Schlagwort-Archiv: Wolfgang Brauer (in 179 Beiträgen)

20. Jahrgang | Nummer 24 | 20. November 2017

Bemerkungen

Berliner Notizen – Poesie, Porno und die SPD Berlin wird derzeit erschüttert. Nicht durch Erdbeben, dagegen ist die Stadt einigermaßen gefeit. Der Kampf gegen den Sexismus wühlt Berlin auf. Nachdem es nicht gelungen ist, die Damen „von’s Jewerbe“ aus der … Weiterlesen


20. Jahrgang | Nummer 22 | 23. Oktober 2017

Neue Rechte, alte Kriminalfälle und Goethe in Wörlitz

von Wolfgang Brauer Thomas Wagners Buch erscheint wie ein vorweggenommener Kommentar der handgreiflichen Auseinandersetzungen rund um den Stand des Antaios-Verlages aus Schnellroda auf der Frankfurter Buchmesse. Antaios wird von Götz Kubitschek betrieben. Der gilt als einer der wichtigsten intellektuellen Strippenzieher … Weiterlesen


20. Jahrgang | Nummer 21 | 9. Oktober 2017

Politische Herbststürme

von Wolfgang Brauer In absoluten Zahlen gemessen liegt Deutschland hinsichtlich seiner wirtschaftlichen Erfolgsquote mit Platz vier mit an der Weltspitze. Das relativiert sich erheblich, wenn die Pro-Kopf-Zahlen des Bruttoinlandsproduktes verglichen werden. Die dominierende Wirtschaftsmacht der EU liegt mit 38.114 Euro … Weiterlesen


20. Jahrgang | Nummer 20 | 25. September 2017

Der Töne-Zauberer Peter Gotthardt

von Wolfgang Brauer Der popmusikfreundliche Thaddäus Faber warf vor einiger Zeit im Blättchen die Frage auf, wie es denn mit der vertrackten Nähe von „Spicks and Specks“ der Bee Gees (1966) und den Auftakt-Klavierakkorden von „Wenn ein Mensch lebt“ aus … Weiterlesen


20. Jahrgang | Nummer 18 | 28. August 2017

Rechtsextremismus psychoanalytisch gesehen

von Wolfgang Brauer Andreas Peglaus Buch „Rechtsruck im 21. Jahrhundert“ richtet sich mitnichten an Leser, die schon eine Antwort parat haben, ehe der Fragesteller seine Frage zu Ende formulieren konnte. Er stellt sich mit seinem historischen Kronzeugen Wilhelm Reich angesichts … Weiterlesen


20. Jahrgang | Nummer 17 | 14. August 2017

Bemerkungen

Der Lärm der Zeit Julian Barnes, der britische Autor, hat sich mir mit „Vom Ende einer Geschichte“ mit überraschenden Erkenntnissen über die Unzuverlässigkeit des eigenen Gedächtnisses eingeprägt. Jetzt liegt „Der Lärm der Zeit“ bereit. Ein Roman über Dmitri Schostakowitsch. Lakonisch … Weiterlesen


20. Jahrgang | Nummer 15 | 17. Juli 2017

Erlesenes – Landauers „Revolution“ und Geschichte aus dem Orient

von Wolfgang Brauer Zwischen 1906 und 1912 gab Martin Buber bei Rütten & Loening in Frankfurt am Main – er war dort Cheflektor – die insgesamt 40 Bände umfassende Buchreihe „Die Gesellschaft“ heraus. Buber hatte auch seinen Freund Gustav Landauer … Weiterlesen


20. Jahrgang | Nummer 15 | 17. Juli 2017

Bemerkungen

Daniil Granin zum Gedächtnis 1987 druckte die damals in einer Sechs-Millionen-Auflage erscheinende Literaturnaja Gazeta einen Text Daniil Granins ab, dem dieser den Titel „Über Barmherzigkeit“ gab. Ein halbes Jahr später veröffentlichte auch die Zeitschrift der Akademie der Künste der DDR, … Weiterlesen


20. Jahrgang | Nummer 14 | 3. Juli 2017

Bemerkungen

In memoriam Hans Jendretzky Am 2. Juli ist sein 25. Todestag und am 20. Juli wäre sein 120. Geburtstag, Grund genug an Hans Jendretzky zu erinnern. Es geht dabei um eine Persönlichkeit, einen Jahrhundert-Zeugen, der an verantwortlicher Stelle die Geschichte der deutschen Arbeiterbewegung mitgestaltete. … Weiterlesen


20. Jahrgang | Nummer 14 | 3. Juli 2017

Neo Rauch und Arno Rink in Aschersleben

von Wolfgang Brauer Jahrzehntelang warb die Stadt mit dem Slogan „Das Tor zum Harz“. Aber wer macht schon am Tor Stopp, wenn er nicht gerade Zoll berappen muss? Und durch diese Stadt fuhr man früher möglichst rasch durch. Sie stank … Weiterlesen


20. Jahrgang | Nummer 13 | 19. Juni 2017

Bemerkungen

Berliner Notizen – Baden in Berlin Es ist heiß in Berlin, und es wird wohl noch heißer werden. Demnächst haben die Schulkinder Ferien. Da giert alles nach Wasser. In Berlin gibt es eine Menge davon. Aber in den meisten Gewässern … Weiterlesen


20. Jahrgang | Nummer 13 | 19. Juni 2017

Erlesenes: Über die Berliner Kantstraße und Münzenbergs beste Journalistin

von Wolfgang Brauer Berlin war schon immer eine Hauptstadt der Selbstüberhebung. Das nehmen allerdings nur Provinz-Geister so richtig ernst. Wir selbst wissen, dass neben einer emporschießenden Spargelstange binnen kurzem eine zweite auftauchen wird und eine dritte sowieso. Mit Berlin verhält … Weiterlesen


20. Jahrgang | Nummer 11 | 22. Mai 2017

Wie bringt man Senta um?

