Nach wie vor gesucht: Mitstreiter
Das Blättchen-Team wirbt erneut um weitere Mitstreiter in der Redaktion.
Nach wie vor gilt, dass Erfahrungen im Journalismus, in der Germanistik oder einer vergleichbaren Sphäre keine Voraussetzung für eine Mitarbeit wären, wohl aber die Beherrschung der deutschen Sprache sowie praktische Fertigkeiten in digitaler Textverarbeitung.
Die Arbeitsweise der Redaktion erläutern wir gern im persönlichen Gespräch. Angemessene Einarbeitung ist garantiert. Weil für Letzteres sowie generell für die Zusammenarbeit räumliche Nähe hilfreich wäre, bevorzugen wir Bewerbungen aus Berlin und dem nahen Brandenburger Umland.
Trauen Sie sich und melden sich bei Interesse per E-Mail an: redaktion@das-blaettchen.de.
250 Jahre USA
Den 4. Juli 2026, als in den USA der 250. Jahrestag der Unabhängigkeitserklärung begangen wurde, nahmen deutschsprachige Medien zum Anlass zu durchaus unterschiedlichen Betrachtungen. Der Tagesspiegel zum Beispiel erinnerte sich und uns daran, dass Benjamin Franklin, einer der Gründerväter der USA, den Weißkopf-Seeadler als Wappentier des Landes denkbar ungeeignet fand: Der entreißt nämlich gern anderen Tieren die Beute. Ein Dieb als Aushängeschild? Die Klapperschlange dagegen greife niemals als Erste an, gebe aber auch nicht auf, sobald sie im Kampf stehe. Sie sei, laut Franklin, ein Symbol für Großmut und wahre Courage.
Bekanntlich hat sich der Raubvogel durchgesetzt. Was angesichts der nachfolgenden Geschichte mit ihren inneren und internationalen Unappetitlichkeiten wohl nicht zu Unrecht als Wink des Schicksals gewertet werden darf.
Die Neue Zürcher Zeitung (NZZ) wiederum gab Ihrem Publikum Veranlassung, evidenten historischen Fortschritt nicht geringzuschätzen. Das Blatt erinnerte an das legendäre Burr-Hamilton-Duell vom 11. Juli 1804 in Weekhaven, New Jersey, in dem der seinerzeit amtierende Vizepräsident Aaron Burr (ein weiterer Gründervater der USA) den ehemaligen Finanzminister Alexander Hamilton (noch ein Gründervater der USA) als quasi finalen Höhepunkt einer jahrelangen politischen und persönlichen Fehde erschoss. Dies zumindest sei 2026 undenkbar, meint die NZZ.
Das wollen wir gelten lassen.
Zumindest bis zum Beweis des Gegenteils …
Sarcasticus
Reißleine gezogen
Noch im Juni 2024 war vom „größten Beschaffungsprojekt in der Geschichte der Deutschen Marine“ die Rede. Nämlich auf der Webseite der niederländischen Schiffswerft „Damen Schelde Naval Shipbuilding“, die neue Fregatten vom Typ 126 für die Bundesmarine bauen sollte. Gerade war die Kiellegung des ersten Schiffes erfolgt und Bundesverteidigungsminister Pistorius hatte die ursprüngliche Order von vier Schiffen auf sechs erhöht. Obwohl das Projekt mehr oder weniger von Anfang an von Pleiten, Pech und Pannen begleitet war. Zügig geriet die Zeitplanung aus den Fugen: Als der Auftrag an die Niederländer 2020 erteilt worden war, sollte die erste Lieferung 2028 erfolgen; zuletzt war die Rede von „nicht vor 2033“. Da hatten sich die geplanten Kosten von etwa 12 Milliarden Euro bereits auf rund 18 Milliarden erhöht, ohne dass auch nur das geringste bisschen „Stahl im Wasser“ (O-Ton Vizeadmiral Kaack, Inspekteur der Marine) gewesen wäre.
Nun hat Pistorius die Reißleine gezogen und das Projekt beendet. Das ist nach dem Aus für das deutsch-französische Luftkampfsystem FCAS (Blättchen 11/2026) bereits das zweite beerdigte Rüstungsgroßprojekt der Bundeswehr in diesem Jahr.
