Preisgekrönt
Das Jahr eilt. Der Herbst hat sich eingestellt. Das Laub beginnt, bunte Farben aufzulegen. Die vierte Jahreszeit verändert so manches. Auch den Lebenslauf des „Dunklen Wiesenknopf – Ameisenbläulings“ (Phengaris nausithous), des seltenen auserwählten Schmetterlings des Jahres 2026. Eine hochspezialisierte Art und vom Aussterben bedroht. Deshalb streng geschützt. Europaweit.
Kurzbiografie: Nomen est omen. Von dunklem schönstem Saphirblau, vornehmlich an eine Wirtspflanze, den „Wiesenknopf“ (Sanguisorba officinalis) gebunden, ist der Schmetterling nicht lebensfähig ohne den Bestand besonderer Gartenameisen (Myrmica rubra oder auch Myrmica ruginodis). Der weibliche Falter nutzt den Blütenkopf seiner Lieblingspflanze zur Eiablage und als Nahrungsquelle für die Raupen.
Die Lebensgeschichte des durch seine Schönheit auffallenden Bläulings ist ein kleines Naturwunder. Nach der Eiablage auf den Blütenköpfchen der Blütenknöpfchen (Vorsicht! Zungenbrecher) und dem Schlüpfen der jugendlichen Raupen, lassen sich diese zu Boden fallen und warten (ab). Hoffentlich geschieht dies in der Nähe eines Ameisenunterschlupfs. Denn es eilen die eifrigen Emsen herbei und transportieren die vermutete schmackhafte Beute in ihren Bau. Doch nun beginnt unverzüglich die feindliche Übernahme.
Durch besondere Botenstoffe (Pheromone) können Informationen übertragen werden, im vorliegenden Falle der Nestgeruch der Ameisen auf die Neuankömmlinge. Damit gelten diese den Nestbewohnern als ihresgleichen, werden angenommen, gehegt und gepflegt. Das Kuckucksei im fremden Nest. Sogleich beginnen die Raupen sich an der Ameisenbrut dick und rund zu fressen. Sie scheiden zwar als Gegengabe ein zuckersüßes Sekret aus, das wiegt aber den Raubbau nicht auf. Die Eindringlinge überwintern in der günstigen Umgebung und verpuppen sich auch hier.
Erwärmt die Frühlingssonne den Boden, dann schlüpfen die Falter und müssen fluchtartig die angenehme Unterkunft verlassen. Ihre Tarnung ist verflogen und die Szene kehrt sich um. Die Angegriffenen werden zu Angreifern. – Doch der „Dunkle Wiesenknopf – Ameisenbläuling“ zeigt nun im Flug (Juni bis zum Spätsommer) seine Prachtgestalt. Das verführerische Saphirblau mit der bogenförmigen Pünktchenreihe an der Flügeloberfläche der männlichen „Bläulinge“ und das Graubraun der Flügelunterseite; während die weiblichen Schmetterlinge gleichmäßig graubraun gefärbt sind.
Ob Hermann Hesse die seltenen zarten Wesen gesehen hat, ehe er die lyrischen Zeilen vom „Blauen Schmetterling“ schrieb? Wer weiß.
„Flügelt ein kleiner blauer
Falter vom Wind geweht,
Ein perlmutterner Schauer,
Glitzert, flimmert, vergeht.
So mit Augenblicksblinken,
So im Vorüberwehn
Sah ich das Glück mir winken,
Glitzern, flimmern, verwehn.“
Renate Hoffmann
Drama, Baby!
Nein, Rehe kommen nicht vor in der nunmehr 142. Folge der Sitcom-Reihe „Gutes Wedding, schlechtes Wedding“ mit dem Titel „Drama, Baby! – Der Rehbergdoktor“. Nicht nur Weddinger sollten den hundert Jahre alten Volkspark Rehberge zwischen Goethepark und Plötzensee kennen.