von Wolfgang Brauer Senta, Sie ahnen es, ist die unglückliche Kaufmannstochter aus Richard Wagners „Der fliegende Holländer“, die vom seefahrenden Vater aus Geldgier an einen ebenfalls seefahrenden Wiedergänger verhökert wird und sich in diesen verliebt. Eigentlich ist sie in sein … Weiterlesen


20. Jahrgang | Nummer 10 | 8. Mai 2017

Paula Modersohn-Beckers Weg in die Moderne

von Wolfgang Brauer Worpswede brachte zwei Künstlerpersönlichkeiten hervor, die nicht nur im Unterschied zu den anderen dort ansässigen Malern internationale Bedeutung erlangten, sondern sich auch ästhetisch nur schwer in die Reihe der doch einander irgendwie ähnelnden Moor-Maler einfügten: Da war … Weiterlesen


20. Jahrgang | Nummer 9 | 24. April 2017

Erlesenes: Vom Geldzählen, Theodor Storm und Leichen im Transit

von Wolfgang Brauer Der Titel führt in die Irre. Die „Geschichte des Geldes“ von Alan Pauls ist mitnichten ein historischer Roman, es ist auch keine in eine erzählende Form gekleidete finanztheoretische Abhandlung. Mit ein wenig Phantasie könnte man dem Autoren … Weiterlesen


20. Jahrgang | Nummer 8 | 10. April 2017

Hexensabbat und Todessehnsucht

von Wolfgang Brauer Zuletzt wurde „Der Jahrmarkt von Sorotschinzi“ in Berlin 1948 gegeben. Walter Felsenstein hatte ihn auf den Spielplan seiner Eröffnungsspielzeit gesetzt. Danach verschwand er hier in der Versenkung. Einzelne Partien tauchen gelegentlich im Konzertsaal auf. Dabei wäre die … Weiterlesen


20. Jahrgang | Nummer 7 | 27. März 2017

Annäherungen an Bobrowski

von Wolfgang Brauer Die Ahornallee in Berlin-Friedrichshagen ist eine stille Vorstadtstraße. Der Lärm des inzwischen auch die Idylle Friedrichshagens zerstörenden Großstadtverkehrs ist kaum vernehmbar. Wäre die Straße nicht beidseitig zugeparkt und wären nicht einige der im seinerzeitigen „Landhausstil“ errichteten Häuser … Weiterlesen


20. Jahrgang | Nummer 6 | 13. März 2017

„Kein leichtes Land…“ Ein Äthiopien-Tagebuch

von Wolfgang Brauer Seit Ende 1976 entwickelte sich die Zusammenarbeit zwischen der DDR und Äthiopien intensiv. Man versuchte alles, um dessen afrikanischen Sozialismus-Versuch zum Erfolg zu verhelfen. Das Land wurde wichtig auch für den Einsatz von FDJ-Freundschaftsbrigaden. Im September 1987 … Weiterlesen


20. Jahrgang | Nummer 5 | 27. Februar 2017

Köpenick bekämpft die Unschicklichkeit

von Wolfgang Brauer 1563 beschloss das Konzil von Trient, dass fürderhin in kirchlichen Räumen nur „schickliche Bilder“ gezeigt werden dürften. Das ging nicht gegen die Blut- und Marterorgien der christlichen Kunst, deren Folterphantasien den Zeitgenossen tatsächlich nur ein Abbild tagtäglich … Weiterlesen


20. Jahrgang | Nummer 4 | 13. Februar 2017

Bemerkungen

Film ab Lange nicht gehört, den Begriff – „Kundschafter des Friedens“. Dazu zählten aus DDR-Sicht etwa Günter Guillaume (der traurigerweise 1974 einem kanzlermüden Willy Brandt den Vorwand zum Rücktritt lieferte) und Rainer Rupp (der aus dem NATO-Hauptquartier 1983 möglicherweise die … Weiterlesen


20. Jahrgang | Nummer 4 | 13. Februar 2017

Erlesenes: Gletscher in Berlin, Mielkes Division und linke Eliten

von Wolfgang Brauer Mit Grausen erinnere ich mich an meinen Erdkundeunterricht: Grundmoräne, Endmoräne, Sander, Urstromtal – die „glaziale Serie“. Das ließe sich, wie ich heute weiß, erweitern durch Oser, Kame, Drumlins und einige andere Sand- und Schottergebilde mehr. Dazu kamen … Weiterlesen


20. Jahrgang | Nummer 3 | 30. Januar 2017

Besuch bei Vater Gleim

von Wolfgang Brauer Der Domberg in Halberstadt wird von zwei imposanten Kirchen dominiert. Am westlichen Ende des Domplatzes befindet sich die romanische Liebfrauenkirche, ein absichtsvoll wehrhaft wirkender Bau, eine wahre „ecclesia militans“ aus dem 12. Jahrhundert. Die gleichsam bauliche Antwort der … Weiterlesen


20. Jahrgang | Nummer 2 | 16. Januar 2017

Revolutionsängste und Polizeistaat

von Wolfgang Brauer Adam Zamoyski räumt im Vorwort seines opulenten Bandes ein, dass die Versuchung, beim Schreiben seines Buches über das Europa der Zeit zwischen 1815 und 1848 auf Parallelen zwischen den Politikern der damaligen Zeit und dem heutigen Führungspersonal … Weiterlesen


20. Jahrgang | Nummer 1 | 2. Januar 2017

Leonardos verschlungener Lebensweg

von Wolfgang Brauer Bücher haben mitunter merkwürdige Geburtshelfer: Da fuhren zwei Norweger im Juni 1998 nach Bordeaux, um ein langweiliges Spiel ihrer Nationalelf gegen Schottland zu erleben – und das greifbarste Ergebnis dieses Trips sollte eine Leonardo-da-Vinci-Biographie werden, auf dessen … Weiterlesen


