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Vanessa Emde, linke Antisemitin – Sie sind eine direkt gewählte Kandidatin der Linken fürs Abgeordnetenhaus mit 46,2 Prozent der Erststimmen in Berlin-Neukölln. Das ist eine überaus beachtlich hohe Zahl. Plakatiert hatten Sie im Berliner Wahlkampf mit der nicht gerade regionalen Forderung „Freiheit für Palästina“. Außerdem fielen Sie mit der Behauptung auf, Israel habe kein Existenzrecht. Das sprach offensichtlich  bestimmten Neuköllner Kreisen aus dem Herzen.

Vor einigen Tagen erschienen Sie zur Fraktionssitzung der Berliner Linken in Begleitung von Hannah Bruns, gegen die bereits ein Parteiausschlussverfahren läuft. Bruns ist Wortführerin der LAG Palästinasolidarität und behauptet unter anderem, Palästina sei erst dann befreit, wenn Tel Aviv wieder in der Hand von Palästina läge.

Ihre Provokationen sind unerträglich. Es wird höchste Zeit, dass die Berliner Linke sich besinnt und von Ihnen trennt. Die Linke sollte dabei zum Beispiel auf ihren früheren Fraktionschef Gregor Gysi hören. Treten Sie von Ihrem Mandat zurück! Antisemitismus hat nichts im Berliner Abgeordnetenhaus zu suchen.

 

Zümrüt Gülbay-Peischard, Dummheits-Koryphäe – Sie wurden in Ankara geboren, wuchsen in einer „Gastarbeiter“-Familie in Berlin-Wedding auf und sind seit 1998 Professorin für Wirtschaftsrecht an der Hochschule Anhalt in Bernburg (Saale). Am 2. November 2026 ist Ihr Buch „Saudämlich: Wie Dummheit unsere Gesellschaft gefährdet“ erschienen. Der Welt erläuterten Sie kürzlich: „Dummheit hat nichts mit geringer Bildung oder dem Schulabschluss zu tun, sondern mit Ignoranz und Verantwortungslosigkeit, um es mit Dietrich Bonhoeffer zu formulieren. Hinzu kommen Faulheit und fehlende Empathie. Wir sind alle nicht vor der Gefahr gefeit, uns dumm zu verhalten.“ Überdies: „Heute hält Nichtwissen viele Menschen nicht davon ab, trotzdem eine Meinung zu haben. Wir beobachten hier eine große Unbescheidenheit […].“ Und: Die Maxime „Der Klügere gibt nach“ halten Sie für einen Fehler, denn wer dem Mobber aus dem Weg gehe, überlasse „ihm den Raum“. Schließlich: Dummheit sei heute gesellschaftlich gefährlicher als früher, weil „sie sich schneller verbreitet, schneller Anhänger findet und weil aus einer falschen Aussage sehr schnell eine vermeintliche Wahrheit werden kann. Die sozialen Medien beschleunigen das enorm.“

All dies und vieles mehr behandeln Sie ausführlich in Ihrem Buch.

Wenn es überhaupt noch eines weiteren Beweises bedurft hätte, dass und wie Multikulti die deutsche Gesellschaft bereichern kann, hätten Sie ihn gerade erbracht …

 

