Sommerwunsch
Dass er nur in Maßen schwitze,
während dieser Sommerhitze,
wünscht sich sehr Franz Herrmann Krause,
in der schwülen Mittagspause.
Und damit er nicht so schwitze
fall’n in seine Rote Grütze
kühlend Regentropfen rein;
das tut Franzen ziemlich freu’n.
Die Grütze schmeckt zwar nun verwässert,
sie wird mit Zucker aufgebessert.
Auch hat der Franz unlängst gehört,
Blumen wachsen ungestört,
wenn sie völlig ohne Schwitzen
still in sanftem Regen sitzen.
Er denkt bei sich: Das ist doch topp,
das wäre was für meinen Kopp!
Draufhin nimmt er vom Kopf die Mütze,
spuckt mal kurz in eine Pfütze
und lässt den Regen niederrieseln,
auf dass die Haare wieder sprieseln.
Nach drei Wochen, oh wie schön
sind drei Haare schon zu seh’n.
Franz muss an die Sache glauben,
dann wird sein Haupt sich bald belauben.
Und mit der alten Lockenpracht
wird er wieder jung gemacht.
Medien-Mosaik
Das bundesdeutsche Feuilleton feierte gerade den neuen Film „Etwas ganz Besonderes“ von Eva Trobisch, als sei er etwas ganz Besonderes. In der Zeit nannte ihn Kollegin Nicodemus gar einen „Heimatfilm“. Ja, so möchte man die Heimat derer, die durch die Erinnerungen an die DDR geprägt sind, gern sehen: eine Familie in Greiz, meist im Halbdunkel aufgenommen, in der alle aneinander vorbeireden, sich gegenseitig Vorwürfe machen und offenbar nur notdürftig miteinander auskommen. Manchmal setzt Kameramann Adrian Campean Gesichter oder Gegenstände ins Licht, aber Schnittmeisterin Laura Lauzemis lässt sie nur für wenige Sekunden stehen. Einer Mode folgend fehlt ein Vorspann, so dass die Schauspieler wie Eva Löbau, Max Riemelt oder Peter René Lüdicke schemenhaften bleiben und man sie letztlich an den Stimmen wiedererkennt. Hauptfigur ist die 17-jährige Lea, die sich bei einer Casting-Show bewirbt; trotzdem bleibt der Film von einer Mediensatire weit entfernt. Allein die Debütantin Frida Hornemann schafft es mit ihrem mutigen und frischen Spiel, dass man den Film nicht vollends deprimiert verlässt.
Etwas ganz Besonderes. Regie Eva Trobisch, Verleih Pandora Film, in ausgewählten Kinos
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Nicht nur, wer nach Fußball-WM und Sommerpause noch romantische Gefühle für den Sport hat, sollte Torsten Schulz´ neues Buch „Kindheit mit Jimmy“ gegebenenfalls ins Urlaubsgepäck stecken. Wie so oft, greift Schulz auf frühe Erlebnisse zurück. Aus Sicht eines Erwachsenen blickt er auf Kindheit und Jugend zurück, als er regelmäßig zum 1. FC Union ging, wo der Rechtsaußen Günter „Jimmy“ Hoge (1940-2017) sein Idol wurde, ein Nationalheld beim Freundschaftsspiel in Chile.
Schon zweimal hatte Schulz Jimmy ein literarisches Denkmal gesetzt, doch diesmal erhält es durch Imagination der Personen die Qualität des Magischen Realismus – auch wenn keine wirklichen Wunder geschehen. Der kleine, koboldhafte, nie angepasste Typ wird in Gedanken des Ich-Erzählers eine wichtige Bezugsperson für ihn. Schulz erzählt von sich als Scheidungskind „mit zwei Vätern“, die immerhin miteinander redeten. Wie das Kind seine Erlebnisse reflektiert, macht den Reiz aus, der nicht nur Fußballkenner in den Bann zieht.
„Exakt zwanzig Jahre, die bist du älter, obwohl ich dich als viel weniger älter empfinde, weil ich dich als Freund ansehe, von dem ich denke, dass ich mit ihm über alles reden kann“, sagt der Junge in einem seiner fiktiven Dialoge. Und so kommt sehr viel davon zur Sprache, was ein Kind, später einen Jugendlichen bewegt, auch weltanschauliche Fragen.