19. Jahrgang | Nummer 26 | 19. Dezember 2016

Eine Ära geht zu Ende.
Erinnerungen an Gisela May

von Wolfgang Brauer Am 19. September 2012 gab der Berliner Ernst-Busch-Chor ein Konzert im Willi-Münzenberg-Saal des nd-Gebäudes am Franz-Mehring-Platz. Der Chor würdigte Hanns Eisler anlässlich dessen 50. Todestages. Ich hatte Glück und saß in der ersten Reihe, der Platz rechts … Weiterlesen


19. Jahrgang | Nummer 25 | 5. Dezember 2016

Bemerkungen

Der Herr Karl trat ab Er gehörte zu den großen Theatermachern Berlins und wurde 2002 aus der Stadt getrieben wie der letzte Spitzbube. Die Rede ist von Heribert Sasse, dem österreichischen Schauspieler und langjährigen Berliner Theaterintendanten. Von 1980 bis 1985 … Weiterlesen


19. Jahrgang | Nummer 24 | 21. November 2016

Bemerkungen

Es heißt … – Fragen zur US-Präsidentenwahl Es heißt, die Wahl von Donald Trump zum US-Präsidenten sei vor allem auf weiße, verarmte und schlechter gebildete Arbeiter zurückzuführen. Dass diese Gruppe so groß geworden ist, hat doch Trump nicht allein zu … Weiterlesen


19. Jahrgang | Nummer 24 | 21. November 2016

Hommage an Niemeyer-Holstein

von Wolfgang Brauer 1982 malte Otto Niemeyer-Holstein sein „Winterbild mit zwei Menschen – Eisreste am Strand“. Auf diesem sehr flächig gehaltenen Ölbild verschwindet das Paar im Mittelgrund des Bildes fast in der es umgebenden Landschaft. In dieser scheint sich – … Weiterlesen


19. Jahrgang | Nummer 22 | 24. Oktober 2016

Bemerkungen

Blutige Schuhe Der Markenname „Salamander“ ist in Deutschland ein Mythos. „Salamander“-Schuhe – obwohl schon lange nicht mehr hierzulande produziert – gelten noch immer als besonders hinsichtlich ihrer Qualität. Die Berliner Germanistin Vera Friedländer hat eine besondere Beziehung zu dieser Firma. … Weiterlesen


19. Jahrgang | Nummer 22 | 24. Oktober 2016

Eviva Rossini, eviva Kirill Serebrennikov!

von Wolfgang Brauer Seit Intendant Barrie Kosky verkündete, die alleinig deutschsprachige Darbietung von Opern, egal welche Herkunftssprache das Libretto auch habe, sei an der Komischen Oper Berlin absolut nicht mehr Bestandteil des unveränderbaren Teiles des ästhetischen Grundgesetzes des Hauses, zerfällt … Weiterlesen


19. Jahrgang | Nummer 21 | 10. Oktober 2016

Lothar Langs Weltbühnen-Kritiken

von Wolfgang Brauer Er hat das Gesicht der DDR-Weltbühne seit 1957 – in Heft 41 erschien ein Aufsatz über den von den Faschisten umgebrachten bedeutenden Kupferstecher Johannes Wüsten – nachhaltig mitgeprägt. Seine Kunstkritiken waren für uns Jüngere in einem höheren … Weiterlesen


19. Jahrgang | Nummer 20 | 26. September 2016

Kontinuitäten des Elends

von Wolfgang Brauer Dieser Tage veröffentlichte die Bertelsmann-Stiftung unter dem Titel „Armutsfolgen für Kinder und Jugendliche“ eine Studie zur Kinderarmut in Deutschland. Die Befunde sind erschreckend. 14,7 Prozent aller noch nicht 18-Jährigen in Deutschland lebten 2015 in Familien, die von … Weiterlesen


19. Jahrgang | Nummer 18 | 29. August 2016

Hermann Kant und die anderen

von Wolfgang Brauer Hermann Kant ist tot. Seinen Nachruf hat er sich 1991 selber geschrieben. Das war eine kluge Entscheidung. Er goss ihn in die Form einer dicken Autobiografie und nannte sie „Abspann“. Ende des Films. Denselben Trick benutzte sein … Weiterlesen


19. Jahrgang | Nummer 15 | 18. Juli 2016

Luther und die Juden

von Wolfgang Brauer Bevor das Land im Jahre 2017 im Reformationsrausch versinkt, ist es angebracht, sich auch der dunklen Seiten des Reformators zu erinnern. Natürlich klebte das Blut der Bauern an seiner Hand, er sah das später selbst so. Martin … Weiterlesen


19. Jahrgang | Sonderausgabe | 11. Juli 2016

Miszellen – Todesflüge, Wortschatzfunde, J. K. Rowling

Das Buch über die „Todesflüge“ 1994 wurde der argentinische Journalist Horacio Verbitzky in der U-Bahn von Buenos Aires von einem Mittvierziger angesprochen. Es handelte sich um den Korvettenkapitän Adolfo Scilingo, dessen Gerechtigkeitsempfinden schwer gestört war. Es stellte sich heraus, dass … Weiterlesen


19. Jahrgang | Sonderausgabe | 11. Juli 2016

Sizilien – gewagt bereist

von Wolfgang Brauer Gemeinhin gelten die Briten als die Erfinder des modernen Tourismus: Nicht nur weil Baptistenprediger Thomas Cook 1841 die erste Pauschalreise organisierte – sie waren als Alleinreisende auch die Vorreiter in der Erkundung potenziell tourismusträchtiger Landstriche. Reisten Europäer … Weiterlesen


19. Jahrgang | Nummer 13 | 20. Juni 2016

Auf verlorenem Posten?

von Wolfgang Brauer Ja, das ist eine Gratulation. Eine demutsvolle, respekterfüllte. Sie gilt Hermann Kant zum „90.“, dem einstmals Vielgerühmten und nun Fast-nur-noch-Geschmähten. Letzteres ist kein Alleinstellungsmerkmal Kants. Aber er ist bildlich gesprochen einer der Bäume, an dem sich die … Weiterlesen