Ein echtes Volksstück wird wieder im Weddinger Prime Time Theater geboten, wenn auch anders als gewohnt. Anstelle des Hausherrn Oliver Tautorat, dem Erzkomödianten (der immerhin in Film-Einspielern mit dabei ist), begrüßt diesmal Sascha Vajnstajn kalauernd das Publikum. Publikumsliebling Daniel Zimmermann hat diesmal die Seiten gewechselt. Nicht zum ersten Mal verantwortet er den Theaterabend als Autor und führt Regie, steht aber leider nicht auf der Bühne. Die Einfälle, die sich an Vorbildern aus der Prime Time entlanghangeln und TV-Formate auf die Schippe nehmen, überschlagen sich mitunter. Eine Frau Keludowig versucht investigativ dahinterzukommen, was aus dem Sohn der offenbar stinkreichen und steinalten Taxiunternehmerin Anneliese Pfeiffer geworden ist, den sie einst in einem Ostberliner Entbindungskombinat zur Welt brachte – was Anlass für eine hübsche Hymne bietet. Ist der Sohn heute Detektiv? Das Stück hat viel Witz, manche Anspielung, aber der gewisse Charme bleibt auf der Strecke. Zimmermann hat ihn als Schauspieler. Den auch seinen Darstellern abzuverlangen, hat der Regisseur noch nicht vermocht.
Drama, Baby! – Der Rehbergdoktor, Prime Time Theater Berlin-Wedding, Müllerstraße 163, bis 28.11. mittwochs bis sonnabends 19.30 beziehungsweise 20.15 Uhr.
Frank Burkhard
Die jahrtausendealte Jagd nach dem Glück
Ein Standardwerk, das einen Überblick zu philosophischen Positionen und deren Verknüpfung mit den jeweiligen Zeitumständen geben will, ist Ludwig Marcuses 1948 erstmals erschienenes Buch „Die Philosophie des Glücks“. Seither gab es etliche Auflagen. Die von 1972, im Diogenes Verlag erschienen, ist die letzte Auflage, die der Autor noch selbst revidiert und erweitert hat. Das anhaltende Interesse resultiert sowohl aus dem Thema als auch aus der Darstellung. Bindet Marcuse darin doch die theoretischen Aussagen seiner Protagonisten ausführlich in deren Lebensumstände und die Zeitgeschichte ein. Er beschreibt sowohl die Biografien von Männern wie Hiob, Epikur, Seneca, Spinoza, Robert Owen und Tolstoi als auch die Positionen ihrer Weggefährten und Widersacher. Das große Manko des Buches: Frauen tauchen selbst als Ehefrauen einiger dieser Männer nicht auf (Ausnahme Sofia Andrejewna Tolstaja, die allerdings nicht einmal mit ihrem Namen genannt wird), geschweige denn als Personen, die wichtige Überlegungen zum Thema Glück beigebracht haben. In der Antike war es die Königin Hetepheres I. mit ihrem Satz: „Wasche Dein Gesicht in Glück und Gesundheit, indem Du Freude genießt.“ Sie verwies damit auf den Zusammenhang von Glück und Gesundheit. Hipparchia, Ehefrau des Philosophen Krates von Theben, lebte ihren Glücksanspruch mit ihrem Gatten unter Ablehnung jeglichen Reichtums unter freiem Himmel.
Im Zeitalter der Aufklärung war es Émilie du Châtelet, die ihren Mann verließ, mit dem Offizier und Dichter Jean François de Saint-Lambert zusammenlebte und schrieb: „Um glücklich zu sein, muss man sich von Vorurteilen befreit haben, tugendhaft sein und bei guter Gesundheit, Neigungen und Leidenschaften haben und für Illusionen empfänglich sein…“ Für Harriet Tylor-Mill, Ehefrau von John Stuart Mill, bedeutete Glück, „in alle Richtungen denken zu dürfen und sich selbst auszuprobieren, sowie die Lebensform und die Art zu leben, frei wählen zu können“. Das sind nur einige Beispiele für eine leider nicht vorhandene Fortsetzung zu einer Philosophie des Glücks von Frauen.
