29. Jahrgang | Nummer 14 | 31. August 2026

Bemerkungen

Blick ins Grüne

von Renate Hoffmann 

Die Welt ist grün, 

es ist zu sehn:

Die Wiesen und die Wälder, 

grün ist die Saat der Felder.

Der Gartenzaun des Nachbarn Meyer, 

das grelle Grün der Ostereier. 

 

Das zarte Maiengrün der Birken, 

die nun wie neugeboren wirken.

Eichenbaum von hohem Alter, 

der hübsche Grüne Zipfelfalter. 

Helle katzengrüne Augen, 

die zum Mäusefangen taugen. 

Grünen Kohl und grüne Bohnen 

sollte man zum Eintopf holen. 

 

Und zu ihrer Hochzeitsfeier 

trägt sie einen Hut mit Schleier, 

ganz in grün! 

Wie wunderschön! 

Abends dann zum heitern Feste 

haben die Herren ihrer Gäste 

laubgrün eingefärbte Bärte, 

dies sah noch niemand auf der Erde. 

Und die Damen glänzen 

mit smaragdgrün edlen Kränzen 

im Haar. 

Wie wunderbar! – 

 

Und die Kapelle spielt mit Schmiss: 

Vivat Vivat Viridis!

 

Medien-Mosaik

Für einen deutschen Film stellt „Der Heimatlose“ schon ein kleines Wunder dar: eine Parabel, gefilmt in entsättigten Farben in harscher, abweisender Natur mit angedeuteten Bauten, die philosophische Fragen stellt und gerade deshalb das Publikum bei mehreren Festivals in den Bann schlug, ehe er nun in unsere Kinos kommt. Ist das Selbstbild eines Menschen authentisch? Wie nimmt ihn die Umwelt wahr? Ist Heimat ein ungreifbares Gefühl oder ein konkreter Ort? Kann man an eine frühere Liebe anknüpfen?

Als Spielfilmdebüt hat Autor und Regisseur Kai Stänicke diesen in einer nicht definierten Vergangenheit angesiedelten Film hauptsächlich auf Norderney und Sylt gedreht. Nicht nur die sparsamen Kulissen, auch die zurückhaltend eingesetzte Musik betonen den überhöhten Erzählcharakter des Streifens. Zudem hat er neben dem ausgezeichneten Hauptdarsteller Paul Boche als Hein, der nach 14 Jahren auf seine Heimatinsel zurückkehrt und von den meisten nicht wiedererkannt wird, auch mit Emilia Schüle, Philip Froissant, Julika Jenkins, Jeanette Hain, Sebastian Schwarz und Margarita Broich – um nur einige der durchweg faszinierenden Mitwirkenden zu nennen – eine Besetzung gefunden, die die Spannung der Geschichte in jeder Minute aufrechterhalten kann.

Kai Stänicke, der an seinem Debüt mit Vorbereitungen zehn Jahre lang gearbeitet hat und viele eigene Erfahrungen in die Geschichte einbrachte, konnte sowohl in San Francisco als auch im tschechischen Varnsdorf (Neiße-Festival) Preise entgegennehmen. Zu verraten, wieso er bei der Berlinale 2026 den schwul-lesbischen Preis „Teddy“ bekam, hieße zu spoilern – darauf wird hier allerdings verzichtet.

Der Heimatlose, Regie Kai Stänicke, 122 Minuten., Verleih DCM, in ausgewählten Kinos.