19. Jahrgang | Nummer 12 | 6. Juni 2016

Nach dem Beben von Lissabon

von Wolfgang Brauer Am 11. März 2011 verwüstete ein Tsunami die ostjapanische Küste vor Tōhoku. Die bis zu 23 Meter hohe Flutwelle zerstörte unter anderem das Atomkraftwerk von Fukushima und kostete 19.300 Menschen das Leben. In Deutschland führte die Katastrophe … Weiterlesen


19. Jahrgang | Nummer 10 | 9. Mai 2016

Bemerkungen

Frank Viehweg besingt den Herbst im Pankower Frühling Am Vorabend des 1. Mai begegnete mir der Herbst im Pankower „Zimmer 16”. Frank Viehweg gab mitten im Frühling Herbst-Verse von Louis Fürnberg und Lieder nach seinen Gedichten. Dieser Dichter ist wohl … Weiterlesen


19. Jahrgang | Nummer 10 | 9. Mai 2016

Erlesenes – Reisen!

von Wolfgang Brauer In Patagonien, genauer in der argentinischen Provinz Chubut, lebt und arbeitet die Journalistin Elida Fernández. Von den Küsten dieser Provinz schiebt sich einem dicken Daumen nicht unähnlich die Halbinsel Valdés in den Ozean. Nach Norden begrenzt sie … Weiterlesen


19. Jahrgang | Nummer 9 | 25. April 2016

Mietmäuler

von Wolfgang Brauer In Thüringen tanzte die LINKE-Abgeordnete Johanna Scheringer-Wright dieser Tage aus der Reihe. Als einzige Abgeordnete des Landtages stimmte sie gegen eine Gesetzesvorlage der Koalition, die durch eine Änderung des Thüringer Feiertagsgesetzes den „17. Juni 1953 in eine Reihe … Weiterlesen


19. Jahrgang | Nummer 8 | 11. April 2016

Erlesenes – Von der Allgegenwart des Vergangenen

von Wolfgang Brauer Der Titel mag zunächst abschrecken: „Krötenliebe“ – das assoziiert glitschige, warzenbehaftete Lurche. Man muss Kröten wirklich mögen, um sie lieben zu können. Und genaugenommen geht es in Julya Rabinowichs gleichnamigem Roman gar nicht um Kröten, es geht … Weiterlesen


19. Jahrgang | Nummer 7 | 28. März 2016

Preisverleihung auf dem Minenfeld

von Wolfgang Brauer Die Berliner 1848er Revolution – die einzige, die wir wirklich hatten und die diesen Namen verdient – versackte im Folgejahr ziemlich erbärmlich im Märkischen Sande. Bei vielen Heutigen ist sie so tief dem Vergessen anheimgefallen, dass nur … Weiterlesen


19. Jahrgang | Nummer 6 | 14. März 2016

Mörderisches

von Wolfgang Brauer „Das Böse ist immer und überall“, philosophierte die Austropopband Erste Allgemeine Verunsicherung 1986 in ihrem Hit vom Banküberfall. Was da so witzig aus dem Lautsprecher rieselt, kann Kriminalisten allerdings nur zu einem schiefen Grinsen auf dem Gesicht … Weiterlesen


19. Jahrgang | Nummer 5 | 29. Februar 2016

Briefe aus der Menschenmühle

von Franz Marc Neujahr 16! Liebstes, gute liebes, neues Jahr! Also heut läuft man schon mit dem neuen Gesicht 16 herum! Die Welt ist um das blutigste Jahr ihres vieltausendjährigen Bestehens reicher. Es ist fürchterlich, daran zu denken; und das … Weiterlesen


19. Jahrgang | Nummer 4 | 15. Februar 2016

Des Kremls „fünfte Kolonne“?

von Wolfgang Brauer Am 11. Januar verschwand die dreizehnjährige Lisa – das Mädchen ist russlanddeutscher Herkunft – aus Berlin-Mahlsdorf auf dem Weg zur Schule. Nach 30 Stunden tauchte sie wieder auf und erzählte eine wilde Geschichte von einer Entführung mit … Weiterlesen


19. Jahrgang | Nummer 3 | 1. Februar 2016

Bemerkungen

Probleme mit Bowie David Bowie, eine der schillerndsten Erscheinungen der Pop-Kultur, wurde nicht sehr alt. Er starb zwei Tage nach seinem 69. Geburtstag am 10. Januar 2016. Das ist schlimm. Er starb an Leberkrebs, das ist furchtbar. Jetzt ruiniert seine … Weiterlesen


19. Jahrgang | Nummer 2 | 18. Januar 2016

Erlesenes – Hoffmanns Berlin, Zweigs brennendes Geheimnis und Brekers Atelierhaus

von Wolfgang Brauer Dürfte ich einen Preis für die schönsten Bücher des Jahres 2015 vergeben – dieses wäre dabei: „E.T.A. Hoffmanns Berlin“ heißt das Prachtstück, das Michael Bienert geschrieben und zusammengetragen, mit Letzterem sind die zahlreichen Bildquellen gemeint, und Ralph … Weiterlesen


19. Jahrgang | Nummer 1 | 4. Januar 2016

Marokko ohne Exotismus

von Wolfgang Brauer Im September 1873 bestieg Mulai al-Hassan I. (1836-1894) den marokkanischen Thron. Im darauffolgenden Mai machte sich eine unter italienischer Führung stehende europäische Gesandtschaft („sechs Monarchien und zwei Republiken repräsentierte unsere große internationale Delegation aus Ministern, Konsuln, Sekretären … Weiterlesen


18. Jahrgang | Nummer 26 | 21. Dezember 2015

Für Tucholsky

von Wolfgang Brauer Im August 1922 erschien in der Weltbühne ein Gedicht, das der Autor Kurt Tucholsky dem Generalquartiermeister des Kaisers, Erich Ludendorff, widmete: „General! General! / Wag es nur nicht noch einmal! / Es schrein die Toten! / Denk … Weiterlesen