Oliver Hoffmann, Experte für Wirtschaftspsychologie und Innovationsmanagement, meint: „Glück ist nicht genug.“ Er will Menschen helfen, ihr Leben zu verändern. Folgerichtig stellt er Eudaimonia in den Mittelpunkt seiner Überlegungen. Darunter versteht man in der antiken Philosophie ein gelungenes, erfülltes und gutes Leben. Ausgangspunkt ist nicht die übliche Ratgeberfrage: „Was macht mich glücklich“, sondern „Was macht mein Leben gut?“ Schon die Philosophie der Antike habe gezeigt, dass das gute Leben stets ein auf Gemeinschaft ausgerichtetes sei, moderne Forschungen haben es untermauert. Ein weiterer Begriff in diesem Zusammenhang ist Wohlbefinden. Es meint, das eigene Leben als sinnvoll, kohärent und im Einklang mit den eigenen Werten zu erleben. Hoffmann leitet seine stark philosophisch-theoretischen Überlegungen in praktische Reflexionsfragen an die Leserschaft über. Auf diese Weise soll die Ankündigung realisiert werden, die Reise durch die Geschichte werde das Leben des Publikums verändern. Die Leser werden aufgefordert, kurze Notizen zum Gelesenen aufzuschreiben, Tugenden für gelingendes Leben auszuwählen, Gedankenexperimente zu machen, sich an bestimmte Situationen aus ihrem Leben zu erinnern. Die wohl schwerste Übung besteht darin, den Inhalt des Buches auf einen einzigen Satz für das eigene Leben zu verdichten.
Ludwig Marcuse: Philosophie des Glücks. Diogenes, Zürich 1972, zuletzt erschienen 2022, 336 Seiten, 10,99 Euro.
Oliver Hoffmann: Glück ist nicht genug. Die Rückkehr zu einem erfüllten Leben. Philipp Reclam jun., Ditzingen 2026, 267 Seiten, 25 Euro.
Viola Schubert-Lehnhardt
Satire und Porzellan in Greiz
Das Sommerpalais in Greiz, im Thüringer Vogtland gelegen, ist seit DDR-Zeiten als Sitz des Satiricums bekannt. Regelmäßig werden dort satirische Kunstwerke ausgestellt. Bis zum 1. November sind noch lustige Bilder von Heinz Jankofsky (1935-2002) zu sehen, der seit den 1950er Jahren für Tageszeitungen und Humorzeitschriften typische Menschen mit langen Nasen und lustigen Augen zeichnete. Seine Figuren geisterten durch die Zeit und gaben Kommentare zum Geschehen ab oder erlebten nichtalltägliche Situationen. Bis 22. November sind ebendort mit Tuschefeder, Bleistift, Acryl- und Wasserfarben gefertigte Karikaturen von Hans-Hubertus Esser (geboren 1945 in Heilbronn) zu sehen. Esser hatte sich 2024 entschlossen, dem Satiricum seine 7000 Bände umfassende Fachbibliothek zur Karikaturgeschichte zu schenken.