Die jetzige Entscheidung, die nach Auffassung von Kritikern viel zu spät erfolgte, wird allerdings die zwei für die Fregatte 126 bereits verbratenen Steuermilliarden nicht zurückbringen. Und weitere knapp zwölf Milliarden Euro sollen trotzdem fließen – für acht kleinere Ersatzkriegsschiffe eines anderen Anbieters …
am
Verse vom Unterschied der Geschmäcker
Das Ross gewahrt ein Kamel und erklärt:
„Welch drastische Spottgeburt von Pferd!“
Das Kamel entgegnet: Was stellst du dar?
Nur ein unterentwickeltes Dromedar!“
Da wusste nur Gott im grauseidnen Bart:
es war halt Getier von verschiedener Art.
(1928)
Das Hörgerät
Der Mann in Berlin war, mit 84 Jahren, überaus vorsichtig, wenn es verlockende Angebote im Internet gab. Ein nigerianischer Prinz blieb auf Tausenden Dollars sitzen, eine üppige Blondine auf ihren Hinterbacken und die Firma „Fixiflotti“ auf einer Kombination aus Dosenöffner, Zahnbürste und Stimmgabel.
Schwach wurde der Mann jedoch, als man ein Hörgerät anbot, das dank Künstlicher Intelligenz alles Gehörte in fünf Weltsprachen übersetzen oder aber zu deutschen Versen formen konnte.
Er bestellte das Gerät und verschwieg, als es eintraf, seiner Familie den horrenden Preis. Womit anfangen? Leberwurst auf Chinesisch bestellen? Nein, das Gerät sollte diese Göttergabe mit einem Sonett würdigen! Das erschien in Sekundenschnelle.
„Sie ruht im Darm, bescheiden und doch fein,
Streichzartes Meisterwerk aus Fleisch und Speck.
Gewürze heben sie vom Teller weg,
Und Majoran bringt Schärfe in sie rein.“
Wegen der hebenden Gewürze wollte er bei der KI nachfragen, doch gerade da rief der Hersteller im Internet seine Hörgeräte zurück.
„Zu unserem allergrößten Bedauern
durchdringen die Geräte auch dicke Mauern.“
Ein solches Wunderwerk der Technik zurückgeben? Er bat die KI um Rat, die sich noch im Reimmodus befand.
„Sei doch gescheit! Das hat noch Zeit.
Ich sage dir jetzt, wo man heiß diskutiert,
Ob man wieder einen Krieg riskiert.
Dort stell dich als Lauscher an die Wand,
und mach, was du hörst, im Lande bekannt!“
Der Mann begab sich zur Stauffenbergstraße und lauschte.
„Die andern vergrößern schon wieder ihr Heer.“
„Sollen sie ruhig – Panzer haben wir mehr.“
„Der Feind gehört zu den allerstärksten Ländern.“
„Das lässt sich rasch mit Atombomben ändern.“
Der Mann fand das alles gefährlich dumm. Da stellte sich das Gerät auf Sprechen um.
„Von diesen Idioten hat keiner recht.
All ihre Argumente sind tödlich schlecht.
Denn ein Fakt steht ganz außer Frage:
Jeder Krieg ist eine Niederlage.“
Rainer Rönsch
Woran soll man noch glauben?
Ohne Lügen würde das menschliche Zusammenleben nicht funktionieren, meinen viele Sozialforscher. Anderseits stellten Lügen die Grundlage unserer Entscheidungen in Frage. Wenn die Unwahrheit unsere Gesellschaft bedroht, schreibt Elisa Hoven, Professorin für Strafrecht und Direktorin des Instituts für Medienrecht an der Uni Leipzig, müssen wir uns darüber verständigen, was Wahrheit und was Lüge ist und was dazwischen liegt. Auch dazu, welche Rolle moderne Technogien, künstliche Intelligenz und soziale Medien für die Wahrheit spielen. Wir müssen neue Wege für den Umgang mit Wahrheit und Lüge in Schulen, öffentlichen Debatten, Medien und im Recht finden.
Falsche Nachrichten gab es schon immer, neu sind Wege und Reichweite ihrer öffentlichen Kommunikation. Dabei stellt sich unter anderem die Frage, wer eigentlich befugt ist, Fakten zu korrigieren und im Internet über wahr und unwahr zu entscheiden. Die Autorin macht Vorschläge, was dazu im deutschen Recht geregelt werden muss. Insbesondere müsse der Einsatz von Bots transparent gemacht werden.
