Schlagwort-Archiv: Henry-Martin Klemt (in 23 Beiträgen)

20. Jahrgang | Nummer 16 | 31. Juli 2017

Wiener Lied

von Henry-Martin Klemt Wien hatte lange gewartet auf uns mit Naschmarkt und Cello am Graben. Das Schönste vom Schönen hat längst sich verkauft. Nur Wien ist für alle, nur Wien ist für alle, für alle und keinen zu haben. Sissi … Weiterlesen


20. Jahrgang | Nummer 10 | 8. Mai 2017

Ballade von der Heimkehr
meines Vaters aus dem Krieg

von Henry-Martin Klemt Für Johannes und Vera Als mein Vater glaubte, es wär Zeit, kroch er heimlich durch den Stacheldraht. Rigas Trümmer warn nicht mehr verschneit. Manche Felder trugen junge Saat. Und er lief, wie er noch nie gelaufen zwischen … Weiterlesen


20. Jahrgang | Nummer 8 | 10. April 2017

Bleibendes Lied

von Henry-Martin Klemt Zähle nicht die Stufen. Zähle nicht die Schritte. Zähle nicht die Jahre. Es gibt kein Zuviel. Frage die Gezeiten nach der goldnen Mitte, Frühling, Sommer, Herbst und Winter nach dem Ziel. Wie die Dünen wandern, wie die … Weiterlesen


20. Jahrgang | Nummer 7 | 27. März 2017

Heldisches Lied

von Henry-Martin Klemt Gestern ist mein letzter Held gegangen, blies die Luft aus und ist abgetaucht. Weiß nicht mehr, wann hat es angefangen, dass ich ihn geliebt hab und gebraucht. Manchmal istʼs ein Klang nur, eine Zeile, die uns trifft … Weiterlesen


20. Jahrgang | Nummer 6 | 13. März 2017

„Kein leichtes Land…“ Ein Äthiopien-Tagebuch

von Wolfgang Brauer Seit Ende 1976 entwickelte sich die Zusammenarbeit zwischen der DDR und Äthiopien intensiv. Man versuchte alles, um dessen afrikanischen Sozialismus-Versuch zum Erfolg zu verhelfen. Das Land wurde wichtig auch für den Einsatz von FDJ-Freundschaftsbrigaden. Im September 1987 … Weiterlesen


20. Jahrgang | Nummer 3 | 30. Januar 2017

Einfaches Lied

von Henry-Martin Klemt Wenn Mauern brechen und wenn Planken faulen, bleibt Sand, bleibt Meer. So einfach lasse ich mich nicht vergraulen und irgendwer kommt doch gegangen oder angeschwommen. Vielleicht bist duʼs. Hast du das Leben dir noch nicht genommen, dann, … Weiterlesen


19. Jahrgang | Nummer 20 | 26. September 2016

ELFTER SEPTEMBER

von Henry-Martin Klemt Wie hat mein Kinderherz vor Hass gebrannt als die Moneda brannte, und Allende, wir waren doch einander gut bekannt, sprach noch einmal zu mir vor seinem Ende. Da waren Orte: Vietnam, Griechenland und Chile, die ich von … Weiterlesen


19. Jahrgang | Nummer 11 | 23. Mai 2016

Brandenburg

von Henry-Martin Klemt Heimat ist blau und grün. In ihre Seen legt sich der Himmel zur Ruhe. In ihren Flüssen schwimmen die Tage zum Meer. In ihren Wäldern liegen Schätze vergraben. Kindheit rauscht in den Kronen. Weil ich nicht fliegen … Weiterlesen


19. Jahrgang | Nummer 10 | 9. Mai 2016

Das Jahrtausend begann

von Henry-Martin Klemt   DAS JAHRTAUSEND BEGANN an einem Tag, als rings die Vaterländer nach Menschenrechten in der fremden Erde bombten. Die Steinkadaver von einst Guernica, Dresden, Hiroshima waren abgefallen von meiner Zeit, zur trocknen Lehre geschrumpft: Dieses war und … Weiterlesen


19. Jahrgang | Nummer 7 | 28. März 2016

UND DAS

von Henry-Martin Klemt und das war angst und war daraus erwachen und raserei gerann und zeit blieb stehn und das war süßes weinen bittres lachen und atemloses sich im kreise drehn und das warn hände die nach allem greifen und … Weiterlesen


18. Jahrgang | Nummer 25 | 7. Dezember 2015

BAHNHOF FÜR ZWEI
Für Eldar Rjasanow (18.11.1927 – 30.11.2015)

von Henry-Martin Klemt Von Westen nach Osten, die Züge fahrn, von Osten nach Westen, vorbei, begegnen einander und halten doch nie an auf dem Bahnhof für zwei. Wo sie einander begegnen, schlägt die doppelte Peitsche aus Licht heraus aus der … Weiterlesen