18. Jahrgang | Nummer 25 | 7. Dezember 2015

„Aida“ – ganz ohne Dromedare

von Wolfgang Brauer Kirsten Harms, 2004 bis 2011 Intendantin der Deutschen Oper Berlin, nannte sie die „ABC-Waffen“ der Intendanten, die auch in der miserabelsten Inszenierung jedes Haus füllten: „Aida“-„Butterfly“-„Carmen“. Das bewahrte sie nicht davor, 2008 eine „Aida“-Inszenierung durch Christopher Alden … Weiterlesen


18. Jahrgang | Nummer 23 | 9. November 2015

Nach oben offene Grenzwerte

von Wolfgang Brauer Es gibt naive Seelen, die tatsächlich glaubten, nach der Diesel-Watsche für den VW-Konzern – VW sagt „Dieselthematik“ –, würde in Sachen Abgasnormen und ihre Kontrolle alles besser. Die Autohersteller zeigten sich entweder leicht zerknirscht oder betonten, sie … Weiterlesen


18. Jahrgang | Nummer 22 | 26. Oktober 2015

Erlesenes – Ulbricht und Adenauer im Vergleich

von Wolfgang Brauer Sebastian Haffner bezeichnete ihn als den erfolgreichsten deutschen Politiker des Jahrhunderts und zugleich den bestgehassten: „Sein Name ist Ulbricht.“ Haffner stellte Walter Ulbricht neben Konrad Adenauer und beide gemessen am Erfolg ihrer Politik in eine Reihe mit … Weiterlesen


18. Jahrgang | Nummer 21 | 12. Oktober 2015

Heinrich Vogelers Traum vom Frieden

von Wolfgang Brauer 1894 malte Edvard Munch seine skandalumwitterte „Madonna“, Max Liebermann hatte seinen impressionistischen Personalstil voll ausgeprägt und im Jahr zuvor erschienen Hauptmanns „Weber“ auf der Bühne. In Paris wurde Claude Debussys „Prélude à l’après-midi d’un faune“ uraufgeführt, Rodin … Weiterlesen


18. Jahrgang | Nummer 20 | 28. September 2015

Edvard Munch – ein Künstlerleben

von Wolfgang Brauer 1886 erregte ein Bild eines jungen Malers auf dem 5. Osloer Herbstsalon einen fürchterlichen Skandal. Es handelte sich um „Das kranke Kind“ (entstanden 1885/86; heute Nationalgalerie Oslo) des 23-jährigen Edvard Munch. Dargestellt ist ein junges, offenbar todkrankes … Weiterlesen


18. Jahrgang | Nummer 18 | 31. August 2015

Ein Werk mit Zukunft

von Wolfgang Brauer Christa Wolf verstarb 2011, zwei Jahre später gründete sich unter dem Vorsitz der Literaturwissenschaftlerin Therese Hörnigk die „Internationale Christa Wolf Gesellschaft“. Sie legte nunmehr den ersten Band ihrer Schriftenreihe unter dem Titel „Zwischen Moskauer Novelle und Stadt … Weiterlesen


18. Jahrgang | Nummer 17 | 17. August 2015

Die dunkle Seite der Renaissance

von Wolfgang Brauer Auf der Veste Coburg läuft derzeit unter diesem Titel eine Ausstellung mit italienischer und deutscher Druckgraphik des 15. und 16. Jahrhunderts, die einen bemerkenswerten Kontrapunkt zur in diesem Jahr einsetzenden Cranach-Luther-und-die-Reformation-Hausse bildet. Konzeptioneller Ausgangspunkt der Kuratorin Christiane … Weiterlesen


18. Jahrgang | Nummer 14 | 6. Juli 2015

Die neuen Bettel-Vögte

von Wolfgang Brauer Der Ton verschärft sich. Selbst die biedere Apotheken Umschau veröffentlichte heuer die auf streng wissenschaftlicher Basis erhobenen Daten des GFK-Institutes für Marktforschung (sic!): 49,4 Prozent aller Deutschen seien für ein generelles Bettelverbot, 68,3 Prozent lehnten gar „Almosen … Weiterlesen


18. Jahrgang | Nummer 13 | 22. Juni 2015

Erlesenes: Der Wiener Kongress und Otto von Bismarck

von Wolfgang Brauer In seinem Buch über den „deutschen Krieg“ von 1866 schrieb Theodor Fontane zwar sehr richtig, dass die „Absicht, Preußen in seinen Ansprüchen zu beschränken, […] gleichbedeutend mit Krieg“ gewesen sei. Die „Absichten Preußens“ bewertet er allerdings als … Weiterlesen


18. Jahrgang | Nummer 11 | 25. Mai 2015

Tanz der Ahnen

von Wolfgang Brauer Geschichte ist nie vorbei. Ihre langen Schatten machen sich immer dann bemerkbar, wenn man sie am wenigsten erwartet. Das Team des Ethnologisches Museums Berlin meinte im Jahre 2008 etwas Gutes zu tun, als es in Kooperation mit … Weiterlesen


18. Jahrgang | Nummer 10 | 11. Mai 2015

Amerika!

von Wolfgang Brauer Am 15. März 1526 unterzeichneten drei Männer in einem panamaischen Dschungelkaff eine Urkunde, in der sie festlegten, dass sie das Recht hätten, das Reich Peru zu entdecken, zu unterwerfen und zu völlig gleichen Teilen aufzuteilen. Zwei von … Weiterlesen


18. Jahrgang | Nummer 9 | 27. April 2015

Günter Grass – eine Verteidigung

von Wolfgang Brauer Sie können es nicht lassen. Zeitlebens schubberten sich an Günter Grass die Soldschreiber des deutschen Mittelmaßes. Mit seinem Tode hat sich das mitnichten geändert. Das Mittelmaß duldet nichts, was über es selbst hinausragt. Der Deutschen liebste Hecke … Weiterlesen