Gernot Döllner, Audi-Chef (CEO) – Ende Oktober 2026 standen Sie während einer Wahlkampfveranstaltung für die Midterms zusammen mit US-Präsident Trump auf einer Bühne und verkündeten, Audi wolle einen Produktionsstandort im US-Bundesstaat Georgia aufbauen. Mit einer Kapazität von 200.000 SUVs pro Jahr und mit 4.500 Arbeitsplätzen. Da fragte sich die Neue Osnabrücker Zeitung: „Hätte die Ankündigung nicht problemlos nach den Midterms am 3. November erfolgen können?“ Die Rheinpfalz sekundierte: „[…] war Döllner nicht bewusst, dass er mit seinem Auftritt direkt in den US-Wahlkampf eingreift?“ Und das Handelsblatt schrieb: „Es ist eine Sache, Geschäfte zu machen mit Ländern, die es nicht so genau mit den Menschenrechten und demokratischen Werten nehmen. Doch es hat eine ganz andere Qualität, Wahlkampfhilfe für einen rassistischen und offensichtlich korrupten, Europa attackierenden und Diktatoren hofierenden US-Präsidenten zu leisten. Der Audi-Chef hat damit eine Grenze überschritten. Wenn deutsche CEOs offenbar kein Problem damit haben, einem xenophob und frauenfeindlich auftretenden Trump im Wahlkampf auszuhelfen, was hält sie dann noch davon ab, das Gleiche auch bei der in Teilen rechtsextremen AfD zu tun?“

Letzteres fragen wir uns allerdings auch.

Und befürchten zugleich: Die Frage stellen heißt, sie beantworten …

 

Lars Klingbeil, Bundesfinanzminister und Co-Vorsitzender der SPD – Geht Ihnen eigentlich der A…llerwerteste auf Grundeis? Wir hätten vollstes Verständnis: jüngste Wahlergebnisse – grottig; Bärbel Bas, Ihre Stellvertreterin in der SPD – von der Fahne gegangen; Umfragewerte der Partei – stabil im Keller, Trend: weiter abwärts; Forderungen nach Ihrem Rücktritt – kommen selbst aus der eigenen Partei. Und Sie haben nix in der Hinterhand, können „nur Politik“, wie es kürzlich in der Berliner Zeitung hieß: „Bereits während des Studiums kam das Hochdienen in der Partei, aber kein Beruf außerhalb des Politischen, kein unmittelbarer Bezug zur realen Arbeitswelt. Wie wirklichkeitsnah ist also der Mann, der über Milliarden unserer Steuergelder entscheidet […]?“

Was sollte aus Ihnen werden, wenn die SPD demnächst ganz aus der Kurve flöge? Für Ihre Parteifreundin Andrea Nahles, eine ihrer Vorgängerinnen im Parteivorsitz, war wenigstens noch der gut dotierte Posten an der Spitze der Bundesanstalt für Arbeit frei. Sigmar Gabriel, auch so ein Vorgänger, beerbte zumindest Friedrich März an der Spitze der Atlantikbrücke und hat es gerade in den Aufsichtsrat von Rheinmetall geschafft …

Doch was bliebe Ihnen? Heute kann man ja nicht einmal mehr sicher sein, dass alte Volksweisheiten noch gelten – etwa: Wer nichts wird, wird Wirt.

O tempora, o mores!

 

James Bond, der mit der Verpflichtung, seine Fans keinesfalls zu langweilen und sich dabei niemals (also wirklich: nie!) bierernst zu nehmen – Insbesondere letzterer Aspekt war in den jüngsten Streifen der Reihe doch merklich unter die Räder geraten. Ob dies einer der Gründe war, derentwegen Daniel Craig die Rolle aufgab, ist umstritten. Jetzt durften Presseberichten zufolge Jack Lowden, Callum Turner und Josh O’Connor zu einem Casting um Craigs Nachfolge antreten. (Leider wurde offenbar keine PoC* in Erwägung gezogen, obwohl sich Idris Elba lange mit im Gerüchtegewaber gehalten hat; vielleicht zu lange – inzwischen ist der Sexiest Man Alive des US-Magazins People von 2017 ja auch schon 53.) Die jetzigen drei wirken fast wie eineiige Drillinge, die sich erst kürzlich gegenseitig ihre letzten rückwärtigen Pubertätspickel ausgequetscht haben.