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Eine Inselgeschichte und zugleich ein Beziehungsdrama stellte der Film „Das Mädchen von Fanö“ dar. Regisseur Hans Schweikart inszenierte ihn 1940 auf Hiddensee nach einem Roman von Günther Weisenborn mit Brigitte Horney, Joachim Gottschalk und Gustav Knuth in den Hauptrollen. Zur Berliner Filmpremiere war Hauptdarsteller Gottschalk in Begleitung seiner Frau Meta gekommen, mit der Reichspropagandaminister Goebbels angelegentlich plauderte. Meta Gottschalk brachte den Mut der Verzweiflung auf, denn die Schauspielerin hatte als Jüdin Auftrittsverbot und war nur durch ihre Ehe geschützt. Die Begegnung mit dem Scheusal war der Beginn einer Tragödie, denn Joachim Gottschalk, der die von ihm geforderte Scheidung verweigerte, wurde nicht mehr beschäftigt, und als er an die Front geschickt werden sollte sowie Frau und Kind die Deportation drohte, nahm er sich mit seiner Familie im November 1941 mit Gas das Leben. Zu den wenigen, die trotz Verbots an seiner Beerdigung teilnahmen, gehörten Brigitte Horney und Gustav Knuth, der die Beerdigungskosten übernahm. Regisseur Hans Schweikart schrieb nach dem Krieg eine Filmnovelle zu dem Fall, die bei der DEFA von Kurt Maetzig unter dem Titel „Ehe im Schatten“ erfolgreich adaptiert wurde.

Das alles – unterfüttert von vielen Hintergrundinformationen durch Zeitzeugenberichte und Auswertung von Briefen und Tagebüchern – erzählt die Frankfurter Historikerin Rosemarie Killius in einem neuen Buch, das allen damals Betroffenen, auch dem kleinen Sohn, Gerechtigkeit widerfahren lässt. Joachim Gottschalk war eigentlich auf dem Höhepunkt des Erfolgs, während seine Frau, als Meta Wolff bekannt geworden, ihre Laufbahn nicht fortsetzen durfte. Dass die Autorin das in ihrer akribisch recherchierten Arbeit ins Gedächtnis zurückruft, ist ein wichtiger Akt der Gerechtigkeit, ebenso, dass sie die Willfährigkeit des damaligen Volksbühnen-Intendanten Eugen Klöpfer gegenüber den Nazis beschreibt und viel über die Diktatur berichtet, von der die Falschen heute lernen.

Rosemarie Killius, „Die tödliche Freiheit des Schauspielers Joachim Gottschalk“, Verlag Frank & Timme, Berlin 2025, 246 Seiten, 36,00 Euro.

bebe

Wirsing

In der deutschen Presselandschaft sind „Fahrrad fahrende Radfahrer“ nicht selten. Und wer hat nicht schon oft davon hören oder lesen müssen, dass sich bei Unglücken und Katastrophen „Einsatzkräfte im Einsatz“ befanden! Im Wettbewerb um die verschrobenste Formulierung macht die Nachrichtensendung ZiB 2 des ORF mit, die berichtet: „Mit vereinten Kräften versuchen Rettungskräfte in Kolumbien nach dem schweren Erdbeben weiterhin Menschen aus den Trümmern zu retten.“

Die Rettungskräfte versuchten also, nach Kräften zu retten? Der ORF hat hiermit einen Punktsieg im Wettbewerb für sich gerettet!

Fabian Ärmel

Das Wettern der Woche: 13. August

Gott sei Dank gab es Eichmann, also, ich meine, Gott sei Dank haben sie ihn erwischt. Er war’s! Am 13. August 1961 wurden in Jerusalem die Schlussplädoyers gehalten, zeitgleich mit dem Bau der Berliner Mauer, also des „Antifaschistischen Schutzwalls“ durch die diversen Kampfgruppen der Arbeiterklasse. Wenn wir die damals nicht gehabt hätten, dann wäre die DDR leerer als der Rhein im August 2026 gewesen. Von den rund 17 Millionen Einwohnern sind fast drei Millionen abgehauen, die meisten in den Westen. Ich weiss auch nicht, was die geritten hat. „So richtig willkommen war’n se ja bei Euch ooch nich“, redet meine Omi Glimbzsch aus Zittau dazwischen: Viele ungetauft, andere konnten die Sprache nicht, nur sächsisch, wieder andere kamen aus dem Bitterfelder Regen in die Traufe des Ruhrgebiets und erlebten den ersten inoffiziellen Smogalarm ihres Lebens …

Ich bin ja schon vorher weg, 1950, mit 13 Jahren. Endlich nicht nur Vertriebener oder Umsiedler – jetzt auch Ostzonenflüchtling! Eine wundervolle Flucht, an die ich mich gern erinnere! Ein Russe hatte uns das letzte Stickl durch’n Wald geführt, für nischt und wieder nischt, aus reiner Menschlichkeit, sagte meine Mutti. So waren sie halt damals auch, die Fluchthelfer.