18. Jahrgang | Sonderausgabe | 20. April 2015

Miszellen

Die Legende vom gerechten Krieg Nur noch wenige Menschen haben den Zweiten Weltkrieg mit seinen Schrecken selbst bewusst erlebt. Die Geschehnisse sind Geschichte geworden, die die meisten Zeitgenossen nur noch aus Büchern und Fernsehberichten kennen. Blättchen-Autor Fritz E. Gericke haben … Weiterlesen


18. Jahrgang | Sonderausgabe | 20. April 2015

Gegen das altbackene Theater

von Wolfgang Brauer Wer das nächtliche Wispern der Bücher zu hören vermag, würde aus dem Regal meiner Büchersammlung, in dem die Schauspieler-Autobiographien stehen, allnächtlich ein fürchterliches Geschrei vernehmen, in dem nur ein einziges Wort, das Personalpronomen „ich“, überlaut verstehbar wäre. … Weiterlesen


18. Jahrgang | Nummer 8 | 13. April 2015

Bemerkungen

„Wir stellen den Kampf erst ein, wenn auch der letzte Schuldige vor den Richtern der Völker steht! Die Vernichtung des Nazismus mit seinen Wurzeln ist unsere Losung. Der Aufbau einer neuen Welt des Friedens und der Freiheit ist unser Ziel. … Weiterlesen


18. Jahrgang | Nummer 8 | 13. April 2015

Der Schatz der Benediktiner

von Wolfgang Brauer, aus Ramsau/Steiermark Im Jahre 1074 gründete der Salzburger Erzbischof Gebhard im Ennstal das Benediktinerkloster Admont, das zu den bedeutendsten Klöstern der Steiermark gehört. So ganz nebenbei dürfte es auch der größte Arbeitgeber der Region sein. In den … Weiterlesen


18. Jahrgang | Nummer 7 | 30. März 2015

In Dessau wegen Weill

von Wolfgang Brauer Es ist mein Lieblingsfestival, an dem ich mit schwer zu erklärender Hartnäckigkeit hänge: Vom 27. Februar bis zum 15. März lief in Dessau-Roßlau zum 23. Male das „Kurt Weill Fest“. Auch die tapferen Veranstalter hängen an dieser … Weiterlesen


18. Jahrgang | Nummer 6 | 16. März 2015

Erlesenes – Zwischen Bosporus und Schneekoppe

von Wolfgang Brauer Edmondo De Amicis schrieb eine Reisereportage über die „Königin des Orients“ – fernab von Baedeker-Anwandlungen und „Liebe-Leser-ich-weiß-was“-Allüren. Sein Buch „Constantinopoli“ ist die Liebeserklärung eines jungen Mannes an eine Schöne, die ihm bei der ersten Begegnung so den … Weiterlesen


18. Jahrgang | Nummer 5 | 2. März 2015

Bemerkungen

Fritz J. Raddatz, 3.9.1931 – 26.2.2015 Grade erst durfte sich das Blättchen der wohlwollenden Mitwirkung Fritz J. Raddatzʼ an der Sonderausgabe zum 125. Geburtstag Kurt Tucholskys erfreuen, da hat uns nun die Nachricht von seinem Tod am 26. Februar ereilt, … Weiterlesen


18. Jahrgang | Nummer 4 | 16. Februar 2015

Bemerkungen

Félicitations, Commandeur Ostermeier et les dames Hoss et Stehr! „Frankreich liebt Sie, Monsieur Ostermeier“, sagt hingerissen die Kulturministerin Fleur Pellerin (im lachsfarbenen Etuikleid, kniebedeckt). Die französische Botschaft am Pariser Platz hatte geladen, Empfang zur Biennale, Empfang für Ehrungen (ohne monetäre … Weiterlesen


18. Jahrgang | Nummer 4 | 16. Februar 2015

Wieland Förster – eine Hommage

von Wolfgang Brauer Ich weiß nicht, ob man es als glücklichen Zufall bezeichnen darf, wenn es einem Künstler gelingt, gegen Ende eines Jahrhunderts die Bilanz seines Zeitalters, seines Schaffens zumal, in einem einzigen Bildwerk zu ziehen. Wieland Förster gelang dies … Weiterlesen


18. Jahrgang | Nummer 3 | 2. Februar 2015

Erlesenes – Heinrich August Winklers großer Wurf und ein Zeitungsroman

von Wolfgang Brauer Heinrich August Winkler nennt sein Werk über die Zeit zwischen Kaltem Krieg und Mauerfall „Geschichte des Westens“. Im Vorwort setzt er einen, wie er es ausdrückt, „normativen Fluchtpunkt“: „Es ist die Frage nach der Entwicklung jener Ideen, … Weiterlesen


18. Jahrgang | Nummer 2 | 19. Januar 2015

Bemerkungen

Unglück nach eigener Façon Zwei gefallene Engel, der eine hat im deutschen Gefängnis gesessen, der andere im russischen, sitzen in einem kleinen Park gegenüber der Kathedrale von Notre-Dame. „Sie hatten die schweren Tropfen nicht beachtet, der Gußregen überraschte sie. Sie … Weiterlesen


17. Jahrgang | Nummer 26 | 22. Dezember 2014

Eine bedeutende argentinische Philosophin

von Wolfgang Brauer, aus Buenos Aires Im zu Ende gehenden Jahr 2014 erhielt der argentinische Cartoonist Joaquín Salvador Lavado Tejón den in der iberischen Welt hoch angesehenen Prinz-von Asturien-Preis im Bereich Kommunikation und Humanwissenschaften. Damit befindet sich der Zeichner in … Weiterlesen