18. Jahrgang | Nummer 22 | 26. Oktober 2015

Bemerkungen

Keuners Enkel Der Enkel von Herrn Keuner wird von einem Journalisten gefragt, wie seine Bilanz nach 25 Jahren deutscher Einheit denn nun ausfalle. O, sagt der Enkel von Herrn Keuner, ich bin höchst zufrieden. Alle Urteile, die ich mir in … Weiterlesen


18. Jahrgang | Nummer 21 | 12. Oktober 2015

Postkommunistisches Sonett

von Henry-Martin Klemt Kein Gott, kein Kaiser… und schon kamen wir ins Stottern. Wir wussten doch: Die Sache ist nicht schlecht und wenn sie Kommunisten nicht verlottern, dann werden alle endlich frei sein – und gerecht. Das ist so schwer … Weiterlesen


18. Jahrgang | Nummer 17 | 17. August 2015

Sommer-Lied

von Henry-Martin Klemt Wie ein Sturmball wird die Sonne aufgezogen und die Flut spült die zerbrochnen Schiffe an, tote Seelen, um ihr Paradies betrogen. Länder brennen vor und hinterm Ozean. Der Asphalt klebt fest an den Allwetterreifen. Langsam rollt mein … Weiterlesen


18. Jahrgang | Nummer 15 | 20. Juli 2015

EUROPA

Europa, meine Schöne, so ist die Macht gestrickt: Ein Tier hat dich genommen, damit ein Gott dich fickt. Die Leidenschaft des Stieres so stark und sprungbereit: nur Taschenspielereien der satten Eitelkeit, der Heimat dich zu rauben aus Geilheit und aus … Weiterlesen


18. Jahrgang | Nummer 9 | 27. April 2015

Flüchtiges Lied

von Henry-Martin Klemt Die Straßen der Welt sind so lang, besonders die fremden. Wir wechselten öfter das Land als unsere Hemden. chorus: Ruh aus, Cyprien,  und nimm meine Hand. Die Wüste, der Hunger, das Meer und Salz in der Kehle … Weiterlesen


18. Jahrgang | Nummer 5 | 2. März 2015

Zuschauendes Lied

von Henry-Martin Klemt Wir, die uns an grauen Mauern stießen, sind in bunter Ödnis aufgewacht, lernen es, die Fremde zu genießen. Unsre Heimat sind die Züge in der Nacht. Wir, die uns erkennen als Gespielen aus den Märchen hingeflossner Zeit, … Weiterlesen


16. Jahrgang | Nummer 26 | 23. Dezember 2013

Therapie

„Gedichte entstehen aus der Untröstlichkeit“ Paul Wiens von Henry-Martin Klemt Ich habe viele therapeuten behandelt. Ich habe sie behandelt, wie jemanden aus der familie. Aus der kaputten familie. Aus der explodierten familie, deren teile über die welt verstreut wurden. Ohne … Weiterlesen


16. Jahrgang | Nummer 23 | 11. November 2013

Vera Lied

von Henry-Martin Klemt Dort, wo ich mit Mama geträumt habe: Du kommst zur Welt, da waren die Straßen kaputt und die Felder bestellt. An Brot wird’s nicht fehlen, an Freundlichkeit, Wärme und Licht. Dort warn wir zu Hause, ein anderes … Weiterlesen


16. Jahrgang | Nummer 12 | 10. Juni 2013

Babyfotos in der Zeitung

von Henry-Martin Klemt Fast in jeder Ausgabe in unserer Wochenzeitung Der Blickpunkt haben wir Fotos von Babys, die im Klinikum Frankfurt-Markendorf zur Welt kamen. Wer schaut sich solche Bilder an? Natürlich die Mütter und Großmütter, die Väter und Großväter, sicher … Weiterlesen


15. Jahrgang | Nummer 11 | 28. Mai 2012

So weit das Auge reicht

von Henry-Martin Klemt 1826 nahm Joseph Nicéphore Niépce von seinem Arbeitszimmer aus das erste bekannte Foto der Weltgeschichte auf. Acht Stunden Belichtungszeit auf einem fotochemischen Träger aus Asphalt auf einer Zinnplatte. Entwickelt wurde diese Heliographie mit Lavendelöl und Petroleum. Der … Weiterlesen


14. Jahrgang | Nummer 22 | 31. Oktober 2011

HERBST-LIED. Nach Rilke

von Henry-Martin Klemt Herr, es ist Zeit. Sehr frei. Und heiß. Und gut. Wir haben selbst uns auf dem Rost gewendet und unser Fett verschwendet an die Glut. Was hier nicht reifte, wird herangefahren von Süd nach Nord und stündlich, … Weiterlesen


Des Blättchens 4. Jahrgang (IV), Berlin, 15. Oktober 2001, Heft 21

Countdown

von Henry-Martin Klemt Die Wahl von Afghanistan als Hauptfeind kommt nicht von ungefähr. Politische Verbündete haben die Taleban praktisch nicht. Ihr Regime ist mit allem überworfen, womit es sich überwerfen läßt. Die Zerstörung von Weltkulturerbe, die Verletzung der Menschenrechte, insbesondere … Weiterlesen