Beiträge mit dem Schlagwort: Kurt Tucholsky

von Theobald Tiger
Ich komme in eine fremde Stadt
– Kasolz oder Ober-Crammin –
und nehme im Hotel ein Bad,
dann tu ich den Mantel anziehn
und gehe durch den fremden Ort
an Läden und Kirchen vorbei
und gucke hier und da und dort
und seh eine Metzgerei,
das Postamt … eine Bilderschau …
und immer, in jeder Stadt,
steht ein großer, prächtiger, neuer Bau,
den man [...]

von Heinz W. Konrad
Aus Verehrung, man weiß das, kann leicht Liebe werden; daß Metamorphosen dieser Art vielfach auch außerhalb zwischengeschlechtlicher Begehren ihren Lauf nehmen, ist ebenso augenscheinlich. Und noch etwas ist wohl Allgemeingut: Um echte Liebe handelt es sich nur, wenn die tiefe Zuneigung auch die Unvollkommenheiten des Geliebten einschließt – alles andere ist Schönwetterliebe [...]

Heldenepos 2010
Der Offene Brief, den Franziska van Almsick an Helmut Kohl aus Anlaß dessen 80. Geburtages geschrieben hat und auf den wir in den Bemerkungen der Nummer 9 des Blättchens hingewiesen hatten, ist in seinem von der „Bunten “ veröffentlichten Original an der Mehrzahl der Blättchen-Leser naturgemäß vorbeigegangen. Um klarzustellen, daß die ausgewählten Zitate keine [...]

von Theobald Tiger
»Die Geschäfte gehn nicht. Kein Mensch hat Geld.
Es ist ein Elend auf der Welt!
Keine Kredite und keine Kunden!
Wie soll Deutschland dabei gesunden?
Geschäfte machen hat gar keinen Sinn.
Herzliche Grüße! Wir sitzen hier in
Lugano.«
»Heut habe ich wieder welche entlassen.
Wissen Sie, eins kann ich gar nicht fassen,
ununterbrochen frage ich mich:
Wovon leben die Leute eigentlich?
Kredite … Aufwertung [...]

Literarisches Faszinosum Berlin
Die deutsch-deutsche Grenze war vor 1989 weder in der Literatur der Bundesrepublik noch in der der DDR ein Thema. Im Westen hatte man sich mit der Teilung einfach abgefunden. Eine Ausnahme bildete die Erzählung „Der Mauerspringer“ des West-Berliners Peter Schneider. Die erschien 1982 und berichtet von unglaublichen Fluchtgeschichten – in beide Richtungen. Im [...]