17. Jahrgang | Sonderausgabe | 15. Dezember 2014

Miszellen

Von der Kraft der Musik 1999 begannen der Generalmusikdirektor der Berliner Staatsoper Daniel Barenboim und der Literaturwissenschaftler Edward W. Said ein Experiment mit Langzeitfolgen: Sie führten mit jungen Musikern gemeinsam einen Workshop durch, aus dem eines der weltweit bemerkenswertesten Jugendorchester … Weiterlesen


17. Jahrgang | Sonderausgabe | 15. Dezember 2014

Gelebter Widerspruch

von Wolfgang Brauer „Man sollte täglich in alten Tagebüchern lesen. Mir scheint, das würde die Tastatur der Orgel, auf die ein Schreibender zu spielen hat, erweitern.“ Das trägt Erwin Strittmatter am 23. März in sein Tagebuch ein. Natürlich meint er … Weiterlesen


17. Jahrgang | Nummer 25 | 8. Dezember 2014

ESMA – die langen Schatten der Diktatur

von Wolfgang Brauer, aus Buenos Aires Die Avenida del Libertador verbindet das Zentrum von Buenos Aires mit dem Vorort San Fernando. Sie gehört zu den schönsten Straßen der argentinischen Metropole. Im Stadtteil Belgrano führt sie allerdings an einem der grauenhaftesten … Weiterlesen


17. Jahrgang | Nummer 24 | 24. November 2014

Bemerkungen

Goldesel & Teufel Kennen Sie das, gelinde gesagt, belämmerte Gefühl, wenn sich eine fundamentale Lebensentscheidung Jahrzehnte später und natürlich ohne jede Chance zur Korrektur als schicksalhafter Fehler erweist? Ich meinerseits habe nämlich nicht 1982 in einem verschnarchten rheinischen Provinzkaff rotweinselig … Weiterlesen


17. Jahrgang | Nummer 24 | 24. November 2014

Des Teufels Großmutter

von Wolfgang Brauer Ich nahm dieses Buch mit auf Reisen und war der Meinung, es wäre die geeignete Ablenkung auf einem langen Flug mit diversen Wartezeiten in hässlichen Airport-Wartebereichen. Eine Frauengeschichte, beim ersten Durchblättern scheinbar locker geschrieben. Dazu in Süditalien … Weiterlesen


17. Jahrgang | Nummer 23 | 10. November 2014

Ein deutscher Kolonialpolitiker

von Wolfgang Brauer Am 18. April 1884 wies Reichskanzler Otto von Bismarck den deutschen Konsul in Kapstadt telegrafisch an, den britischen Kolonial-Behörden mitzuteilen, dass die „Erwerbungen“ des Bremer Kaufmannes Adolf Lüderitz fortan „unter dem Schutz des Reiches stünden“. Dieselbe Mitteilung … Weiterlesen


17. Jahrgang | Nummer 21 | 13. Oktober 2014

Erlesenes – Bücher vom Aufbegehren

von Wolfgang Brauer Manchmal führt ein Klappentext in die Irre: Dieses Buch sei „ein Roman über die Kunst, in einer Zeit des Umbruchs die richtige Gelegenheit zu ergreifen.“ Nun gut, da ergreift Einer die Gelegenheit in Form des Spalthammers, schlägt … Weiterlesen


17. Jahrgang | Nummer 19 | 15. September 2014

Geschichte – ganz anders erzählt

von Wolfgang Brauer Noch in meiner Schulzeit – das war lange vor 1990 – wurden sie einem verschämt zugesteckt, und man tat ganz cool, um sich mit generöser Haltung zu einem Eintrag herabzulassen. Natürlich war man beleidigt, wenn man wusste, … Weiterlesen


17. Jahrgang | Nummer 18 | 1. September 2014

Verlagsgeschichten

von Wolfgang Brauer Elmar Faber gehörte zu den „roten Bossen“, wie er in seinen Erinnerungen selbstironisch und zutiefst ernst gemeint einräumt. „Rote Bosse“ – damit sind die Manager gemeint, die in der DDR groß geworden sind, hier eine hervorragende Ausbildung … Weiterlesen


17. Jahrgang | Sonderausgabe | 11. August 2014

Juli 1914 – Theodor Wolff im Zeugenstand

von Wolfgang Brauer Wenn große Jubiläen Autoren die Feder führen – und die Verleger dem bedingten Reflex erliegen, ihre Programme dementsprechend zu stricken – ist Vorsicht angesagt. Ich bin mir sicher, sollte es in 319 Jahren noch Bücher geben, es … Weiterlesen


17. Jahrgang | Sonderausgabe | 11. August 2014

Dem Vergessen entrissen – drei Anti-Kriegsbücher

von Wolfgang Brauer Wer meint, neben den Romanen von Erich Maria Remarque („Im Westen nichts Neues“, 1929), Ludwig Renn („Krieg“, 1929), Arnold Zweig („Der Streit um den Sergeanten Grischa“, 1927 und „Erziehung vor Verdun“, 1935) und – von einer ganz … Weiterlesen


17. Jahrgang | Sonderausgabe | 11. August 2014

Editorial

Lange Zeit schien es, als ob das große Morden der Jahre von 1914 bis 1918 nur noch in den Geschichtsbüchern eine Rolle spielen würde. Zu sehr überlagerte der diesen noch übersteigende Irrsinn des Zweiten Weltkrieges den Ersten. Auch wenn kritische … Weiterlesen


17. Jahrgang | Sonderausgabe | 28. Juli 2014

Gemeinsam gelebte Zeit

von Wolfgang Brauer Sechzig Jahre waren sie miteinander verheiratet. Das schaffen nicht mehr viele. Eine Ehe mit Höhen und Tiefen wie die vieler anderer auch. Mit den Höhepunkten, wie sie die allermeisten Menschen erleben dürfen, aber auch mit „verbrannter Milch … Weiterlesen