Am 10. Oktober kam eine neue Ausstellung im Greizer Sommerpalais hinzu. Gezeigt werden Arbeiten von Roland Beier. Der am 1955 in Meißen geborene Künstler übte sich früh in der Kunst des lustigen Striches. Von 1972 bis 1974 studierte er an der Hochschule für Bildende Kunst Dresden, später machte er sein Diplom an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee. Dort lernte er bei Werner Klemke, Gerhard Bläser und Axel Bertram. Seit 1980 arbeitet Beier freischaffend und konzentriert sich auf Gebrauchsgrafik, Illustrationen und Cartoons. Zu DDR-Zeiten gab er außerdem satirische Kommentare im Eulenspiegel ab. Gemeinsam mit Ulrich Forchner, Klaus Vonderwerth, Andreas J. Müller und weiteren Karikaturisten gehörte er zur frechen, aufstrebenden Fraktion. Bis heute zieren Beiers Arbeiten viele Schulbücher. So zeichnete er spezielle Illustrationen, Titelblätter und oft ganze Seiten für Bücher, die Schülern die englische Sprache näherbringen sollen. Da der Künstler aus Meißen stammt, war es nur eine Frage der Zeit, dass er sich mit Porzellan beschäftigte und Schüsseln im eigenen Stil gestaltete. 2010 entwickelte er zum Thema „Weißes Gold“ Barren aus Porzellan, die nur in begrenzter Stückzahl verkauft wurden. Mit der Freundschaftsgesellschaft Meißen – Arita/Japan besuchte er die Hauptstadt des japanischen Porzellans auf der Insel Kyūshū und holte sich dort Anregungen. Seit einigen Jahren hat sich Beier auch der Malerei verschrieben. So gestaltet er mit Spachtelmasse, Sand, Kleister und viel bunter Farbe moderne, abstrakte Bilder.
Ausstellungen hatte er unter anderem in Dresden, Berlin, Bonn, Mons (Belgien), Leipzig, jetzt in Greiz. Neben Buch- und Plakatgestaltungen sind dort vor allem Humorplastiken und Karikaturen zu sehen. Nicht fehlen darf seine berühmte Karl-Marx-Karikatur („Tut mir leid, Jungs! War halt so‘ne Idee von mir!“) aus dem Jahr 1990. Insgesamt ist es die bisher einzige Retrospektiv-Ausstellung, die den Künstler in allen Facetten seines Schaffens beleuchtet.
Roland Beier. Strich für Strich. Ab 10. Oktober im Satiricum Greiz.
Thomas Behlert
Aus anderen Quellen
Der Netzaktivist Matthias Spielkamp befasst sich mit einem Szenario, das seit einiger Zeit die öffentliche Debatte über KI prägt: „Die künstliche Intelligenz macht sich selbstständig, bricht aus dem Labor aus, übernimmt die Macht, tötet uns alle.“ Dabei gerät leicht aus dem Blick, dass die KI-Unternehmen uns „das eigene Versagen als Beleg für die Macht ihrer Produkte [präsentieren]“. Aber KI sei „kein Naturereignis. Diese Selbstverständlichkeit muss Grundlage des Handelns werden. In den Medien und vor allem in der Politik. Denn wir riskieren, tatsächlich die Kontrolle zu verlieren. Über Google, Microsoft, Meta, Anthropic, OpenAI und andere.“
Matthias Spielkamp: Das Geschäft mit dem Weltuntergang, deutschlandfunkkultur.de, 22.09.2026. Zur Audiodatei hier klicken. [1]
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Raffaele Oriani sieht Deutschland auf „Kurs in Richtung des Krieges“: „Im Februar 2022, vier Tage nach dem brutalen russischen Einmarsch in die Ukraine, versprach Olaf Scholz eine Zeitenwende mit 100 Milliarden Euro Aufrüstung. Im Oktober 2023 war es Verteidigungsminister Boris Pistorius, der alle Deutschen dazu aufrief, kriegstüchtig zu werden. Seitdem ist Krieg kein Tabu mehr. Während Friedrich Merz das neue politische Klima in das […] Versprechen umgesetzt hat, ‚die stärkste konventionelle Armee Europas‘ aufzubauen, spricht die Zeitschrift für innere Führung der Bundeswehr subtiler von einem ‚Impuls für die Gesellschaft‘: ‚Wehrhaftigkeit und Kriegstüchtigkeit sind Schlüsselbegriffe für eine gesamtstaatliche und gesamtgesellschaftliche Aufgabe.‘ Es ist eine verkehrte Welt. Nicht mehr die Gesellschaft macht dem Militär Vorgaben, sondern das Militär weist der Gesellschaft ‚als Ganzes‘ den Weg.“