Für den Autor ist dieses Buch eine weitere Fingerübung für ein größeres Werk, das ihm vorschwebt und das er nach altersgemäßem Ausscheiden aus der Filmuniversität Babelsberg noch schreiben will.
Torsten Schulz: Kindheit mit Jimmy oder Die Kunst zu dribbeln. Verlag Voland & Quist, Berlin 2026, 100 Seiten, 12 Euro.
bebe
Karol Czejareks Weg durchs Leben
Als ich Karol in Warschau besuchte – ich hatte einige Stunden Zeit, bis mein Zug nach Lublin weiterfuhr – holte er mich vom Bahnhof ab und dreht eine Runde um den Kulturpalast: „Den haben uns die Sowjets geschenkt. Wir hätten ihn nach der Wende abreißen können. Aber zehn Kinos, einige Theater, Schwimmbäder, Säle, das muss man ja alles neu bauen. Wir haben ihn umstellt und nun wirkt er beinahe wie ein Zwerg.“ Rundherum Wolkenkratzer, die das Stalingeschenk weit ums Doppelte überragen.
Schon bin ich mittendrin in „seinem Warschau“, wo Karol Czejarek Kulturbürgermeister war. 1939 in Berlin geboren, nach dem Krieg nach Polen gezogen, polnischer Vater, deutsche Mutter – und er hat dieses Land aufgebaut. Er zeigt mir sein Warschau, fährt bis zum Schloss: „Es steht wieder, aber nach dem Krieg war hier die höchste Mauer einen halben Meter hoch. So sah die ganze Stadt aus.“ Wie schafft man es, Mauern bis knapp an den Erdboden zu schleifen. Meine Vorfahren haben das geschafft. Nicht ganz meine Vorfahren: Väterlicherseits ist meine Familie polnisch. Durch die Arisierung geschlüpft, hat sie überlebt und seitdem nie wieder darüber gesprochen.
Dann zeigt mir Karol dieses riesige Bronzedenkmal: die Verzweifelten zum Warschauer Aufstand. Es sieht aus, als würden sie aus der Erde kriechen, zum Licht. Karol hat es mit in Auftrag gegeben.
Ich fahre nach Lublin zum Treffen der Kleintheater. Und da sind wir mitten in seiner Biografie, die ich nicht ganz so akribisch lesen muss, weil er sie mir erzählt: In Szczecin hatte er seinerzeit solch ein Kleintheatertreffen begründet. Ich spüre, wie alles aus dem Nichts nach dem Krieg wieder erstanden ist durch den Fleiß solcher Leute wie Karol. Wie jeder Ziegelstein die Schlossmauer wachsen ließ. Vor dem Kaffeetrinken zeigt er mir sein Regal mit zwei Metern Bücher, die er übersetzt hat: Anna Seghers, Günther Kunert, Georg Heym, Heiner Müller, Günther de Bruyn, Hans Hellmut Kirst.
Wie man das schafft in einem Leben? Das Land in Asche. Er lernte Buchhändler in Szczecin, trainierte zwei Stunden, bevor er zum Dienst erschien, auf dem Fahrrad. Unerbittlich. Er wird polnischer Juniorenmeister und Vizemeister im Radrennsport. Er studiert und wird Germanistik-Professor in Warschau werden. In seiner Biografie beschreibt er es Schrittchen für Schrittchen. Ich als Lyriker reite gern rückwärts auf dem Esel durch die Stadt, hinein in eine Geschichte. Karol hatte die Geduld, die mir immer fehlte, und wenn ich mir Polen anschaue, denke ich: In drei Jahren haben sie uns überholt, spätestens in acht. Durch solche Leute wie Karol. Enkel hat er auch noch.
