganzseitig mit einem Artikel unter dem Titel „Souverän hinter kleinbürgerlicher Fassade – wie westdeutsche Politiker Erich Honecker erlebten“.
Um nicht mißverstanden zu werden: Niemandem, der sich in der Zeit des kalten Krieges und während der langen Jahre, in denen an der Überwindung seiner Folgen gearbeitet wurde, ein Verdienst um friedliche zwischenstaatliche Zustände erworben hat, soll dieses Verdienst abgesprochen werden. Doch den „Unrechtscharakter der SED-Herrschaft“, den West-Journalisten nach der Klage der „SZ“-Redaktion verschwiegen, den dürfte doch nicht gerade eine Zeitung enthüllt haben, die sich an der DDR-Staatsspitze derartiger Vorzugsbehandlung erfreute wie eben jenes Blatt, dessen Redakteure um sich und E. H. das feste Band der Herkunft aus derselben Gegend schlangen.
Wer im Glashaus oder wem der Balken im eigenen Auge sitzt, sollte doch mal das Maul halten können.
Die Schreibweise des Originals wurde beibehalten.
Leider ist es der Redaktion nicht gelungen, den Autor zu identifizieren, um seine Zustimmung zu diesem Nachdruck einzuholen. Wir bitten daher darum, sich gegebenenfalls mit uns in Verbindung zu setzen.
Aus anderen Quellen
Mit Blick auf den Ukraine-Krieg konstatiert Erich Vad: „Ein nachhaltiger Frieden ist nur möglich, wenn bei allen Konfliktparteien das vitale Interesse an einer friedlichen Lösung größer ist als das an einer Fortsetzung des Krieges. Davon kann derzeit keine Rede sein […].“ Und: „Zur Lösung gehören das gegenseitige Verstehen der Interessenlage des anderen, das Sich-Hineinversetzen in die strategische Perzeption und Position des Gegners, politischer Dialog und Interessenausgleich sowie die Suche nach einem für alle Seiten ‚vorteilhaften Frieden‘– wie es Clausewitz sagte.“
Erich Vad: Waffenstillstand ist nicht Frieden, Berliner Zeitung (Print), 04.02.2026. Zum Volltext hier klicken.
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Unter Anspielung darauf, dass Bundeskanzler Friedrich Merz kürzlich in einer Regierungserklärung den Satz fallen ließ, „Deutschland und Europa müssten wieder […] ‚die Sprache der Machtpolitik‘ lernen“, vermerkt Rolf Mützenich: „Ich befürchte allerdings, dass die heutigen Akteure unter ‚Macht‘ vor allem militärische Fähigkeiten verstehen und dass wirtschaftliche, diplomatische, kulturelle, normative oder institutionelle Instrumente allenfalls an zweiter oder dritter Stelle kommen. Vor diesem Hintergrund wirft die Aussage von Friedrich Merz […] die Frage auf, ob Europa die Machtpolitik à la Putin und Trump nachahmen sollte oder ob wir ein alternatives und modernes Verständnis von Machtpolitik entwickeln können.“
Rolf Mützenich: Rückkehr der Machtpolitik, ipg-journal.de, 05.02.2026. Zum Volltext hier klicken.
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Zum Erdrutschsieg der rechten japanischen Premierministerin Sanae Takaichi bei den Neuwahlen im Januar 2026 bemerkt Sven Saaler: Takaichi werde „überdenken müssen, ob sich ihr provokanter Kurs in der Außenpolitik aufrechterhalten lässt. Die Regierungschefin hatte kurz nach Amtsantritt erklärt, dass eine Krise um Taiwan für Japan eine existenzbedrohende Situation darstellen könnte, die Japans militärisches Eingreifen erforderlich machen würde. Laut Umfragen unterstützt eine Mehrheit der Bevölkerung eine harte Haltung gegenüber China. Offensichtlich befeuert diese Art des konfrontativen Auftretens gewisse nationalistische Reflexe, auch wenn sie angesichts der militärischen und wirtschaftlichen Abhängigkeit vom Außenhandel – China ist Japans größter Handelspartner – einen gewissen Realitätsverlust erkennen lässt.“
Sven Saaler: Gefährlicher Kurs, ipg-journal.de, 10.02.2026. Zum Volltext hier klicken.