Heute ist die Welt krank, das weiß sogar die Reitsport-Ikone Isabell Werth. Pferden geht es heute deutlich besser als früher, sagt sie. Wir haben ja damals auch Pferdefleisch gegessen – ärmere Schichten dürfen einfach nicht so wählerisch sein! Das weiß auch Lars Klingbeil, der alte Revolutionär! Zum Kern seiner neuem Pläne gehört die Anhebung des Kindergeldes von 259 Euro auf 267 Euro – nächstes Jahr also acht Euro mehr im Monat. Von mehr Personal für Finanzämter oder Staatsanwälte weiß Lars nix, das ist ja auch Ländersache. Klingbeil hat bereits am 16. Juli 2026 – 10 Jahre nach dem kriminellen CumCum- und CumEx-Betrug – einen Aktionsplan vorgestellt, zusammen mit Stefanie vom Bundesjustizmysterium: Warnungen und Schlupflöcher werden jetzt überprüft, also gleich nach der Sommerpause, damit Ermittlungen in Milliardenfällen nicht durch Verjährung oder Datenvernichtung ins Leere laufen und es wieder nix wird. Es ist eben alles nicht so einfach, wie geschrieben.

Peter Grohmann

Dramaturgie der Demokratie – Anmerkungen zur Misere der Vokabulatur (IV)

 

Demokratie! Unser gemeinsames Bekenntnis gib uns heute und in ewigen Zeiten. In einem x-beliebigen Käseblatt lesen wir: „Dramatisch: Die Zufriedenheit mir der Demokratie ist seit 2020 von 70 auf nur mehr 42 % gesunken. Nur 38 % der befragten Jugendlichen haben Vertrauen in die Parteien, 52 % ins Parlament“. Indes: Warum den Parteien trauen? Warum dem Parlament? Warum der Politik überhaupt? Warum sollte man sich zur Demokratie, gar zur liberalen bekennen? Ja, warum den und wozu?

Vorabfragen sind keine Fragen solcher Befragung. Fetischisten bedienen ihren Fetisch durch entsprechendes Wording. Die Textbausteine sind gespeichert, die Vokabulatur abrufbar. Notfalls erledigt das bereits die KI. Demokratie, da haben sowieso alle dafür zu sein. Zweifel sind zweifellos und zweifelsfrei und zweifelsohne nicht gestattet und dementsprechend zu sanktionieren. Statt Denken herrscht Andacht, statt Reflexion Verdacht. Ist jemand nicht auf Linie, drohen Dämonisierung und Exorzismus. Wer sich nicht in den Echoraum sperren lässt, ist verdächtig und fällig. Entweder antwortet man richtig (braver Demokrat!) oder unrichtig (böser Populist!).

Solche Fragen sind Fangfragen primitiver Natur. Nichts ist präzis, alles divers und konfus, aber das stört die Wissenschaft und insbesondere ihre Auftraggeber in keiner Weise. Derweil können für eine Verneinung die unterschiedlichsten Motive und Gründe ausschlaggebend sein. Dass sie allesamt in eine Schublade passen, ist additiver Unsinn. Umfragen sind Unfragen. Sage ich ja, dann gehöre ich zu den affirmativen Staatstrotteln. Zu den vielen, die aufgrund ihrer Formatierung dergleichen einfach abnicken. Unterstehe ich mich aber, nein zu sagen, dann gehöre ich zu den autoritären Demokratiefeinden, zu den Rändern, zu den Extremisten. Diese Frage ist eine Zumutung sondergleichen, ein Anschlag, nicht nur auf meinen Geist. Man ist angewidert. Ich möchte mich, wenn es denn noch erlaubt ist, weder den demokratischen Deppen noch den autoritären Idioten zurechnen und auch nicht zurechnen lassen.

