29. Jahrgang | Nummer 9 | 18. Mai 2026

Antworten

Angelica Domröse, Paula, Schauspielerin – In Ihren Rollen spielten Sie vor allem unangepasste, selbstbewusste und emotionale Frauen, die sich gesellschaftlichen Zwängen widersetzten und leidenschaftlich für ihr persönliches Glück kämpften.

Sie haben uns über viele Jahrzehnte begleitet und begeistert: Theaterschauspielerin am Berliner Ensemble und an der Volksbühne in Ostberlin, später am Schillertheater in Westberlin. Filmschauspielerin bei der DEFA – Durchbruch 1971 als Effi Briest und 1973 in Ihrem wohl bekanntesten Film. Dort waren Sie die legendäre Paula an der Seite von Paul (Winfried Glatzeder): „Muss doch noch etwas anderes geben, als schlafen, arbeiten und wieder schlafen und arbeiten.“ Die Rolle Ihres Lebens.

Erfolge im DDR-Fernsehen in „Wege übers Land“ und „Daniel Druskat“, mehrfach Fernsehkünstlerin des Jahres. Dann die Biermann-Resolution 1976 und 1980 der Weg in den Westen. Erneute Erfolge in Theater, Fernsehen und Film. Zwischendurch immer wieder Hörspiele in Ost und West. Zuletzt im Film 2012 „Bis zum Horizont, dann links!“ Jetzt sind Sie im Alter von 85 Jahren Richtung Schauspielerolymp abgebogen. Adieu!

Einen ausführlichen Nachruf verfasste Blättchen-Autor Reinhard Wengierek für die Welt.

 

John Ratcliffe, CIA-Chef – Sie besuchten gerade Kubas Hauptstadt Havanna, dort haben Sie sich mit dem kubanischen Innenminister, dem Chef des kubanischen Geheimdienstes und Raúl Rodríguez Castro getroffen, einem Regierungsbeamten und Enkel des ehemaligen Präsidenten Raúl Castro. Sie seien nach Kuba gereist, „um persönlich die Botschaft von Präsident Trump zu überbringen, dass die Vereinigten Staaten bereit sind, sich ernsthaft mit Wirtschafts- und Sicherheitsfragen auseinanderzusetzen, aber nur, wenn Kuba grundlegende Veränderungen vornimmt“, erklärten Sie laut NBC.

Die aktuellen umfangreichen Stromausfälle in Kuba nahmen deutlich zu, als die USA mit Strafzöllen gegen Staaten drohten, die Kuba mit Öl beliefern. Seitdem haben weder Mexiko noch Venezuela, einst die wichtigsten Öllieferanten Kubas, Treibstoff geliefert. Unlängst kam es zu Protesten in mehreren Stadtteilen Havannas gegen die anhaltenden Stromausfälle. In dieser Situation kündigte das US-Außenministerium an, dem kubanischen Volk „100 Millionen US-Dollar an direkter humanitärer Hilfe“ anzubieten. Außerdem: Die USA „streben weiterhin substanzielle Reformen des kommunistischen Systems in Kuba an“.

Das letztere war übrigens schon so, als die CIA im April 1961 via Invasion über die Bahía de Cochinos Kuba besuchen wollte. Nun gut, das war vier Jahre vor Ihrer Geburt.

Kubas Präsident Miguel Díaz-Canel erklärte, sein Land werde Hilfen nicht ablehnen, wenn diese „in voller Übereinstimmung mit den allgemein anerkannten Praktiken humanitärer Hilfe“ geleistet würden.

Eine Lockerung oder Aufhebung der US-Blockade wäre nach seinen Worten ein einfacherer Weg. Das sehen wir auch so.

 

Nina Warken (CDU), Bundesgesundheitsministerin – Sie und Ihre Mittäter in Kabinett und Parlament sprechen wahlweise von großer Gesundheitsreform oder GKV-Spargesetz, obwohl es sich um einen finanziellen Aderlass sondergleichen praktisch ausschließlich an zig-Millionen von Pflichtversicherten handelt: Höhere Zuzahlungen bei Medikamenten, teilweise Abschaffung der beitragsfreien Familienmitversicherung, geringere Zuzahlungen beim Zahnersatz, Beibehaltung versicherungsfremder Leistungen zulasten der Beitragszahler. Bereits vor der Reform gestiegen waren die Zusatzbeiträge zur Gesetzlichen Krankenversicherung – von durchschnittlich 2,5 Prozent (2025) auf jetzt 2,9 Prozent.