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„Die USA bestimmen wie eh und je die globale Agenda“, so Benoît Breville, „indem sie befreundete Regierungen fördern, Gegner stürzen und sich durch Einschüchterung, Erpressung oder Gewalt die Rohstoffe anderer Länder aneignen. Zwischen 1776 und 2019 waren die Vereinigten Staaten an 392 Militärinterventionen im Ausland beteiligt, seit 1945 waren es mehr als 200, davon 114 seit Ende des Kalten Kriegs. Im Zeitraum 1946 bis 2000 nahmen sie aktiven Einfluss auf Wahlen in 81 Ländern, der anderswo als Einmischung bezeichnet wird.“
Benoît Breville: Europa unter Trump, monde-diplomatique.de, 12.02.2026. Zum Volltext hier klicken.
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Zur Zuspitzung der Lage auf Kuba fasst Bert Hoffmann zusammen: „Die Dramatik der Krise lässt sich kaum überzeichnen. Die USA blockieren praktisch sämtliche Öllieferungen nach Kuba. Bei Diesel, Benzin und Kerosin ist die Karibikinsel zu 100 Prozent auf Importe angewiesen. Ohne Diesel fährt kein Laster mehr, Lebensmittel kommen nicht in die Städte, kein Sauerstoff ins Krankenhaus. […] Die Strategie ist eindeutig: Erdrosselung.“
Bert Hoffmann: Im Würgegriff, ipg-journal.de, 19.02.2026. Zum Volltext hier klicken.
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„In Talkshows, Leitartikeln und Faktenchecks“, so Johannes Schirrmeister, „dreht sich seit Jahren die Debatte fast ausschließlich um ‚Verschwörungstheoretiker‘ und deren angebliche Realitätsferne. Weit weniger diskutiert wird das psychologische und politische Gegenstück. Nämlich Menschen, die im Namen der ‚Vernunft‘ jede Vorstellung organisierten Machtmissbrauchs reflexhaft als Spinnerei abtun. Selbst dort, wo Korruption, interne Absprachen und systematische Lügen längst dokumentiert sind.“
Johannes Schirrmeister: Die neue Blindheit heißt Rationalität, Berliner Zeitung (Print), 02.02.2026. Annotiert im Blättchen 4/2026. Zum Volltext hier klicken.
Letzte Meldungen
Armut sei „mehr als fehlendes Geld“, schrieb kürzlich die Neue Osnabrücker Zeitung: „Sie bedeutet Scham, Ausschluss und das Gefühl, in einem reichen Land überflüssig zu sein.“ Und in der Kölnischen Rundschau war zu lesen: „Armutsgefährdet wird genannt, wer über ‚weniger als 60 Prozent des Median des Nettoäquivalenzeinkommens der Bevölkerung‘ verfügt.“
Letzteres muss man nicht verstehen. Die Statistik hingegen stellt keine besonderen Verständnisansprüche: Nach jüngsten Veröffentlichungen gelten rund 13,3 Millionen Menschen in Deutschland als armutsgefährdet. „Nimmt man noch“, so die Frankfurter Rundschau, „jene Menschen dazu, die von sozialer Ausgrenzung bedroht sind, steigt die Zahl auf rund 17,6Millionen.“
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Da das Geld der öffentlichen Hände überall immer knapper wird (mit Ausnahme der von der Schuldenbremse entledigten Rüstungsausgaben), darf es sicher als gute Nachricht gelten, dass der Verfassungsschutz in der Republik und in den Ländern ein ausgesprochenes Schnäppchen zu sein scheint: Laut Spiegel kosten die Inlandsschlapphüte jeden Bundesbürger pro Jahr lediglich 11,04 Euro. Das ist der Durchschnitt. Richtig billig kommen die Leute in NRW weg: 1,04 Euro je Einwohner. Bei den Pfeffersäcken in Hamburg hingegen ist es am kostspieligsten: 11,74 Euro. Aber selbst an der Elbchaussee gilt: Die Gebühr für die Postzustellung eines neuen Personalausweises oder Reisepasses ist teurer (15,00 Euro).
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