Kein seriöser Mensch kann diese Entscheidungsfrage akzeptieren, sie ist eherner Bestandteil des Verblendungszusammenhangs, in dem wir leben, bloß dazu da, Geständnisse abzulegen und den Mangel ebensolcher zu tadeln. Sozialforschung, die derlei betreibt, ist nichts anderes als die Anwendung akademischer Beschränkungen. Sie liefert Legitimation, nicht Analyse oder gar Kritik. Kommt dann noch was in Prozenten daher, ist die Wissenschaft nicht weit. Themen und Fragen der Zeit werden mit solchen Studien regelrecht verstellt, sie leiten in Sackgassen.

Demokratie unser! Wir sind und werden geradezu fixiert auf diese Projektion. In unserer Matrix ist unsere Demokratie unser aller Hutschpferd. Wir können uns in ihr und auf sie alles Erdenkliche einbilden. Das tun wir auch. Herrschaft verteidigt sie gegen jedwede Opposition und jedwede Opposition fordert sie ein. Das demokratische Gezeter ist das weltanschauliche Schmiermittel einer immer mehr stotternden Kapitalmaschine und ihrer willigen wie widerwilligen Akteure. Demokratie ist das perfideste, aber entwickeltste Modell zur Verschleierung von Herrschaft und Unterdrückung. Real wie mental. Die, die noch immer daran glauben, werden jedoch sukzessive weniger. Die, die nur noch angewidert sind, wenden sich ab, werden politikverdrossen oder blau. Wohlgemerkt: ODER, nicht UND. Anders als die Demokratie birgt die Verdrossenheit zumindest einen Keim der Hoffnung.

Demokratie gehört zum genuin bürgerlichen Betriebssystem des Werts. Sie ist die Übersetzung von Kommerz und Konkurrenz in die politische Spähre, eine Marktmaschine zur Erregung und Erzeugung von Stimmungen und Stimmen. Wir sollen sie nicht kennen, wir sollen sie bloß bekennen. Umgekehrt wäre besser. Demokratie führt nur noch ins Gehabte.

PS: Manch (neue) Leser werden ob der herben Attacke auf den demokratischen Konsens erstaunt oder gar verstört sein. Interessierte verweisen wir gerne auf die Ausgabe 62 der Streifzüge. Da geht es die ganze Nummer um den besagten Gegenstand.

Franz Schandl, Wien

Übernahme aus Streifzüge, Nr. 93, Frühjahr 2026, mit freundlicher Genehmigung des Autors.

Anmerkungen zur Misere der Vokabulatur erschienen bereits im Blättchen Nr. 26/2024 und Nr. 12/2025

 

Zwei schwarze Imaginationen

Weiter so

Wenn erst die AfD regiert, dann wird die Tugendsignalisation in Deutschland gründlich umgepolt: Zu einem neuen Luisenbund vereinen sich – eine Seele und ein Schwesterherz – zuerst die Omas gegen rechts. Nicht flüstern muss mehr Böhmermann, erzählt er vor der Kamera dann feixend einen Judenwitz. Die Antifa bleibt, was sie ist, ein arisch reiner Kampfverband, und Nancy Faser schützt, dreht sich der Wind, das Recht vor links. Der Baerbock-Bock von Babelsberg, der deutsche Pan, wird umstellen seinen Gesang.

Es bleibt dabei: Es kommt in anderer Gestalt nach Mauerfall und Stunde Null etcetera der Schwachsinn wie ein Bumerang in Treue fest zu uns zurück.