Mit meinem schmalen Polnisch radebreche ich mich durch seine Biografie und hasche den Zeitgeist, der nach Mühe und Schweiß riecht. Nichts war leicht. Der Riss in der Familie. Der Riss in der Geschichte. Wenn ich mir überlege, was manche heute für Problemchen aus dem Alltag picken, um auf die Nerven zu gehen! In diesen Momenten denke ich an Karol Czejarek, einen Mann mit Ehre und Würde, der auf seinen Schultern ein verschlissenes, oh, beinahe verschissenes Jahrhundert trägt, das keiner geschenkt haben will. Als Krönung seines Lebens hat er es aufgeschrieben. Schrittchen um Schrittchen, Seite für Seite. Wem’s heute zu gut geht, der sollte sich das zu Gemüte führen. Und ich hoffe, mit dieser Besprechung ist er wenigstens ein bisschen zurückgekommen in seine Heimatstadt Berlin.
Karol Czejarek: Autobiografia. Moja droga przez życie, Świętokrzyskie Towarzystwo Regionalne, Zagnańsk 2024, 414 Seiten.
Dieter Kalka
Fortschritt
Was haben wir nur in all der Zeit
getrieben?
Wir sind mit dem Fortschritt vorausgeeilt
und hinter uns zurückgeblieben.
Karl Kraus (1925)
Verpasste Gelegenheiten
Die Autorin Christiane Hoffmann studierte Slawistik, osteuropäische Geschichte und Journalistik in Freiburg, Leningrad und Hamburg zu einer Zeit, in der Slawistik ein sogenanntes Orchideenfach war – selten und von sehr wenigen Studenten gewählt. Sie beschreibt zum einen ihre Studienzeit als westliche Ausländerin in Leningrad Ende der 80er Jahre sowie ihren weiteren Lebensweg als Journalistin und Autorin, zum anderen die Entwicklung der Beziehungen zwischen Russland, Deutschland, anderen europäischen Ländern und den USA bis hin zum Ukraine-Krieg. Eingebettet sind diese Erzählungen in emotionale Erinnerungen an eine Freundin, die ihre Magisterarbeit über Anna Achmatowa geschrieben hat. So tauchen nicht nur wunderschöne Texte dieser Schriftstellerin immer wieder als Präambel oder in den Kapiteln auf, sondern auch Selbstgespräche mit dieser Freundin, die ihr Leben 2022 durch Suizid beendet hat. Die Autorin fragt sich, ob sie Anzeichen dafür nicht erkannt und daher nicht entsprechend reagiert hat. Auch Unterhaltungen mit anderen Freunden und Weggefährten werden im Kontext mit den jeweiligen politischen Entwicklungen beschrieben. Durch das Nachdenken der Autorin über die möglicherweise mangelnde Hilfe für ihre Freundin kommt auch wiederholt das Ausbleiben oder Nichtgenügen der Unterstützung für Russland in den 90er Jahren, jetzt für die Ukraine zur Sprache.
Spannend zu lesen sind die Gedanken Christiane Hoffmanns über Anfänge, Zielsetzungen und weitere Entwicklungen der Politik Michail Gorbatschows, Boris Jelzins und Wladimir Putins. Insbesondere das Auseinanderklaffen der Bewertungen im In- und Ausland wird ausgiebig analysiert – womit sich für viele deutsche Leser ein neuer Blickwinkel öffnet.
Christiane Hoffmann: Die Träume, die wir hatten. Meine Freundin, Russland, die Ukraine und ich. C.H. Beck Verlag, München 2026, 300 Seiten, 26 Euro.
Viola Schubert-Lehnhardt
Bardenjubiläum im Frankenland
Die Bezeichnung „Barde“ stammt aus dem Keltischen und bezeichnet Dichter oder Sänger. Aber auch moderne Künstler bekommen dieses Etikett immer noch angeheftet. In Nürnberg wurde in diesem Jahr ein doppeltes Jubiläum gefeiert: Vor fünfzig Jahren begann hier das Bardentreffen als Liedermacher-Wettbewerb. An unterschiedlichen Orten und Plätzen in der Altstadt finden seitdem kostenlose Konzerte unter freiem Himmel statt. Heuer kann auch der 450. Todestag des fränkischen Ur-Barden Hans Sachs begangen werden. Hans Sachs – zahlreiche Straßen und Plätze sind nach ihm benannt – war nicht nur Schuhmachermeister, sondern ein bekannter Poet und Meistersinger im 16. Jahrhundert – und zu dessen Ehren wurde vor einem halben Jahrhundert das Nürnberger Bardentreffen ins Leben gerufen. Neben dem offiziellen Programm treten jedes Jahr auch Hunderte von Straßenkünstlern auf: Musiker, Jongleure, Pantomimen.
