19. Jahrgang | Nummer 24 | 21. November 2016

An den Mond am 14. November 2016

von Renate Hoffmann

Lieber Mond, du gehst so stille
durch die Abendwolken hin.
Kannst du mich sehen ohne Brille,
die ich hier ganz unten bin?

Ich hätte nämlich eine Bitte,
die dich sicher nicht verletzt,
auch wenn du im Reich der Mitte
sehr verehrt und hoch geschätzt.

Wenn du einmal kurz vorm Scheiden
unverbindlich nach mir siehst,
denn ich kann dich sehr gut leiden,
weil du so hübsch rundlich biiist.

Nun hast du mit deinem Licht
meinem Wunsche rasch entsprochen.
Das vergesse ich dir nicht,
auch nicht in den nächsten Wochen.

Rund und dick und ziemlich nah
bist du an mir vorbei gezogen.
So was war noch nie nicht da,
glaub mir, ich hab nicht gelogen.

Von der Linie abzuweichen,
wie im Himmel, so auf Erden
ist ein Wagnis ohnegleichen
und kann zum Verhängnis werden.

Du hast viel für mich gewagt.
Deshalb sei es hier gesagt:
Ob du nah bist oder ferne,
ich hab dich auch als Halbmond gerne.