Raffaele Oriani: Deutschland unter Waffen, Ossietzky 19/2026. Zum Volltext hier klicken. [2]
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Berlin hat gewählt. Sein Abgeordnetenhaus. Am 12. Oktober 2026 wird das offizielle Wahlergebnis bekanntgegeben, und dann ist für die nächsten fünf Jahre wieder Ruhe. Sollte man meinen. Meinte man allerdings auch nach der Wahl 2021. Und dann musste sie wegen nie dagewesener Schlampereien im Wahlablauf wiederholt werden. Der Mann, der den Stein seinerzeit ins Rollen brachte und die Sache durchfocht, ist Marcel Luthe. Auch dieses Mal erfolgte die Wahl nach Luthes Meinung nicht ordnungsgemäß – nur anders. Soviel Kreativität bringen die verantwortlichen Beteiligten selbst in Berlin auf. Oder mit Luthes Worten: „Diesmal liegt es noch schlichter: Dieses Parlament haben nicht die Wähler zusammengesetzt, sondern eine Behörde nach einer Formel eigener Wahl. Die Exekutive wählt sich ihren Herrn selbst, vorbei am Souverän.“ Und Luthe begründet seine Behauptung gewohnt minutiös.
Marcel Luthe: Nach der Wahl ist vor der Wiederholung, Berliner Zeitung, 26./27.09.2026. Zum Volltext hier klicken. [3] – Marcel Luthe: 25 Abgeordnete zu wenig? Berliner Zeitung, 02. bis 04.10.2026. Zum Volltext hier klicken. [4]
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Angesichts des desaströsen Abschneidens Deutschlands bei der jüngsten Pisa-Studie konstatiert Maritta Tkalec, die hiesige Schule habe sich „von der inhaltsorientierten Wissensvermittlung weg hin zur ‚handlungsorientierten Kompetenzorientierung‘ [bewegt]. Die Resultate sind unübersehbar. ‚Etwas mit Medienkompetenz‘ zu lernen und ‚zu wissen, wo etwas steht‘ ging einher mit sinkendem Anspruchsniveau – selbst literarische Texte wurden in der Einfache-Sprache-Mühle geschrotet. Genaues Lesen schlauche die armen Schüler womöglich zu sehr. Falsch verstandene Demokratisierung senkt offenkundig das allgemeine Niveau zum Schaden aller.“ Dazu passe „eine abgründige Einschätzung: 33 Prozent der befragten Schüler in Deutschland stimmen der Aussage zu, die Schule sei Zeitverschwendung. Seit 2022 ist dieser Anteil um vier Prozentpunkte gestiegen.“
Maritta Tkalec: Kein Vergleich zu den Pisa-Stars, Berliner Zeitung, 29.09.2026. Zum Volltext hier klicken. [5]
Zusammengetragen von Wolfgang Schwarz.
Letzte Meldung
„Beim Erben und Verschenken von Vermögen zeigt sich […] 36 Jahre nach der Wiedervereinigung eine tiefe Kluft zwischen Ost und West. Insgesamt entfielen im vergangenen Jahr auf den Westen 142,5 Milliarden Euro oder 95 Prozent des Gesamtwerts der steuerlich berücksichtigten Vermögensübertragungen, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. […] Ende 2025 lebte zwar knapp ein Fünftel der Bevölkerung in den östlichen Ländern und Berlin (19 Prozent). Auf sie entfielen jedoch nur fünf Prozent der steuerlich erfassten Vermögensübertragungen. Rechnerisch wurden im Westen gut 2100 Euro pro Kopf übertragen, im Osten waren es knapp 500 Euro.“ (Süddeutsche Zeitung, 29.09.2026)
Damit dürfte die Vereinigung der früheren beiden Deutschländer praktisch erreicht sein; Kriterium: „Die Wiedervereinigung ist vollendet, wenn der letzte Ostdeutsche aus dem Grundbuch gelöscht wurde.“ (Uwe Steimle, Kabarettist)
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