Beiträge mit dem Schlagwort: Theobald Tiger

von Theobald Tiger
Ich komme in eine fremde Stadt
– Kasolz oder Ober-Crammin –
und nehme im Hotel ein Bad,
dann tu ich den Mantel anziehn
und gehe durch den fremden Ort
an Läden und Kirchen vorbei
und gucke hier und da und dort
und seh eine Metzgerei,
das Postamt … eine Bilderschau …
und immer, in jeder Stadt,
steht ein großer, prächtiger, neuer Bau,
den man [...]

von Theobald Tiger
»Die Geschäfte gehn nicht. Kein Mensch hat Geld.
Es ist ein Elend auf der Welt!
Keine Kredite und keine Kunden!
Wie soll Deutschland dabei gesunden?
Geschäfte machen hat gar keinen Sinn.
Herzliche Grüße! Wir sitzen hier in
Lugano.«
»Heut habe ich wieder welche entlassen.
Wissen Sie, eins kann ich gar nicht fassen,
ununterbrochen frage ich mich:
Wovon leben die Leute eigentlich?
Kredite … Aufwertung [...]

von Theobald Tiger
Eine ganze Industrie
schluckt die dicken Gelder,
treibt die Preise hoch – denn sie
hat die Kohlenfelder.
Sie kann schröpfen und sie schröpft
euch, die Konsumenten;
von dem Geld, euch abgeknöpft,
zahlt sie die Agenten . . .
Presse, Kinos, süß gemischt –
Merkt ihr nischt?
Käseblätter schelten brav
auf die Republike.
Und es tapst das deutsche Schaf
nach der Preßmusike.
Weil der Bauer profitiert
von den Feldgewächsen:
loben [...]

von Zitator
Am Morgen jenes 3. Oktober 1964 legte ich die Paradeuniform an. Ich war einer der beiden Fahnenträger im Offiziersrang. Das silbergraue Paradekoppel und die spiegelblank gewienerten schwarzen Chromlederstiefel wurden einer letzten aufmerksamen Kontrolle unterzogen, der Stahlhelm nach Kratzern untersucht, die weißen Handschuhe kritisch gemustert. Das Fahnenkommando meldet sich im Dienstzimmer des Regimentskommandeurs Gronau, um [...]