Weitere Kapitel beschäftigen sich mit „Politik und Wahrheit“, „Krieg und Wahrheit“, „Wissenschaft und Wahrheit“, „Justiz und Wahrheit“, „Geld und Wahrheit“ sowie „Sex und Wahrheit“. Hoven stellt klar, dass sich Wissenschaftler von Aktivisten abgrenzen müssen: Wenn ein Wissenschaftler sich durch politischen Aktivismus vorab auf eine Richtung festlege, wird man an seiner Bereitschaft zweifeln, die eigenen Ergebnisse kritisch zu hinterfragen und gegebenenfalls zu korrigieren.
Wer statt eines Sachbuchs lieber einen Krimi zum gleichen Thema lesen will, ist bei Marc-Uwe Kling richtig. Deep Fakes und damit verbundene Probleme unserer Gesellschaft, insbesondere des Umgangs miteinander, bestimmen viele unserer Debatten in den Medien und im privaten Leben. Der Autor hat dazu eine düstere Dystopie geschrieben: Ein Mädchen wird vermisst, schon bald kursiert ein Video, in dem ihre Vergewaltigung durch migrantische Männer dargestellt wird. Die gleichfalls migrantische Kommissarin Yasira ermittelt in dem Fall. Tagelang gibt es keine Ergebnisse, die Angriffe auf die Kommissarin mehren sich. Yasira arbeitet sich zur Lösung des Falles in die Möglichkeiten von KI ein und lässt sich (und uns) schildern, wozu die KI heute schon in der Lage ist. So keimt der Verdacht, dass auch dieses Video ein fake ist – doch das vermisste Mädchen bleibt verschwunden.
Parallel nehmen in der Gesellschaft Hetze und Gewalttaten zu, es gibt Todesopfer. Bald ist auch das Leben Yasiras und ihrer Tochter bedroht.
Dem Autor gelingt es meisterhaft, sowohl die Möglichkeiten der KI zu erläutern als auch die Spannung bis zum Ende zu erhalten. Gleichzeitig zeigt er die Notwendigkeit für alle, sich mit den neuen Tools auseinanderzusetzen, und für den Gesetzgeber, endlich zu handeln.
Viola Schubert-Lehnhardt
Elisa Hoven: Das Ende der Wahrheit? Wie Lügen, Fake News und Framing unsere Gesellschaft bedrohen – und was wir dagegen tun müssen. DuMont Buchverlag, Köln 2025, 256 Seiten, 24 Euro, ab November als Taschenbuch 15 Euro.
Marc-Uwe Kling: Views. Ullstein Taschenbuch, Hamburg 2025, 272 Seiten, 14,99 Euro. Auch als Hörbuch erhältlich.
Film ab
Am 31. Mai 2026 erlebte Clinton, „Clint“, Eastwood – Schauspieler (kein Oscar, lediglich zwei Nominierungen), Regisseur (zwei Oscars für die Beste Regie), Produzent (zwei Oscars für den Besten Film) und Komponist – seinen 96. Geburtstag.
Zwei Jahre zuvor war sein (letzter?) Spielfilm „Juror #2“ über die Leinwände der Lichtspielhäuser geflimmert. Wer den Streifen damals verpasst hat, kann ihn via Amazon Prime zu jeder Tages- und Nachtzeit zum Preis eines halben Kino-Tickets „ausleihen“.
Da können sich zwölf Geschworene im Bundesstaat Georgia in einem Indizienprozess um den mutmaßlichen Mord an einer jungen Frau – in dem die Beweisvorlagen der Staatsanwaltschaft so wenig hieb- und stichfest sind wie die Gegenargumente der Verteidigung nicht ausreichend entlastend – zunächst auf keinen Schuldspruch verständigen. Weil einer von ihnen aus der Reihe tanzt.
Wer eine solche Konstellation, grandios in Szene gesetzt, erleben will, der sehe sich die klassische Vorlage an: „Die zwölf Geschworenen“, Sydney Lumets Regiedebüt von 1957, mit Henry Fonda in der Hauptrolle.
Doch während bei Lumet der Abweichler unter den Geschworenen als integrer Bürger dargestellt ist, dem die während der Geschichte der USA in praxi nie wirklich exekutierten ethischen und juristischen Grundsätze der Verfassung des Landes Maßstab seines Handelns sind, trifft der Zuschauer bei Eastwood nur noch auf ein armes Würstchen, das sich nach einem unübersichtlichen nächtlichen Autounfall aus dem Staub gemacht hat. Wofür ein (zumindest daran) Unschuldiger nun vor Gericht steht.
