Eli Cohen, Israels Minister für Infrastruktur, Energie und Wasser – Laut einem Medienbericht haben Sie dieser Tage öffentlich geäußert, Ihr Ministerium werde die Wiederherstellung der Infrastruktur im Gaza-Streifen nicht unterstützen. Gaza solle für die nächsten Jahrzehnte eine – Zitat – „Insel der Ruinen“ bleiben.
Das ist die Sprache eines Barbaren und Wasser auf die Mühlen derer, die sich einen Frieden im Nahen Osten nur ohne die Existenz Israels vorstellen können.
Carsten Linnemann, CDU-Generalsekretär – Gab man am 13. Juli 2025 um 11:40 Uhr bei Youtube „merz+villa“ ein, ploppte unter anderem ein Video auf, in dem behauptet wird, der Bundeskanzler und CDU-Chef habe seiner Tochter Konstanze in München eine Villa gekauft. Für läppische acht Millionen Euro.
„Völliger Quatsch“, sagen Sie. Und kommentierten: „Das kommt aus Russland, um Friedrich Merz zu schaden, behaupte ich, aber Hunderttausende haben das angesehen und glauben, das ist echt. Das ist hart für eine Demokratie.“
Da fragen wir uns doch unwillkürlich: Ist das noch Verfolgungswahn oder hat das schon eine ganz eigene Qualität?
Andererseits wissen wir aber natürlich auch: Bloß weil einer paranoid ist, heißt das ja noch lange nicht, dass keiner hinter ihm her ist …
Christine Lambrecht, Ex-SPD-Politikerin – Dass Sie mal der fehlbesetzteste Bundesverteidigungsminister waren, hatten wir eigentlich bereits vergessen. Doch nun haben Sie sich durch eine 133 Seiten schmale Schrift mutwillig wieder in Erinnerung gebracht. Titel: „Auf Stöckelschuhen durch Absurdistan“. Der Spiegel hat gelesen und hämte sofort los – „ein Buch, erschienen im Selbstverlag, der untersten Kategorie der Publikation: kein Lektorat, keine Korrektur, keine Beratung […] – gedruckt wird, was die Autorin liefert. Sie liefert nicht viel.“ Erkennbar seien vier Grundanliegen, davon zuvorderst dieses: „Christine Lambrecht hat sich geärgert und will jetzt einiges klarstellen.“ Und: „Die Einblicke in ihre politische Arbeit hingegen lesen sich wie mühsam aufgeblasene Wikipedia-Einträge.“ Und so weiter und so fort.
Nun wissen wir natürlich: Wen Der Spiegel auf dem Kieker hat, ob aus trefflichen oder aus eher Bagatellgründen, den schreibt er runter. Allerdings empfehlen Sie in Ihrem Vorwort höchstselbst: „[…] mein Rat an alle, die Probleme mit mir oder diesem Buch haben: Kauft es nicht, lest es nicht und geht stattdessen lieber spazieren, macht was Schönes“.
Und Probleme mit Ihnen haben wir spätestens seit jenem nicht nur geschmacklosen Silvester-Video von 2022 tatsächlich, als Sie mit Blick auf die Ukraine in die Kamera und ins nächtliche Berliner Böllern sprachen: „Mitten in Europa tobt ein Krieg. Damit verbunden waren für mich ganz viele besondere Eindrücke, die ich gewinnen konnte, viele, viele Begegnungen mit interessanten, mit tollen Menschen. Dafür sage ich ein herzliches Dankeschön.“ Hindenburg lässt grüßen: „Der Krieg bekommt mir, wie eine Badekur!“
In Bezug auf Ihre jetzige Schrift werden wir daher Ihren Rat beherzigen und – „was Schönes“ machen.
Jens Spahn, Chef der CDU-Fraktion im Bundestag – Gerade haben Sie die Wahl von drei neuen Richtern für das Bundesverfassungsgericht durch das Parlament vergeigt: Sie konnten Ihre Fraktion nicht auf eine zuvor mit der SPD abgestimmte Kandidatin einschwören. Immerhin eine Premiere, wie Der Spiegel angemerkt hat: „Die Wahl eines Verfassungsrichters, die in letzter Minute abgeblasen wurde, hat es in der bundesdeutschen Parlamentsgeschichte noch nicht gegeben.“ Und: Dem „Koalitionspartner, der Opposition, der Öffentlichkeit“ und nicht zuletzt den „eigenen Leuten“ gelten Sie „als der Hauptverantwortliche des Desasters“.
Mit „dumm gelaufen“ wird das womöglich nicht abgehen. Für den Koalitionspartner SPD stehen Sie laut Süddeutscher Zeitung sowieso schon unter „Charakterlosigkeitsverdacht“. Sie seien „die Inkarnation dessen“, was die SPD „an der CDU besonders schlimm“ finde – denn: Hatten nicht Sie „im April verlangt, die AfD bei Organisationsfragen im Bundestag zu behandeln wie jede andere Oppositionspartei auch?“. Waren es nicht Sie, „der die Verabschiedung eines Antrags zur Migrationsbegrenzung mit Stimmen der AfD im Januar vehement verteidigt hatte?“ Hatten nicht Sie „die Nähe zu Leuten wie Donald Trumps früherem Botschafter Richard Grenell gesucht oder die des ehemaligen österreichischen Bundeskanzlers Sebastian Kurz, der mit der rechtspopulistischen FPÖ regiert hat“?
Da setzt ein Lob von CSU-Chef Markus Söder eher noch einen drauf: „Jens ist 360 Grad anspielbar und ein echter Allrounder.“
Bisher waren Sie ja stets und häufig das Stehaufmännchen, das nach jedem Fettnapf, Skandal oder Tiefschlag und allen Prognosen zum Trotz wieder in der Senkrechten auftauchte und die nächste Karrierestufe nahm. In der CDU-Hierarchie haben Sie es inzwischen bis an die zweite Stelle geschafft, und dass Sie sich die erste zutrauen, muss die SZ eigentlich niemandem mehr verraten: „Spahn hatte noch nie Schwierigkeiten damit, sich selbst geeignet zu halten für Höheres.“
Doch Sie als Alternative zu Friedrich Merz? Das wäre ja die Wahl zwischen Scylla und Charybdis, also wie Teufel mit Beelzebub auszutreiben …
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