 

Stillgestanden

Haben Sie schon die Pflicht gekeitelt zur Verteidigung Europas bis zum letzten Atemzuge für Ihr Bündnis und für Ihren Bademantel? Haben Sie schon Ihr Haus verpfändet für die Freiheit gegen Russland? Und die Flugbahn gut berechnet? Hören Sie gern zum Abschied Ram(m)stein? Wenn der Zeitungsschreiber Lettern, Panzerbären tanzen lassen, wärmt das nukleare Feuer Sie an Ihrem Lebensabend? Haben Sie Ihr Kind jablonkat oder aber gottbegnadet über die Atlantikbrücke vorsorglich schon ausgeklitschkot? Lebt’s im Ausland? Halten Sie noch Oderbrücken? Hier verläuft die Hauptkampflinie: Einsatz aller Wissenschaften, wenn die Professoren klären, dass wir halt gewinnen müssen. Abgang oder Stellung halten? Stillgestanden! Pflicht erfüllen: Dass sie nicht die Röhren sprengen, keitelt bis zum letzten Atem.

Philipp Ammon

Aus anderen Quellen

Der Spiegel hat Ulrich Siegmund, den AfD-Spitzenkandidaten für die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt, auf sein Titelblatt gehoben – „im Stil eines Fahndungsfotos. ‚Der gefährlichste Mann Deutschlands‘, steht darunter“, vermerkt Moritz Eichhorn und fügt hinzu: „Kein Terrorist, kein Massenmörder, kein Islamist, nein, ein 35 Jahre alter ostdeutscher Duftexperte ohne Vorstrafen soll der gefährlichste Mann der Republik sein. Das glaubt zwar niemand in Hamburg, aber es hat extremen Gruselfaktor – und verkauft sich gut.“ Eichhorn meint, „die Leitmedien im Allgemeinen und der Spiegel im Besonderen“ seinen „eine symbiotische Beziehung mit der AfD eingegangen“.

Moritz Eichhorn: Warum der Spiegel will, dass Siegmund gewinnt, Berliner Zeitung, 20.08.2026.

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„Wie kann es sein“, fragt Thomas Fasbender,dass ein deutscher Journalist und langjähriger Redakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung dem ukrainischen Präsidenten in aller Öffentlichkeit die Frage stellt: ‚Was können wir Europäer konkret tun, um Ihnen zu helfen, mehr Russen zu töten?‘“ (Das Ganze trug sich am 8. August 2026 während einer Pressekonferenz in Belgrad zu.) Und findet eine mögliche Antwort in der Familiengeschichte des Fragestellers mit einem Großvater, der während der Nazizeit unter anderem Militärrichter war und von dem der Fragesteller nicht weiß, wie „viele Todesurteile gegen ergriffene Deserteure mein Großvater gefällt hat“. So schrieb er selbst es 2024 in einem FAZ-Beitrag nieder, in dem er zugleich vermerkte: „Mein Großvater konnte in der Bundesrepublik, wie die meisten Juristen, die im NS-Regime Karriere gemacht hatten, seine Laufbahn fast nahtlos fortsetzen. Er wurde Senatspräsident beim niedersächsischen Landessozialgericht und schrieb Fachbücher, von denen einige zur juristischen Pflichtlektüre in ihrem Bereich wurden und ihm Honorare einbrachten, die für einen Hauskauf gereicht hätten. Er trat der SPD bei […].“

Thomas Fasbender: Abgründe ungesühnter deutscher Schuld, Berliner Zeitung, 13.08.2026.

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Auf dem Flughafen Leipzig-Schkeuditz ist anscheinend ein Anschlag auf ein ukrainisches Transportflugzeug, vollbeladen mit Munition, fehlgeschlagen. Nicolas Butylin konstatiert: „Kaum war die Drohne mit Sprengvorrichtung am Flughafen von einem Busfahrer entdeckt worden, überschlugen sich Forderungen nach einer härteren Gangart. Im Fokus steht – mal wieder – Putins Russland.“ Allerdings würden Schlussfolgerungen gezogen, „bevor die Fakten vorliegen“. Butylin warnt: „Für eine nüchterne Sicherheitsanalyse ist das kein guter Maßstab und kann gefährlich enden. […] Besonders im Umgang mit Russland, der größten Atommacht.“

Nicolas Butylin: Warnung vor der nächsten Eskalation, Berliner Zeitung, 10.08.2026.