Einen Querschnitt aus dem reichhaltigen offiziellen Festivalprogramm vom ersten Augustwochenende findet sich auf dem preisgünstigen CD-Sampler „Bardentreffen 2026“. Hier finden sich klassische Liedermacher, nord- und osteuropäische Musik, südeuropäische Liebeslyrik …und das in unterschiedlichsten Sprachen.
Der Rezensent greift von 17 Musikstücken aus dem Festival-Sampler drei Interpreten exemplarisch heraus: Das australische Schwesternduo „Charm of Finches“ hatte zwar im Kreuzigungshof einen lauschigen Konzert-Ort. Leider war der aber schnell überfüllt. Dabei bieten die Finken („finches“) hörenswerte Folk-Musik, harmonisch vorgetragen und in melancholisch-düsteren Tönen.
Sarah Lesch zählt zu den profilierten Stimmen der deutschen Liedermacherszene.
Nach vier Jahren als Erzieherin in Tübingen zog sie nach Leipzig und begann dort vor gut einem Jahrzehnt ihre musikalische Karriere. Die ausgefeilten Songs der mehrfach preisgekrönten Sängerin, teils herrlich schräg, teils auch mit klaren politischen Botschaften, bereichern jedes Konzertwochenende und jede CD-Sammlung.
Svavar Knútur ist ein Musiker aus dem hohen Norden Europas und ein humorvoller Entertainer erster Güte. Er singt auf Isländisch und Englisch, begleitet von Ukulele oder Gitarre und berührt das Publikum mit seiner betörenden Stimme.
Und außerdem sind die Lokalmatadore „Frankenbänd“, der Liedermacher Stoppok oder die Instrumentalfolk-Gruppe „Deitsch“ gleichfalls erwähnens- wie hörenswert …Der CD-Sampler bietet jedenfalls genug Stoff für musikalische Spürnasen!
Various Artists: „Bardentreffen 2026“. CD, Label Folk Galore/ CPL 2026, etwa 12,00 Euro.
Thomas Rüger
Aus anderen Quellen
Am Rande des jüngsten NATO-Gipfels in Ankara wurde bekannt, dass Deutschland Tomahawk-Marschflugkörper von den USA kauft, die mit ihrer Reichweite von bis zu 2500 Kilometern Ziele bis Moskau und darüber hinaus angreifen könnten. Luise Evers und Nicolas Butylin geben zu bedenken: „[…] Deutschland kauft Hardware, keine Fähigkeit. Die Missionsplanung des Tomahawk hängt an US-Systemen, die Zieldaten kommen aus deren Quellen, Wartung und Software-Updates kontrolliert der Hersteller. […] In einer Zeit, in der derselbe Partner Truppen abzieht, Zusagen kassiert und Verbündete öffentlich attackiert, könnte das heikel werden.