Das ist cineastisch durchaus folgerichtig, denn 1957 konnte, wer unbedingt wollte, wenn er alles historisch Widersprechende (ausgerottete Indigene, versklavte Schwarze und vieles andere mehr) einfach unter den Teppich kehrte, noch von einer idealen Gesellschaft in den USA träumen. Wer das heute hinkriegte, wäre wohl mindestens grenzdebil …
Clemens Fischer
„Juror #2“; Regie: Clint Eastwood; in der Ausleihe bei Amazon Prime, 3,99 Euro, oder als DVD bei verschiedenen Anbietern, ab 9,99 Euro.
Melancholische Reflexionen vom Genfer See
Es sind autobiografische Besonderheiten, die das künstlerische Wirken des schottischen Musikers Roddy McKinnon in den letzten Jahren stark beeinflusst haben. Da ist zum einen seine Wahlheimat in Südfrankreich in der Nähe des Genfer Sees. Damit wäre auch die geografische Lokalisierung des titelgebenden „Lake“ geklärt.
Und zum anderen ist es McKinnons Krebserkrankung, die beim Einspielen seines ersten Solo-Albums offenbar wurde. Wie reagiert man in so einem existenziellen Krisenmoment? Depressiv dem drohenden Ende entgegen gehen? Euphorisch eine „Bucket List“ erstellen und das Leben nochmals intensiv genießen? Roddy McKinnon entschied sich dafür, eine Albumtrilogie zu veröffentlichen.
„Time’s a Dog“, das erste Album, war gekennzeichnet vom Diagnoseschock und dem unmittelbaren Überlebenskampf, das zweite Album „Tourist on the Moon“ handelte von Krankheitsgenesung durch Erinnern. Jüngst erschienen ist nun „Lake“, das abschließende Album, das die neue Entwicklung, die neue Normalität und auch die neue Umgebung im Fokus hat.
„Der See hat so viele Namen, er bedeutet so viele Dinge. Er verändert sich ständig. Wir alle sehen ihn unterschiedlich. Er ist allgegenwärtig.“ Dieses Zitat von Roddy McKinnon passt sehr gut als inhaltliche Klammer für sein neues Werk. Nein, der See wird nicht als Wohlfühl-Refugium verherrlicht. Der See und die umliegende Region inspirieren den Künstler zu Reflexionen, die weit über persönliche Befindlichkeiten hinausgehen.
Vielleicht hat die maliziöse Krebserkrankung auch dazu beigetragen, einen genaueren Blick auf die Umwelt zu richten. Und diese neue Sichtweise in melancholische Töne in klassischer Liedermacher-Manier zu packen.
Thomas Rüger
Roddy McKinnon: „Lake“. CD, Silberblick Musik, 2026, etwa 16 Euro
Aus anderen Quellen
„Seit seiner Rückkehr ins Amt als US-Präsident“, schreibt Thitinan Pongsudhirak, „hat Donald Trump Verbündete und Partner in Europa mit Forderungen nach höheren Verteidigungsausgaben, mit Drohungen einer Reduzierung amerikanischer Sicherheitsgarantien sowie mit einem zunehmend transaktionalen und unilateralistischen Umgang mit langjährigen Beziehungen vor den Kopf gestoßen. Beim jüngsten Shangri-La-Dialog in Singapur machte Verteidigungsminister Pete Hegseth deutlich, dass dieselbe Strategie des Drucks nun auch auf Südostasien ausgeweitet wird. Seine schroff vorgetragene Forderung, asiatische Verbündete und Partner sollten 3,5 Prozent ihres Bruttoinlandsprodukts für Verteidigung ausgeben, könnte die größte militärische Aufrüstung der Region seit Jahrzehnten auslösen.“
Thitinan Pongsudhirak: Brandgefährlich, ipg-journal.de, 08.06.2026. Zum Volltext hier klicken.
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„Hörbücher fristen im literarischen Diskurs noch immer ein Dasein als Underdogs“, vermerkt Bernard Hoffmeister und fährt fort: „Oft habe ich sogar schon den Satz gehört, der wie eine vorauseilende Entschuldigung klingt. Ich habe den neuen Roman nur als Hörbuch gehört. Warum gilt das hörende Ohr als minderwertiges Organ der Erkenntnis, während das lesende Auge als Gralshüter der Bildung gefeiert wird? […] Nachweislich gibt es unterschiedliche Lerntypen, also Menschen, die zum Beispiel über das Auditive Dinge besser aufnehmen können, als andere, denen es leichter fällt, sich Inhalte zu erlesen. […] Während es bei der inhaltlichen Verarbeitung kaum wesentliche Unterschiede gibt, hat das Hörbuch noch einen ganz anderen Vorteil. Es demokratisiert den Zugang zur Weltliteratur.“
Bernard Hoffmeister: Das Hörbuch – Die unterschätze Macht der Literaturrezeption, Deutschlandfunk Kultur, 28.05.2026. Zur Audiodatei hier klicken.