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In einem historischen Über- und Rückblick befasst sich Bernhard Schindlbeck mit dem wechselnden Verortung des Phänomens der sogenannten politischen Mitte in der alten und neuen BRD: „Die politische Mitte ist […] sehr beweglich, auf gefährliche Weise. Wenn sie noch weiter nach rechts wandert, was dann? Müssen die Linken (auch wenn sie keine Kommunisten sind) als vaterlandslose Gesellen dann wieder um ihr Leben oder nur um ihre Freiheit fürchten? Gleichzeitig wird so getan, als sei die Mitte etwas Wertvolles. Als sei in ihr das richtige Handeln, die korrekte Entscheidung verbürgt. Woher kommt dieser merkwürdige Nimbus?“ Und zur aktuellen Lage: „Der Zulauf zur AfD muss uns nicht verwundern. Die AfD ist nur das Symptom. Die Krankheit ist die Mitte selbst.“

Bernhard Schindlbeck: Maß, Maunz, Mitte. Die demokratische Verlogenheit, Ossietzky, 15/16/2026.

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„Trotz der Verurteilung Marine Le Pens“, meinen Benoît Breville und Pierre Rimbert, „könnte der Rassemblement National die Präsidentschaftswahl in Frankreich 2027 für sich entscheiden. Eine potenzielle rechtsextreme Regierung würde sich womöglich weniger am Modell des klassischen Faschismus orientieren als am israelischen Modell der Apartheid.“

Benoît Breville / Pierre Rimbert: Wird Frankreich faschistisch?, monde-diplomatique.de, 13.08.2026.

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Am 15. Juni 1961 hatte der DDR-Staatsratsvorsitzende Walter Ulbricht auf einer internationalen Pressekonferenz in der Hauptstadt der DDR seinen denkwürdigen Satz gesprochen: „Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten.“ Nur knapp zwei Monate später, am 13. August 1961, begann der Bau derselben zur Abriegelung West-Berlins. Damit, was in den zwei Monaten dazwischen, insbesondere während eines Gespräches zwischen Ulbricht und dem damaligen sowjetischen Partei- und Regierungschef Chruschtschow in Moskau am 1. August 1961, passierte, befasst sich Frank Schumann, der im Bundesarchiv in der Finckensteinallee in Berlin-Lichterfelde in den „handschriftlichen Aufzeichnungen von SED-Chef Walter Ulbricht über das entscheidende Gespräch“ das Wort „Mauer“ nicht gefunden hat.

Frank Schumann: Als Tante Hertha vergeblich wartete, Berliner Zeitung, 13.08.2026.

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Zusammengetragen von Wolfgang Schwarz.

Letzte Meldung

Am 5. August vermeldete BILD: „Der Wettbewerb um eine wichtige Geheimbaustelle in der Hauptstadt ist entschieden! Am Berliner Landwehrkanal rüstet Verteidigungsminister Boris Pistorius (66, SPD) seinen Dienstsitz [im sogenannten Bendlerblock – am] mit mehr Büros, Kantine und Tiefgaragen auf. Die Kosten für den Erweiterungsbau nach dem Entwurf der Architekten Sauerbruch Hutton: mindestens 416 Millionen Euro.“ Insgesamt werde der Pistorius-Sitz um 35.000 Quadratmeter zulegen und damit „größer als das Reichstagsgebäude (bebaute Fläche ca. 13.300 Quadratmeter)“. Auch „ein Paradeplatz in der Mitte zwischen Staatsgästetreppe und Ehrenmal“ werde angelegt.

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