17. Jahrgang | Sonderausgabe | 28. Juli 2014

Erlesenes – Filmmusik, Rechtspopulismus und Friedensbewegung

von Wolfgang Brauer Angelica Domröse war so etwas wie die Sex-Ikone unserer Jugendjahre. Paula natürlich und immer wieder Paula. Und jetzt kommt so ein Notenschinder daher und zertrampelt einem die Illusionen mit einem belanglos daherkommenden Interviewsatz: „ Angelica Domröse wollte … Weiterlesen


17. Jahrgang | Nummer 14 | 7. Juli 2014

Die Erde wird wieder zur Scheibe…

von Wolfgang Brauer Der Herzogin von Schlesien, Jadwiga Śląska (1174-1243) ist in Berlin eine Kirche geweiht. Allerdings nicht unter dem polnischen Namen der Dame aus dem bayerischen Hause Andechs, sondern unter ihrem deutschen: Hedwig. Dafür steht St. Hedwig am – … Weiterlesen


17. Jahrgang | Nummer 13 | 23. Juni 2014

Ein Glückwunsch für Wulf Kirsten

von Wolfgang Brauer Wie kommt man einem Dichter auf die Spur? Es ist seit einigen Jahren Mode geworden, das Werk gleichsam als Folie der Biografie zu betrachten. Das geht in die Irre. Zumal: Was macht man mit einem Dichter, dessen … Weiterlesen


17. Jahrgang | Nummer 11 | 26. Mai 2014

Bemerkungen

Bundesanwaltlicher Zynismus Am 12. Mai veröffentlichte der LINKEN-Bundestagsabgeordnete Andrej Hunko eine Erklärung, in der er sich mit der Antwort der Bundesregierung auf eine „Kleine Anfrage“ seiner Fraktion zu den Drohneneinsätzen der US-Streitkräfte auseinandersetzt. So weigerte sich die Bundesregierung in Gestalt … Weiterlesen


17. Jahrgang | Nummer 10 | 12. Mai 2014

Ein Roman über den Terror

von Wolfgang Brauer Anfang der achtziger Jahre steckte mir die Schriftstellerin Trude Richter (1899 – 1989) mit verschwörerischer Miene ein dickes Typoskript zu: „Das ist der zweite Band meiner Erinnerungen. Lies, aber gib es nicht weiter!“ Das Buch konnte erst … Weiterlesen


17. Jahrgang | Nummer 9 | 28. April 2014

Schadow – leicht versoffen mit Nippes

von Wolfgang Brauer Kürzlich war ein sonniger Tag in Berlin. Das ist immer ein guter Grund, ein oder zwei Stationen vor dem Ziel aus dem U-Bahn-Tunnel herauszuklettern und den Rest der Strecke zu laufen. Sagen wir mal: Vom Spittelmarkt zum Nikolaiviertel Richtung Alex. Man … Weiterlesen


17. Jahrgang | Nummer 8 | 14. April 2014

Geburtstag eines Ausgegrenzten

von Wolfgang Brauer Jürgen Kuczynski äußerte einmal, dass man aus Honoré de Balzacs „La Comédie humaine“, wie überhaupt der schönen Literatur jener Zeit, mehr über die seinerzeitigen französischen Zustände erfahre als aus den meisten gelehrten Büchern. Das trifft auch auf … Weiterlesen


17. Jahrgang | Nummer 7 | 31. März 2014

Erlesenes – Der Krieg in Polen und in der Schweiz

von Wolfgang Brauer Am 14. Tag nach der Kapitulation wacht Konstanty Willemann mit verkatertem Schädel in einer demolierten Stadt auf, „die nicht mehr meine ist“, wie er noch häufiger feststellen wird. Es ist das zerbombte und zerschossene Warschau: „Warschau, nicht … Weiterlesen


17. Jahrgang | Nummer 6 | 17. März 2014

Bemerkungen

Hermann Sinsheimer – eine Wiederentdeckung Auf der „Liste der auszusondernden Literatur“ (1946) der Deutschen Verwaltung für Volksbildung in der sowjetischen Besatzungszone findet sich dreizehnmal der Autorenname Gerhard Pallmann. Poesievolle Liederbuchtitel wie „Flieger sind Sieger“ oder „Der Führer hat gerufen“ (beide … Weiterlesen


17. Jahrgang | Nummer 6 | 17. März 2014

Radstädter Geschichtslektionen (2)

von Wolfgang Brauer Also folgen Sie mir! Wir wollten sowieso zu Wolle und Naturseifen. Gehen wir durch das kleine Fußgängertor in der Stadtmauer zum Wollelädchen. Es sind nur knapp 50 Meter des alten Kirchhofes zu überqueren… aber das gestaltet sich … Weiterlesen


17. Jahrgang | Nummer 5 | 3. März 2014

Geburtstagsgruß an einen Dichter

von Wolfgang Brauer Ja doch, wir kannten Biermann und hingen mit glühenden Ohren am Kassettenrecorder, um den Mitschnitt seines Kölner Konzertes vom 13. November 1976 abzutippen. „Die Drahtharfe“ und anderes waren zwar im Bestand der germanistischen Fachbibliothek unserer Hochschule, aber … Weiterlesen


17. Jahrgang | Nummer 4 | 17. Februar 2014

Radstädter Geschichtslektionen

von Wolfgang Brauer Wer von Salzburg aus von der Tauernautobahn in das Ennstal abbiegt, passiert nach kurzer Zeit eine enge Schlucht, die auf der einen Seite von einer Lärmschutzwand und auf der anderen von einer mittelalterlichen Stadtmauer, flankiert von zwei … Weiterlesen


17. Jahrgang | Nummer 2 | 20. Januar 2014

Erlesenes – Frauengeschichten

von Wolfgang Brauer Diese Geschichte beginnt sanft daherplätschernd wie ein im Gebirge entspringender Bach: Da ist ein Felsbrocken, um den er herum muss. Da ist eine Wiese, in deren Boden sich entscheidet, ob er genügend Energie besitzt, sich durchzuarbeiten und … Weiterlesen