Luise Evers / Nicolas Butylin: Uralt-Technik für 1,4 Milliarden, Berliner Zeitung, 13.07.2026. Zum Volltext hier klicken. [1]
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„Die Bundesregierung“, heißt es auf german-foreign-policy.com, „finanziert Deutschlands Hochrüstung außer mit dem Abriss der Sozialsysteme auch mit Rekordschulden und treibt die Umlenkung aller verfügbaren Mittel in die Militäretats europaweit voran. Berichten zufolge plant Berlin allein für die Jahre von 2027 bis 2030 Neuschulden von 838 Milliarden Euro ein, die zum Großteil in das Militär fließen. Bereits 2030 wird deshalb eine Zinslast von 81 Milliarden Euro erwartet – fast das Vierfache des derzeitigen Gesundheitshaushalts.“
Deutschlands Rüstungsdurchmarsch, german-foreign-policy.com, 13.07.2026. Zum Volltext hier klicken. [2]
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„Während des größten Teils der letzten drei Jahrzehnte hätte man fast sagen können, das Vereinigte Königreich habe eine glänzende Bilanz in Sachen nukleare Nichtverbreitung vorzuweisen“, vermerken S.M. Amadae und Tom Stevenson und fahren fort: „Großbritannien war die einzige große Atommacht, die eine auf einem einzigen Trägersystem basierende minimale Abschreckung unterhielt; es unterstützte internationale Nichtverbreitungsinitiativen; und die britische Regierung hatte 30 Jahre lang daran gearbeitet, ihr Atomwaffenarsenal abzubauen. Das ist nun vorbei. Stattdessen treibt London nun unter dem Deckmantel der nuklearen Teilhabe der NATO eine neue Welle der nuklearen Proliferation voran.“
S.M. Amadae / Tom Stevenson: Is London shifting from nuclear deterrence to war-fighting? [3], thebulletin.org, 10.07.2026. Zum Volltext hier klicken. [4]
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Ein Team der Federation of American Scientists unter Leitung von Hans M. Kristensen fasst zusammen: „Die Modernisierung des chinesischen Nukleararsenals hat sich in den letzten Jahren sowohl beschleunigt als auch ausgeweitet. In dieser Ausgabe des ‚Nuclear Notebook‘ schätzen wir, dass China derzeit über etwa 620 Atomsprengköpfe verfügt, wobei weitere in Produktion sind, um künftige Trägersysteme zu bestücken. China verfügt vermutlich über das am schnellsten wachsende Atomwaffenarsenal unter den neun Atomwaffenstaaten; es ist die einzige atomar bewaffnete Vertragspartei des Vertrags über die Nichtverbreitung von Kernwaffen, die ihr Atomwaffenarsenal deutlich ausbaut, obwohl auch die anderen vier Staaten ihr Arsenal vergrößern.“
Hans M. Kristensen et al.: Chinese nuclear weapons, 2026, thebulletin.org, 08.07.2026. Zum Volltext hier klicken. [5]
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Ist der Rücktritt Jens Spahn als Fraktionsvorsitzender der Union im Bundestag wegen seiner Leihmutter-Affäre womöglich nicht das Ende der politischen Karriere dieses Teflon-Politikers, an dem alle vorherigen Pannen und Skandale abgeperlt sind, sondern die Voraussetzung für das nächste Durchstarten? Moritz Eichhorn schreibt dazu: „Wenn Schwarz-Rot am fehlenden Wachstum zerbricht, wenn die SPD nach der nächsten Wahlklatsche die Nerven verliert, wenn die Union einen Neuanfang braucht, dann steht da einer bereit, der rechtzeitig gegangen ist. […]
Die Kollegen, die jetzt bleiben und die Abgabenerhöhungen verteidigen müssen, während im Osten die Dämme brechen, werden sich in einem Jahr […] erinnern. Und verstehen, dass sie nicht Zeugen eines Rücktritts geworden sind, sondern einer Wiedervorlage.“
Moritz Eichhorn: Er geht, bevor die Koalition implodiert, Berliner Zeitung, 20.07.2026. Zum Volltext hier klicken [6].
Zusammengetragen von Wolfgang Schwarz.
Letzte Meldung: Duftmarke
Ulrich Siegmund will bald schon Ministerpräsident Sachsen-Anhalts werden. Die Hürde, mit seiner Partei über die absolute Mehrheit der Sitze im Landtag zu verfügen, will er am 6. September 2026 bei den Landtagswahlen mit elegantem Schwung nehmen. Wie sich die hohen Zustimmungswerte von 40 und mehr Prozent für die von ihm in dem Bundesland angeführte AfD zusammensetzen, müsste im Herbst nach den Wahlen sowieso gründlicher untersucht werden. Doch jetzt machte Spitzenkandidat Siegmund einen überraschenden Zug, denn er gab nach langem Zögern den bezaubernden Titel seiner Bachelorarbeit aus dem Jahre 2016 (an der Europäischen Fernhochschule Hamburg) preis: „Untersuchung von Duftmarketing, anhand des gewerblichen Einsatzes mit einer psychologischen Beeinflussung von Wohlfühlempfindungen und monetären Beeinflussungen des Kaufverhaltens“.
hp