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Éva Péli besuchte anlässlich des 85. Jahrestages des deutschen Überfalls auf die Sowjetunion die Gedenkstätte an der Stelle des früheren belarussischen Ortes Chatyn, der von einer deutschen Einheit ausgelöscht wurde.: „Es ist der 22. März 1943. Am Morgen hatten Partisanen eine deutsche Kolonne angegriffen und dabei den Hauptmann Hans Woellke getötet, den Kugelstoß-Olympiasieger von1936, der mit Adolf Hitler persönlich bekannt war. Die Vergeltung folgte prompt und unbarmherzig. Die berüchtigte SS-Sondereinheit Dirlewanger, bestehend aus verurteilten Kriminellen, und das Schutzmannschafts-Bataillon 118, das maßgeblich aus ukrainischen Kollaborateuren bestand, umstellten das Dorf Chatyn. Sie trieben alle 149 Einwohner – darunter 75 Kinder – in die hölzerne Kolchosen-Scheune. Die Tore wurden von außen verrammelt, das Gebäude mit Stroh umwickelt und mit Benzin übergossen.“
Éva Péli: Das verbrannte Dorf, Berliner Zeitung, 20./21.06.2026. Zum Volltext hier klicken.
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„Zusehends verschwinden die Texte“, konstatiert Christian Schüle und konkretisiert: „Sie verschwinden nicht mit einem Schlag, auch nicht allesamt. Sondern der Text an sich wird im Prozess einer fundamentalen Veränderung zunehmend entwertet und peu à peu ausgeschieden. Jenseits schriftlicher Gebrauchsanleitungen, Beipackzettel oder Kurznachrichten sind Texte an sich mehrfach bedroht. Durch Zeitnot, Zeitverdichtung und Kurztaktung. Durch Beschleunigung, Bequemlichkeit und Bedienerfreundlichkeit. […] Zwischen 2010 und 2020 hat eine massive Expansion sozialer Medien zu einem Überangebot an audiovisuellen Inhalten geführt. Einfach zu konsumieren, bequem zu verwerten. Die Zeitgenossen lesen immer weniger und reden immer mehr. Sprechen ist bequem, Schreiben aufwendig.
Sehen ist unterhaltsam, Verstehen mühsam. Mündlichkeit führt aber keineswegs zu Mündigkeit. Und kein Medium ist manipulativer und manipulationsanfälliger als das Bild und seine Deepfakes.“
Christian Schüle: Mündlichkeit führt nicht zu Mündigkeit, Deutschlandfunk Kultur, 09.04.2026. Zur Audiodatei hier klicken.
Zusammengetragen von Wolfgang Schwarz.
Letzte Meldung
Laut CIA-Direktor John Ratcliffe, so vermeldete die WELT am 16. Juli, überlebten russische Soldaten auf den Schlachtfeldern in der Ukraine im Schnitt lediglich 20 bis 30 Minuten – infolge des Einsatzes von Künstlicher Intelligenz (KI) bei ukrainischen Kampfdrohnen. Ratcliffe wörtlich: „Unsere Erkenntnisse stimmen mit einigen der öffentlich zugänglichen Berichte überein, die Sie möglicherweise aus der Ukraine gesehen haben: Die durchschnittliche Lebenserwartung eines russischen Rekruten, der derzeit auf dem Schlachtfeld in der Ukraine eintrifft, wird auf 20 bis 30 Minuten geschätzt.“ Das läge „daran, dass KI-gestützte Drohnen zu […] spezialisierten, kostengünstigen Tötungsmaschinen geworden sind.“
US-Regierungsvertreter hätten überdies erklärt, Russland verliere pro Woche rund 7000 Soldaten.
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Schlagwörter: Chatyn, Clemens Fischer, Elisa Hoven, Fregatte 126, Hörbuch, Juror #2, KI, Marc Uwe Kling, Rainer Rönsch, Rodney McKinnon, Sarcasticus, Sowjetunion, Stichwörter: Russland, Südostasien, Texte, Thomas Rüger, Ukraine, USA, Verstehen, Viola Schubert-Lehnhardt, Wladimir Majakowski