Wie Hohn klingt da Ihre Erklärung: „Wir haben über unsere Verhältnisse gelebt.“

„Wen meint sie wohl damit?“, fragte die Magdeburger Volksstimme: „Die Patienten vielleicht, die sich seit Jahren damit herumschlagen müssen, einen Termin beim Facharzt zu ergattern? Die Kunden, die in den Apotheken bangen müssen, dass ihre Medikamente plötzlich im Nirwana der globalen Pharmawirtschaft verschwunden sind? Die Menschen im ländlichen Raum, die darunter leiden, dass immer mehr kleine Krankenhäuser verschwinden? Die Merz-Regierung hat für ihre Reformsuppe das System gründlich durchgerührt. Um bei der Erkenntnis zu landen: Die Schuldigen an der Misere sind primär die gesetzlich Krankenversicherten. Deshalb werden vor allem sie geschröpft und nicht etwa hochprofitable Pharmafirmen.“

Und sollte sich noch jemand fragen, wie man als Große Koalition Politik auch ja so hinbekommt, dass die AfD vielleicht schon nach der nächsten Bundestagswahl den Kanzler stellt, dann dürfte derjenige einer Antwort soeben wieder ein gehöriges Stück näher gekommen sein.

 

Marc Raschke, Journalist, Internetpersönlichkeit – Unlängst schrieben Sie auf Facebook: „Wer ein Glaskinn hat, sollte nicht in den Ring steigen. Mehr fällt mir zum neusten Ausfall von #Merz nicht ein. ‚Kein #Bundeskanzler vor mir hat so etwas ertragen müssen‘, so der CDUler wehleidig in einem Interview. Mit ‚so etwas‘ meint er das Echo in den sozialen Netzen. Ein Echo, das in der Tat vernichtend mit der CDU und Merz umgeht; wobei – durchaus verdient.

Und es ist fast rührend, wie sich Merz als den am meisten gescholtenen Politiker der #Republik inszeniert.

Eure Lordschaft, Friedrich I. vom #Sauerland, belieben dabei zu scherzen.

Besitzt er gar das Gedächtnis eines Goldfischs oder ignoriert er schlichtweg die Realität? Er und seine CDU/CSU-Schergen haben in der Ampel völlig ungehemmt gegen Scholz und #Habeck geschossen – flankiert durch diverse Vorfeld-Organisationen der CDU/CSU, die sich über Social-Media formierten. Und auch Angela #Merkel wurde gerade aus dem Netz stets scharf attackiert.“

Danke! Schöner hätten wir es auch nicht sagen können.

 

Dr. Joseph Goebbels, Reichsminister a.D., Kriegsverbrecher – Unter der Überschrift „Kriegstüchtig wie nur je“ kommentieren Sie in der Wochenzeitung Das Reich 1944, elf Tage vor dem missglückten Attentat Stauffenbergs, die Notwendigkeit des Krieges. Das ist nur ein Beleg von vielen Kriegstüchtig-Aufrufen.

Heutigen Kriegsertüchtigern rufen wir zu: Was wir dringend brauchen, ist Friedenstüchtigkeit. Da sehen wir die aktuellen Schulstreiks gegen Wehrpflicht unter dem Motto „Nie wieder Krieg!“ als hoffnungsvollen Aufbruch …

 

Mike Krüger, der Sänger mit dem Nippel durch die Lasche – Als größte Nase des deutschen Fernsehens haben Sie kürzlich in einer Sendung von Stefan Raab Ihr Lied „Gender-Jünger“ vorgestellt. Darin rechnen Sie mit dem Gendern ab. So singen Sie in dem Lied: „Plötzlich heißt es nicht mehr Hosenträger, sondern Hosenträger*in. Auch die Am-Berg-Steigenden ergeben keinen Sinn …“ Auch absurde Formulierungen im Alltag greifen Sie auf: „Fragen Sie Ärztin oder Arzt und Apothekende!“ Im Interview mit der Bild sagten Sie: „Ich komme noch aus der Generation der 68er und 70er. Für uns war damals klar, dass, wenn man von Demonstranten sprach, da natürlich auch Frauen dabei waren.“ Und weiter, er und seine Frau gehörten beim Genderwahn zu den Kopfschüttelnden.

Wir sind dabei und schütteln mit.