Nach Angaben der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA verfügte Iran Mitte 2025 über 400 Kilogramm bis auf 60 Prozent angereichertes Uran-235. Für diesen Anreicherungsgrad sind im Internet, auch unter Hinzuziehung von KI, keine zivilen Verwendungszwecke zu ermitteln, die derartige Mengen erforderten.
Darüber hinaus soll Iran über weitere circa 8,5 Tonnen schwach angereichertes (20 Prozent) Uran-235 verfügen.
Waffenfähiges Uran-235 erfordert einen Anreicherungsgrad von mindestens 90 Prozent. Die technische Schwelle zwischen den beiden Anreicherungsgraden 60 und 90 Prozent stuft Gemini, die Google-KI, als „sehr niedrig“ ein. – Die größte je getestete Uranspaltungsbombe (Ivy King, USA, 1952) hatte eine Sprengkraft von 500 Kilotonnen; benötigt wurden dafür etwa 60 Kilogramm hochangereichertes Uran-235.
Das Teheraner Regime hat in den vergangenen Jahrzehnten immer wieder erklärt, kein militärisches Atomprogramm zu verfolgen, den Besitz von Kernwaffen nicht anzustreben.
Erstmals Mitte der 1990er Jahre wurde bekannt, dass der oberste Religionsführer Irans, der im jüngsten völkerrechtswidrigen Angriffskrieg der USA durch diese ermordete Ayatollah Ali Chamenei, eine Fatwa erlassen habe, die die Entwicklung, Lagerung und den Einsatz von Atomwaffen als „haram“ (religiös verboten) einstufte. Auf einem IAEA-Treffen im August 2005 in Wien wurde dies in einem offiziellen iranischen Statement bestätigt. Mindestens 2010 und 2019 wurde dieser Erlass von Chamenei selbst bestätigt; die Produktion und der Einsatz von Massenvernichtungswaffen, Atomwaffen eingeschlossen, widersprächen islamischem Recht.
2015 erfolgte der Abschluss eines Atomabkommens (JCPOA) zwischen Iran und der P5+1-Gruppe (USA, Frankreich, Großbritannien, Deutschland, Russland, China); es zielte darauf ab, Irans Nuklearprogramm zu begrenzen und strengen Kontrollen zu unterwerfen, um den Bau von Atomwaffen zu verhindern. Die iranischen Bestände an angereichertem Uran wurden auf 300 Kilogramm begrenzt. Im Gegenzug sollten die westlichen Wirtschaftssanktionen gegen Teheran sukzessive aufgehoben werden.
2018, während der ersten Trump-Administration, kündigte Washington das Abkommen auf.
Nach den völkerrechtswidrigen US-amerikanisch-israelischen Terrorluftangriffen im Jahre 2025 erklärte der US-Präsident, dass die Atomanlagen des Iran „komplett zerstört“ worden seien.
Als eines unter inzwischen diversen von Trump verkündeten Hauptzielen des aktuellen Angriffskrieges gegen den Iran figuriert allerdings wieder, man wolle Teheran dauerhaft am Erwerb nuklearer Waffen hindern.
Anfang März 2026 erklärte Raffael Grossi, der Chef der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA), auf einer Pressekonferenz in Wien mit Blick auf den Iran: „Wir sehen kein strukturiertes Programm zur Herstellung von Atomwaffen.“
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Die Anreicherung einer großen Menge Uran-235 auf 60 Prozent ist ein starkes Indiz dafür, dass die Teheraner Führung in den Club der Atomwaffenmächte strebte. Ob dieses Ziel inzwischen aufgegeben worden ist oder nach Beendigung des aktuellen Krieges mit erhöhter Intensität weiterbetrieben wird (Niemand greift Nordkorea an!), kann an dieser Stelle nicht definitiv beantwortet werden.
Doch dass auch die Worte des obersten religiösen Führers des Irans nicht in Stein gemeißelt sind, hat erst jüngst ein anderer Vorgang nachhaltig unterstrichen. Im Dezember 2017 hatte die US-amerikanischen Arms Control Association gemeldet: „Der oberste Führer des Iran, Ayatollah Ali Chamenei, erklärte, sein Land werde keine ballistischen Raketen mit einer Reichweite von mehr als 2.000 Kilometern entwickeln, und bekräftigte damit frühere Äußerungen von Regierungsvertretern und Militärführern zu Reichweitenbeschränkungen für Raketen.“
Am 21. März 2026 hat Irans Regierung bekannt gegeben, zwei ballistische Raketen gegen die britisch-amerikanische Militärbasis auf der Insel Diego Garcia im Indischen Ozean abgefeuert zu haben. Meldungen von US-Medien zufolge, sei eine der Raketen im Flug zerfallen und die zweite durch ein US-amerikanisches Kriegsschiff mithilfe des Raketenabwehrsystems SM-3 abgefangen worden. Die Distanz zwischen Teheran und der Insel beträgt 5200 Kilometer und von iranischem Festland aus mindestens 3800 Kilometer.
Am 29. März 2026 meldete das Wallstreet Journal: „Laut US-Beamten erwägt Präsident Trump eine Militäroperation, um fast 1.000 Pfund Uran aus dem Iran zu bergen – eine komplexe und riskante Mission, bei der amerikanische Streitkräfte wahrscheinlich mehrere Tage oder länger im Land bleiben müssten.“ Sollte eine solche Aktion tatsächlich stattfinden, wäre dies zweifelsohne ein weiterer völkerrechtswidriger Akt in einem eh schon zu verurteilenden Angriffskrieg. Hätte aber womöglich einen sicherheitsstärkenden weltpolitischen Kollateralnutzen …
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