Doch ließe sich das Schlimmste ohne Weiteres noch verhindern, griffe das Castingteam eine (wirklich revolutionäre) Anregung von Anthony Lane, von 1993 bis 2024 Filmkritiker beim New Yorker, auf – für eine Besetzung, die „alle Kriterien für Bond erfüllt: Emily Blunt“. Die sei eine „gestandene Erwachsene und ein echter Filmstar, kein Gesicht, das man nur flüchtig aus dem Fernsehen kennt. Sie kann sowohl eine Schusswaffe tragen, wie sie in Villeneuves ‚Sicario‘ bewies, als auch einen ganzen Film – man denke nur an Steven Spielbergs ‚Disclosure Day‘ [siehe auch Blättchen 11/2026], in dem sie an der Seite von O‘Connor spielte und Russisch sprach. Blunt ist schlagfertig, gelassen, unerschütterlich in ihrer Panik, urkomisch und so englisch wie Erdbeeren mit Sahne. Mit einem Schlag würde sie das abgedroschene Klischee des ‚Bond-Girls‘ endgültig ad acta legen. […] Mein Plan: Als Trostpreis könnten sich Lowden, Turner, O‘Connor und alle anderen ehemaligen Anwärter auf die Rolle des Bond auf dem Poster für den nächsten James-Bond-Film um Blunt räkeln, mit einem breiten Lächeln und knappen Badehosen. Meine Herren, hier ist Ihre Mission: Sie werden Bond-Boys. Viel Glück!“

Geschätzter Kollege Lane, dem haben wir nichts (also ganz wirklich: nothing!) hinzuzufügen.

* – Person of Colour

 

Horst Eckart, Verzauberer von Klein und Groß – Unwahrscheinlich ist es nicht, dass die übergroße Mehrheit Ihrer weltweiten Fan-Gemeinde (darunter die Republik Panama, die Sie 1999 mit dem Orden de Manuel Amador Guerrero ehrte, der höchsten Auszeichnung des Landes) Ihren bürgerlichen Namen gar nicht kannte. Das gilt womöglich auch für Ihren scheußlichen Start ins Leben, den Sie später folgendermaßen auf den Punkt brachten: „Es ist kein Glück, geboren zu werden.“ Schon gar nicht im damaligen Hindenburg (heute polnisch Zabrze) und vom Vater nach der SA-Ikone Horst Wessel benamst. Ihre Eltern schlugen Sie mit der Peitsche und allem, was ihnen in die Hände kam; das hinderte Ihre Mutter zugleich allerdings nicht, ihre katholische Gottesfürchtigkeit wie eine Monstranz vor sich herzutragen. Dies und einschlägige Erlebnisse als Jugendlicher in kirchlichen Zusammenhängen prägten Sie lebenslang, sorgten dafür, dass „das Katholische immer wieder hochkommt.“

Die Süddeutsche Zeitung erinnerte gerade an folgende Episode: Eine Ihrer „Sternstunden dürfte 2007 die Beschwerde des damaligen bayerischen Ministerpräsidenten Edmund Stoiber gewesen sein“, der Sie „als ‚falschen Propheten‘ bezeichnete, der sich mit seinen antireligiösen Zeichnungen Zugang zu den Kinderzimmern verschaffe. Vorausgegangen war die Karikatur ‚Taufe‘ im Spiegel, auf der ein Geistlicher zu sehen ist, wie er über dem Taufbecken einem Baby mit dem Hammer das Kreuz in den Bauchnabel treibt.“ Stoibers Äußerungen empfanden Sie als „besonders ehrenvoll“.

An die 300 Bücher haben Sie illustriert und einen erklecklichen Teil davon selbst verfasst. Häufig für Kinder. Doch auch Erwachsene waren (und sind) immer wieder fasziniert. Woher Sie all die Phantasie nahmen, mag man sich fragen. Sie haben‘s erklärt: „Ich suchte immer alles das, weil es in meiner Familie nicht vorkam, wie einen Rettungsring.“

Als Janosch sind Sie jetzt – 95-jährig – gestorben, aber uns werden Sie zusammen mit dem kleinen Tiger, seinem Bären, der Tigerente, Günter Kastenfrosch, Lari Fari Mogelzahn und all Ihren anderen Gestalten unvergesslich bleiben.